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George Sand, die verspielte Feministin

Portraitfoto George Sand von 1864.

George Sand, die verspielte Feministin

Die Schriftstellerin George Sand war radikale Feministin. Dennoch: auf ihrem Schloss im französischen Nohant empfing sie nicht nur illustre Gäste – sie nähte auch Puppenkleider für die Marionetten ihres Sohnes Maurice.

George Sand, eigentlich Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil und aus adeligem Stande, sprengte alle gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit. Der Einfachheit halber und weil zu der Zeit Frauen in der Öffentlichkeit nichts zu suchen hatten, nannte sie sich George Sand. Als solche schrieb sie wie eine Besessene – 35 Romane, 180 Bände, unzählige Glossen für Zeitschriften, Theaterstücke und mehr als 20.000 Briefe – und wurde berühmt und begehrt und eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. Durch ihre Lebensweise und mit ihren Werken setzte sie sich sowohl für feministische als auch für sozialkritische Ziele ein und gilt heute als erste Frauenrechtlerin von Weltruf.

Doch es gibt auch einen weniger bekannten Aspekt ihres Lebens: In einem Seitentrakt ihres ehemaligen Anwesens in Nohan erinnert heute eine Austellung an ihren Sohn Maurice, einen vielseitigen Menschen, der heute fast vergessen ist. Maurice war Hobby-Biologe, Maler, illustrierte die Bücher seiner Mutter und schuf etwas, das bis heute in Nohant seinen Platz hat. Er entwarf und schnitzte Handpuppen und Marionetten, die er zur Unterhaltung seiner geliebten Mutter und zum Zeitvertreib für die ländliche Nachbarschaft und die stets vorhandene Gästeschar auf die hauseigene Bühne brachte.

Autorin: Ingrid Müller-Münch

Redaktion: Gundi Große

George Sand, die verspielte Feministin

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 08.03.2019 20:15 Min. Verfügbar bis 06.03.2020 WDR 5

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