Hunger im Lockdown: Corona in Guatemala

Nahrungsmittelausgabe in Guatemala während der Corona-Pandemie: Menschen halten sich nicht an die Abstandsregeln

Hunger im Lockdown: Corona in Guatemala

Viele lateinamerikanische Staaten kopieren die europäische Strategie zur Bekämpfung von COVID-19: Auf keinen Fall sollen die Krankenhäuser überlastet werden. Doch in Guatemala bringt der dazu nötige Lockdown Versorgungsprobleme mit sich.

Zu keinem Zeitpunkt soll es mehr Patient*innen geben, als in den Krankenhäusern behandelt werden können. In Deutschland hat das bisher funktioniert. Doch in Deutschland ist die Zahl der Krankenhausbetten pro Kopf auch sechzehn mal so hoch wie in Guatemala, dem Land mit den wenigsten Krankenhäusern Amerikas. In vielen Regionen Guatemalas gibt es zudem kein einziges Beatmungsgerät. Wenn die Fallzahlen dort deutlich steigen, bekommen die meisten schwerkranken COVID-19-Patienten so oder so keine ausreichende medizinische Betreuung.

Gleichzeitig setzt auch Guatemala auf den strikten Lockdown. Und der führt dazu, dass Menschen verhungern. Es fahren keine Überlandbusse mehr. Kleinbauern können ihre Felder nicht erreichen, Händlern keine Produkte auf die Märkte bringen. Die Folgen sind dramatisch, besonders für die Menschen in den Armenvierteln in der Umgebung von Guatemala-Stadt. Braucht Guatemala, braucht Lateinamerika eine eigene Strategie?

Autor: Andreas Boueke

Redaktion: Moritz Folk

Hunger im Lockdown: Corona in Guatemala

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 03.06.2020 20:04 Min. Verfügbar bis 03.06.2021 WDR 5 Von Andreas Boueke

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