Demonstranten und Arbeiter der Ford-Werke während des Streiks Ende August 1973.

Der wilde Streik bei Ford 1973

Köln, Spätsommer 1973: Bei Ford stehen die Montagebänder still. Arbeiter aus der Türkei, aus Italien und dem ehemaligen Jugoslawien streiken, halten das Gelände über Tage besetzt. Der wilde Streik erhitzte die Gemüter und wurde zum Wendepunkt. Autorin: Jennifer Stange

Vor ziemlich genau 50 Jahren, 1973, gab es die Ölpreiskrise. Sie wurde begleitet von einer rasanten Inflation, die die Lebenshaltungskosten in die Höhe schnellen ließen. Die sogenannten Gastarbeiter:innen, die ins Land geholt wurden, fürchteten um ihre Jobs, es wurde ihnen nahe gelegt, in ihre Heimat zurückzukehren.

Bei Ford in Köln sollten 300 türkische Arbeiter:innen entlassen werden, weil sie zu spät und ohne ärztliches Attest aus ihrem Sommerurlaub in der Heimat zurückgekehrt waren. Die Entlassungen, aber auch die schlechten Arbeitsbedingungen und die niedrigen Löhne empörten die Gastarbeiter:innen. Sie traten in den Streik. Und zwar auf eigene Faust. Denn Betriebsrat und IG Metall hielten nichts von dem Vorgehen.

Der Streik ging nicht gut aus. Aber für die erste Generation der Vertragsarbeiter:innen war dieser Streik ein großer Schritt im Kampf um gleiche Rechte.

Autorin: Jennifer Stange
Redaktion: Valentina Dobrosavljević 

Der wilde Streik bei Ford 1973

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 27.06.2023 20:30 Min. Verfügbar bis 25.06.2024 WDR 5 Von Jennifer Stange


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