Umweltschützer wollen – wie hier an der deutsch-polnischen Grenze – die Natur wieder sich selbst überlassen.

Mehr Wildnis wagen

Umweltschützer wollen Teile unserer Kulturlandschaft wieder verwildern lassen. Das soll Lebensraum für bedrohte Tierarten schaffen und so die Artenvielfalt stärken. Sven Kästner hat ein Projekt an der deutsch-polnischen Grenze besucht.

Das Artensterben gilt neben dem Klimawandel als zweite globale Krise. Jahrhundertelang hat der Mensch Wälder gerodet, Felder angelegt, Dörfer, Städte und Straßen gebaut. Der Lebensraum für Tiere und Pflanzen schrumpfte. Ein Viertel der Säugetierarten, jede achte Vogelart, mehr als 30 Prozent der Haie und Rochen sowie 40 Prozent der Amphibienarten gelten heute als bedroht. Zwar ist das Artensterben ein natürlicher Prozess, den aber der Mensch vor allem seit dem Beginn der Industrialisierung stark beschleunigt.

Manche Umweltschützer wollen der Natur deshalb wieder mehr Raum geben. An verschiedenen Orten in Europa wollen sie zurück zur Wildnis: "Rewilding" heißt ihre Initiative für einige strukturschwache Regionen. Die wenigen dort lebenden Menschen sollen Industrie und Landwirtschaft zurückfahren, damit wilde Tiere und Pflanzenarten zurückkehren können. Beiderseits des Oderhaffs an der deutsch-polnischen Grenze haben Aktivisten gemeinsam mit Anwohnenden bereits damit begonnen.

Autor: Sven Kästner

Redaktion: Chris Hulin

Mehr Wildnis wagen

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 22.11.2022 19:39 Min. Verfügbar bis 21.11.2023 WDR 5 Von Sven Kästner


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