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Klein-Tokio in Düsseldorf

Am Eingang des EKO-Tempels bereitet sich eine Gruppe Musiker auf ein Trommelkonzert vor.

Klein-Tokio in Düsseldorf

Wer sich für Japan interessiert und seinen ökologischen Fußabdruck klein halten will, fährt mit der Bahn nach Düsseldorf, nicht nur zum Sushi essen.

Die Japaner haben sich in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt so etwas wie eine eigene kleine Stadt in der Stadt geschaffen, ihr Little Nippon am Rhein. In der Immermannstraße kann man vom scharfen Messer, über Seetang und Manga-Comics wirklich alles kaufen, was japanisch ist. Sushi und andere Spezialitäten gibt es in zahlreichen Restaurants in feinster Qualität zu vernünftigen Preisen. Teezeremonien, Trommelkonzerte, ruhige Momente im Garten des EKŌ-Tempels. Japaner, die als Geschäftsleute in Deutschland arbeiten, haben sich eine zweite Heimat in Düsseldorf geschaffen. Und die ist sehr attraktiv für alle, die die Kultur des ostasiatischen Landes fasziniert.

Autorin: Simone Hamm

Redaktion: Lioba Werrelmann und Regina Tanne

Japan in Düsseldorf

Japaner, die in Düsseldorf leben und arbeiten, haben sich ein Stück Heimat am Rhein geschaffen. In der Immermannstraße lässt sich zum Beispiel alles kaufen und essen, was Japanisch ist.

Vor einem Bubble-Tee-Geschäft und dem japanischen Manga- und Buchladen stehen Passanten.

Die Immermannstraße in Düsseldorf: Japanische Schriftzeichen über den Ladentüren, Manga-Comics in den Auslagen der Bücherläden, Bubble-Tea-Geschäfte, vor denen sich Schlangen bilden und sehr viele Japaner*innen.

Die Immermannstraße in Düsseldorf: Japanische Schriftzeichen über den Ladentüren, Manga-Comics in den Auslagen der Bücherläden, Bubble-Tea-Geschäfte, vor denen sich Schlangen bilden und sehr viele Japaner*innen.

Julie Takagi ist mit Leib und Seele Buchhändlerin. Sie führt den Laden, den ihre Eltern 1974 gegründet haben, die älteste japanische Buchhandlung Europas. Wer etwa einen Roman von Yoko Ogawa, Kenzaburo Oe oder Haruki Murakami im Original lesen möchte, ist hier richtig.

Manga-Zeichner Hiroaki Ando hilft seinem Vater an der Sushi-Bar. Akio Ando ist nach dem Krieg nach Deutschland gekommen, wurde Bergmann. Heute besitzt der 77-Jährige mehrere Restaurants und steht immer noch jeden Tag hinter der Sushi-Theke.

Motoko Dobashi hatte als leidenschaftliche Teetrinkerin die Idee, im vorderen Raum ihrer Galerie "ANMO" einen Teesalon einzurichten und Tee anzubieten – zum Verkauf und zum Verweilen.

Eingerahmt von Bäumen und Büschen steht der buddhistische Tempel im Japanischen Garten des "EKŌ-Haus der Japanischen Kultur" im Stadtteil Oberkassel.

Zwischen Ahornbäumen und Akazien lässt sich im Steingarten beim Tempel den quakenden Fröschen lauschen – fast so wie in Japan.

Sanftes Licht flutet durch den EKŌ-Tempel. EKŌ bedeutet "Licht der Gnade"; die Farbe Gold gilt als Farbe des Lichts und der Ewigkeit. Entsprechend ist das Innere des Tempels in Gold gehalten.

Unter dem geschwungenen Vordach des Tempels bereitet sich eine Gruppe Musiker auf ein Trommelkonzert vor. Taiko nennt man sowohl die Trommeln als auch die Spielweise.

In dem langen Anbau des Tempels können sich die Düsseldorfer vertraut machen mit der japanischen Kultur, mit Ikebana, Origami, Kalligraphie.

Klein-Tokio in Düsseldorf

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 10.10.2019 21:34 Min. Verfügbar bis 09.10.2020 WDR 5 Von Simone Hamm

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