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Körpernähe

Zwei Freundinnen umarmen sich in einem Wohnzimmer.

Körpernähe

Menschen brauchen Berührung, um zu überleben. Aber die Sehnsucht nach Berührung zu stillen, ist in der individualisierten Wohlstandsgesellschaft gar nicht so einfach.

Die Journalistin Elisabeth von Thadden, Autorin des Buchs "Die berührungslose Gesellschaft", meint, dass wir aktuell in einem Nähe-Distanz-Dilemma stecken: Wir sehnen uns nach Berührung, haben aber gleichzeitig Angst, verletzt zu werden. Die Begrüßung erscheint dabei wie eine Miniatur dieses Nähe-Distanz-Dilemmas. Mit unserer Entscheidung für Handschlag, Küsschen oder Umarmung setzen wir ein Signal für die Grenze zwischen Abstand und Berührung. Eine Entscheidung über die gewünschte Körpernähe fällt uns gerade vor dem Hintergrund der #metoo-Debatte immer schwerer.

Da die Bindung zu Freunden und Freundinnen immer mehr zur Familie wird, könnten Berührung und körperliche Nähe in Freundschaften in Zukunft noch wichtiger werden. Aber können wir uns auch vorstellen, von unseren Freunden im Alter gewaschen und gewickelt zu werden? Oder ist Freundschaft an der Körpergrenze zu Ende? Das glauben zumindest die Journalistin Elisabeth von Thadden und der Freundschaftssoziologe Janosch Schobin.

Literaturtipp:
Elisabeth von Thadden (2018): Die berührungslose Gesellschaft. München: C.H. Beck. 205 Seiten.

Autorin: Christian Geuenich

Redaktion: Jessica Eisermann

Körpernähe

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 18.01.2019 21:53 Min. WDR 5

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