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Die Magie der Ringe

Zwei goldene Ringe liegen auf Holz

Die Magie der Ringe

Magische Ringe sind weltweit zu finden, in Mythen, Märchen und der Wirklichkeit. Doch warum üben magische Ringe so eine Faszination aus? Beherrschen wir sie oder beherrschen sie uns? Ein Radiofeature von Claudia Friedrich.

Götter und Geister fertigen seit jeher Ringe, Menschen seit mehr als 20.000 Jahren. Die runde, ineinander übergehende Form, die an die Unendlichkeit erinnert, ist eines der Symbole, welches man in jeder Kultur antrifft und nicht an eine Zeit oder an einen Ort gebunden ist. Symbol der kosmischen Einheit und ständigen Wandlung, der Urkraft, die jedem Menschen innewohnt. Ein Bild der Vollkommenheit.

Ob als Ehering, der das ewige Versprechen symbolisiert oder als eigentlicher Protagonist im Literaturklassiker "Herr der Ringe", in dem die große Macht des Ringes verschiedenste Wesen ins Unglück stürzt und nur seine Zerstörung Erlösung bringt. Was haben Ringe, was andere Formen nicht haben? Claudia Friedrich hat sich bei Schmieden, Geschichtenerzählerinnen und Geschichten in Vergangenheit und Gegenwart umgehört.

Autorin: Claudia Friedrich

Redaktion: Gundi Große

Die Magie der Ringe

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 03.09.2019 19:51 Min. Verfügbar bis 01.09.2020 WDR 5 Von Claudia Friedrich

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Magische Ringe

Von Claudia Friedrich

Ringe sind Weltsymbole. Sie sind magisch und rätselhaft. Seit 21.000 Jahren gestalten Menschen Fingerringe. Sie verleihen Macht und stehen für die Liebe - auch als Metaphern für ewiges Leben, das keinen Anfang und kein Ende kennt.

Magischer Ring am rostigen Nagel

Ringe sind die Heimat von Dämonen, heißt es in Legenden. Sie haben Zauberkräfte, wirken im Guten wie im Bösen.

Ringe sind die Heimat von Dämonen, heißt es in Legenden. Sie haben Zauberkräfte, wirken im Guten wie im Bösen.

Cirque Bouffon erzählt Märchen in 3D, auf der runden Holzmanege, 1999 gegründet von Regisseur Frédéric Zipperlin und Zirkusdirektorin Anja Krips in der Tradition des Nouveau Cirque. Im Nouveau Cirque agieren keine Tiere, dafür Menschen mit tierischen Talenten. Sie springen, tanzen, wirbeln durchs Zelt.

Der verrückte Alltag läuft rund. Die Artistin Roxana Küwen legt einen Zauberring ums Publikum, das auf den Rängen an der Manege in Ekstase gerät.

Ringe, Kreise, Kugeln spielen im Kosmos von Frédéric Zipperlin und seiner Kunstfigur Boul eine entscheidende Rolle. "Die Planeten und unsere Bühne sind rund. Das ist magisch."

Auf den Bühnen des Alltags halten Menschen das Feuer am Leben, das Prometheus einst den Göttern stahl. Im Ring sitzen sie um die lodernden Flammen, essen, trinken, erzählen.

"Ringe sind universell", sagt die Storytellerin Regina Sommer. Sie symbolisieren Ewigkeit, Transformation, Wissen, Macht. "Die mit Ringen zu tun haben, wissen um ihre magische Kraft."

Sie wissen um die Kraft der Ringe: Wölund, der Albenschmied der Edda, und Hephaistos, der olympische Schmiedegott der Antike. Bei rund 1.100 Grad Celsius schmilzen edle Elemente zu magischen Legierungen.

Am Feilnagel, der kleinen Arbeitsplatte der Goldschmiede, erfahren "magische" Ringe ihren letzten Schliff. Sie werden gefeilt, gehämmert, gesägt.

Das Glühen der Legierung aus Feingold, Kupfer und Silber gehört zum Ritual des Schmiedeprozesses.

Die Goldschmiedinnen Katja Voscht (li.) und Regina Maresch begutachten ihre Arbeit. Eine schamanische Weihung wäre die Krönung, sagen sie: "Dann ist der Ring magisch."

"Magie ist, wenn man Dingen Aufmerksamkeit schenkt", sagt Daniela Imlau, vertraut mit schamanischen Lehren. Kurz vor der Weihung legt sie einen Duftring um den Ort der Anrufung der Elemente.

Ringe senden Energie pur. Auch in einem Minirund wie diesem Steinkreis sind sie zu Hause - Feen, Geister, Parallelwelten. Sehen kann man sie (meistens) nicht.