Ein aufgeschlagenes Buch mit arabischer Schrift und einer Zeichnung von dem "Sams".

Lesegewohnheit von Muslimen

Anders als in Ostasien und in der westlichen Kultur ist der Lesehunger in der islamischen Welt erstaunlich wenig ausgeprägt, belegen Studien. Das gilt sowohl für die islamischen Staaten als auch für muslimische Zugewanderte in Deutschland. Dabei war das mal ganz anders.

Den Alltag einmal hinter sich lassen, um neue Lebenswelten kennenzulernen und ganz nebenbei auch sich selbst. "Denn vielleicht gehört es überhaupt zum Genuss des Lesens, dass man den Reichtum seiner eigenen Gedanken entdeckt", sagte einst auch Max Frisch. Vom Glück wunderbarer Lesestunden und von Büchern, die ein Leben verändern können, sprachen aber schon Ibn Sina, hierzulande unter dem Namen Avicenna bekannt. Aber auch Ibn Rushd und al-Ghazali, Harun Al-Raschid, der abbassidische Kalif, der die Märchen aus 1001 Nacht schrieb.

Viele Muslime kennen jedoch die Leistungen und Schriften ihrer Vorfahren nicht. Sie wissen nicht, dass heutige Standards der Optik, der Medizin, Mechanik und Zeitmessung ohne die Erfindung muslimischer Wissenschaftler nicht möglich gewesen wären. Zudem steht im Islam die Bildung hoch im Kurs. Im Koran kommt die Wortwurzel für "Lesen" q-r-a 88 mal vor. Woher kommt also das Desinteresse vieler muslimischer Migrantinnen und Migranten am Schmökern in Büchern? Ein Erklärversuch.

Autorin: Melahat Simsek

Redaktion: Barbara Geschwinde

Lesegewohnheit von Muslimen

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 22.08.2022 20:59 Min. Verfügbar bis 19.08.2023 WDR 5 Von Melahat Simsek


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