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Junggesellenabschiede – die neue Tradition

Ein Mann trägt einen rosa Minirock und ein T-Shirt mit der Aufschrift "ICH", während seine Freunde schwarze T-Shirts mit der Aufschrift "ER" tragen.

Junggesellenabschiede – die neue Tradition

Meistens tauchen sie samstags auf, ihr Ziel: Die Großstadt. Junggesellenabschiede gehören längst zum gewohnten Bild. Passanten erkennen sie an den einheitlichen T-Shirts und dem peinlichen Auftreten. Denn das gehört auch dazu.

Ausgestattet mit Schnapsfläschchen, Kondomen und Wunderkerzen ziehen sie durch die Innenstädte. Gefeiert wird brav geschlechtergetrennt. Die Heiratskandidaten dürfen nicht nur, sondern müssen ein letztes Mal über die Stränge schlagen – das gehört zum Ritual.

In der Öffentlichkeit küsst die Braut fremde Männer und der Bräutigam zelebriert allerlei alberne Spielchen. Auch Stripteaseshows sind sehr beliebt – nicht nur bei den Männern. Der Junggesellenabschied ist eine angelsächsische Tradition und hat den hiesigen Polterabend weitgehend verdrängt.

"Die öffentlichen Rituale sind voller Schamgefühl und Peinlichkeit und sollen die eigenen Grenzen lustvoll und ironisch austesten", sagt Kommunikationswissenschaftlerin Juli Döring. Dadurch verlieren Braut und Bräutigam die Angst vor dem ernsten Ja-Wort.

Autor: Ingo Zander

Redaktion: Beate Wolff

Junggesellenabschiede – die neue Tradition

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 18.07.2019 19:52 Min. Verfügbar bis 16.07.2020 WDR 5 Von Ingo Zander

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