Live hören
ARD Infonacht
23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht

Makkabi-Vereine

Makkabi – jüdische Sportvereine in Deutschland

Makkabi-Vereine

Seit 1.700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland. Und seit rund 120 Jahren gehört zu diesem Leben auch der Freizeit- und Leistungssport. Doch was sich so selbstverständlich anhört, ist bis heute noch immer ein zähes Ringen: um Akzeptanz und Toleranz.

Alfred und Gustav Flatow waren Cousins. Vor 125 Jahren errangen die jüdischen Geräteturner aus Berlin bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit die ersten olympischen Goldmedaillen für Deutschland. Die beiden Sportler starben im Konzentrationslager Theresienstadt. Heute ist die breite Allee, die zum Berliner Olympiastadion führt, nach ihnen benannt. Jene Bühne des Sports also, auf der das NS-Regime 1936 das Schauspiel vom neuen, modernen Deutschland zur Aufführung brachte. Was kaum noch jemand weiß: Ohne die Unterstützung zweier jüdischer Sportlerinnen hätte es die erfolgreichen Propaganda-Spiele wahrscheinlich nicht gegeben.

Heute sind unter dem Dach der deutschen Makkabi-Bewegung wieder mehr als 5.500 junge und alte Menschen in jüdischen Sportvereinen aktiv. Die Religion spielt dabei längst keine übergeordnete Rolle mehr, nur jedes vierte Makkabi-Mitglied versteht sich als jüdisch. Gesucht und gepflegt werden die Gemeinsamkeiten. Zumindest im Sport scheinen sich die Zeiten also geändert und gebessert zu haben. Doch der Antisemitismus ist von den deutschen Sportplätzen und aus deutschen Sporthallen nicht verschwunden. Der Makkabi-Vorsitzende Alon Meyer sagt: "Zu bestimmten Mannschaften fahren wir nur mit Polizeischutz."

Autor: Burkhard Hupe

Redaktion: Gundi Große

Makkabi-Vereine

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 09.08.2021 20:28 Min. Verfügbar bis 06.08.2022 WDR 5 Von Burkhard Hupe


Download