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Hitzige Debatten – Klimaforschung im Dilemma

In einem Rapsfeld nahe dem brandenburgischen Falkenberg bei Beeskow arbeitet am 21.05.2003 Sven Huneke vom GKSS Forschungszentrum Geesthacht bei Hamburg an einem Hygrometer.

Hitzige Debatten – Klimaforschung im Dilemma

"Klimastreiks" mit massenhafter Beteiligung stehen viele Menschen gegenüber, die die Klimaerwärmung leugnen und am Status Quo festhalten möchten. Welche Rolle übernimmt die Wissenschaft und wie kommuniziert sie ihre Erkenntnisse?

Panik sollen die Menschen haben, sagt Greta Thunberg, wenn sie über die Klimakrise spricht. Die Erde erwärmt sich so schnell, dass es so nicht weitergehen kann, will die Menschheit überleben. Auch Klimaforschende warnen schon seit Jahrzehnten vor lebensfeindlichen Umständen auf der Erde mit Dürre, Wasserknappheit und brutalen Kämpfen um Ressourcen. Im vergangenen Jahr sind die Folgen des Klimawandels schließlich auch im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit angekommen. Gleichzeitig argumentieren viele Menschen und es äußern sich sogar Staatsoberhäupter, es gebe keinen Klimawandel.

Ob Impfungen, Feinstaub-Grenzwerte oder Klimawandel – wenn Wissenschaftler*innen unbequeme Erkenntnisse öffentlich vertreten, begeben sie sich auf schwieriges Terrain. Laien lassen sich von der Autorität wissenschaftlicher Erkenntnisse kaum noch beeindrucken und ein harter Kern von Aktivist*innen verbreitet Desinformation. Heute brauchen Wissenschaftler*innen gute Nerven, bessere Argumente und sie müssen ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis stellen. Die Wissenschaft reagiert inzwischen auf Desinformationskampagnen mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit, aber genügt das, um wichtige und wissenschaftlich unumstrittene Erkenntnisse glaubwürdig der Politik und der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln?

Autor: Matthias Becker

Redaktion: Jessica Eisermann und Valentina Dobrosavljevic

Hitzige Debatten – Klimaforschung im Dilemma

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 18.09.2019 21:40 Min. Verfügbar bis 16.09.2020 WDR 5 Von Matthias M. Becker

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