Trauma Kinderverschickung

Kind sitzt mit angezogenen und umklammerten Beinen auf dem Boden

Trauma Kinderverschickung

Systematische Missstände und auch sexuellen Missbrauch in ehemaligen Kinderkurheimen geben die DAK-Krankenkasse und Franziskanerinnen nach journalistischer Konfrontation erstmals zu und entschuldigen sich bei den Opfern. Der Orden hat inzwischen einen früheren Mitarbeiter angezeigt.

Zwangsernährung, bis hin sein Erbrochenes zu essen, brutale Strafen, teilweise auch sexuelle Übergriffe – das ist vielen der Millionen Menschen passiert, die zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren als Kind zur Kur geschickt wurden.

2016 ist davon noch nichts bekannt. Ausgehend von den Schilderungen ihrer Verwandten, die in den 1960ern auf Kinderkur Schreckliches erlebt haben, beginnt Lena Gilhaus als erste Journalistin eine Spurensuche und findet bald Hunderte Betroffenenberichte im Netz. Sie stellt fest: Das waren keine Einzelfälle. Die Träger sagen damals, über die Heime gebe es keine Daten mehr oder bezeichnen die Betroffenenaussagen als unglaubwürdig, über die Lena Gilhaus 2017 berichtet.

2019 organisieren sich die "Verschickungskinder", wie sie sich heute nennen, und treten mit 1.000 Berichten an die Politik heran. Erst 2020 erkennen die Jugend- und Familienminister ihr Leid an und versprechen Unterstützung bei der Aufarbeitung. Doch die WDR5-Autorin stellt fest: Träger, NRW-Landesregierung und der Bund zeigen weiterhin wenig Eigeninitiative bei der Aufarbeitung.

Autorin: Lena Gilhaus

Redaktion: Gundi Große

Trauma Kinderverschickung

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 08.12.2020 22:24 Min. Verfügbar bis 08.12.2021 WDR 5 Von Lena Gilhaus


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