Ein verspiegeltes Gebäude, das komplett begrünt ist.

Floriade – grüne Ideen für Megacitys

Alle zehn Jahre findet in den Niederlanden die Floriade statt. Auf der Weltgartenbauausstellung dreht sich dieses Jahr alles um "Growing Green Cities", damit wir künftig grüner, gesünder und glücklicher leben können.

Growing Green Cities

Die Zukunft der Menschheit liegt in den Städten – davon sind Experten weltweit überzeugt. Und für diese Megacitys müssen Lösungen gefunden werden. Noch bis zum 9. Oktober 2022 können Besucher auf der Floriade sehen, wie vertikale Landwirtschaft inmitten unserer Städte funktioniert. Wie Gemüse ganz ohne Erde wächst und wie aus dem Pilzmyzel Wände und aus Kressesamen Böden entstehen. Klingt verrückt? Ist es aber nicht.

Indoor Farming – die Zukunft?  

Die vertikale Vorzeigefarm auf der Floriade arbeitet vollautomatisch. Große, weiße Kästen sind in einem beweglichen Gerüst übereinandergestapelt; ähnlich wie Schubladen, die mal hier und mal dahin geschoben werden. Die noch jungen Pflänzchen sind in lilafarbenes LED-Licht getaucht. Sie wachsen auf Kunststoffnetzen – Sensoren überwachen das Geschehen und lassen bei Bedarf Wasser und Nährstoffe regnen. Die futuristische Anlage stammt von einem örtlichen Startup – in den USA stehen solche Farmen bereits in New York und versorgen die Stadtbevölkerung.

Zurück zur Natur – Agroforstwirtschaft auf der Floriade

Die Floriade sieht die Zukunft in den Städten, Xavier San Giorgi möchte unser Ökosystem wieder herstellen. Wie das funktionieren soll, demonstriert er auf Utopia Island – einer Insel am äußersten Rand der Floriade. Hier wächst ein "essbarer Wald", der voller Walnussbäume, Beerensträucher und exotistischer Früchte ist. Über 150 verschiedene Obst- und Gemüsesorten gedeihen hier. Neben dem ungewöhnlichen Wald wird "Agroforstwirtschaft" betrieben. Eine Mischung aus Land- und Forstwirtschaft und eigentlich eine Rückbesinnung auf altes Wissen – so waren zum Beispiel frühere Streuobstwiesen bereits auf Mehrfachnutzung angelegt. In der modernen Agroforstwirtschaft werden Land- und Forstwirtschaft allerdings so kombiniert, dass sie größtmögliche ökologische und ökonomische Vorteile bringen.

Zukunftsfähige Gebäude

Nicht nur in Sachen Ernährung zeigt die Floriade Innovationen. Auch im Bereich Wohnen und Leben gibt es wesentliche Denkanstöße: Häuser, die komplett aus recyceltem Plastik gebaut wurden. Gebäude, die mehr Energie erzeugen als verbrauchen und neuartige Baumaterialien, die etwa auf dem Pilzmyzel, Kressesamen oder Hanf basieren.

Floriade – grüne Ideen für Megacitys

Alle zehn Jahre findet in den Niederlanden die Floriade statt. Auf der Weltgartenbauausstellung dreht sich dieses Jahr alles um "Growing Green Cities", damit wir künftig grüner, gesünder und glücklicher leben können.

Ein verspiegeltes Gebäude, das komplett begrünt ist.

Wie wollen wir künftig wohnen? Grüner, gesünder, glücklicher lautet die Antwort der Floriade und zeigt Gebäude, die überraschen und begeistern. Die "Grüne Lunge", so der Spitzname des Gebäudes, produziert mehr Energie als es verbraucht. Es ist ein Außenstandort der Uni von Almere.

Wie wollen wir künftig wohnen? Grüner, gesünder, glücklicher lautet die Antwort der Floriade und zeigt Gebäude, die überraschen und begeistern. Die "Grüne Lunge", so der Spitzname des Gebäudes, produziert mehr Energie als es verbraucht. Es ist ein Außenstandort der Uni von Almere.

Floriade heißt die Weltgartenbauausstellung im holländischen Almere. Die Expo 2022 befasst sich mit dem Thema: "Growing Green Cities" und ist noch bis zum 9. Oktober geöffnet.

Die "grüne Lunge" ist das spektakulärste Gebäude auf dem Gelände – das Pilzhäuschen das skurrilste. Die Außenwände bestehen aus dem Pilzmyzel, das unter der Erde im Verborgenen wächst. Kombiniert mit Hanf oder Flachs entsteht daraus ein robuster Rohstoff, der nach Herstellerauskunft wasserabweisend und feuerdämmend ist.

Dieses Häuschen gibt seinen wahren Charakter selbst bei näherer Betrachtung nicht preis. Dafür müssen Besucher:innen das große Schild lesen oder schauen, was hinter dem Häuschen auf dem Wasser schwimmt: ein großer Plastikhaufen. Ganz so, wie weltweit in unseren Meeren. Aus solchem Plastik ist das kleine Badehäuschen gebaut.

Wie wollen wir uns künftig ernähren? Eine weitere Frage, für die die Floriade vielfältige Antworten bietet. Durch Appelle lassen sich die Menschen nicht vom Fleischkonsum abbringen, aber durch Geschmack. Deshalb haben die Niederländer ihren Gemüseanbau in den letzten Jahrzehnten perfektioniert.

Und wo wird unser Gemüse künftig wachsen? Wenn es nach Maurice Wubben, dem niederländischen Gewächshausmanager geht, wird es in Indoor-Farmen wie dieser gedeihen. Die Anlage stammt von einem örtlichen Startup und arbeitet bereits in New York City.

Dieses winzige Rechteck ist alles, was künftige Pflanzensamen noch brauchen werden.

Der Frage, wie sich die wachsende Weltbevölkerung künftig ernähren wird, treibt auch Xavier San Giorgi um. Seine Antwort unterscheidet sich allerdings fundamental vom Indoor Farming. Ihm geht es um die Wiederherstellung unseres Ökosystems – erreichen möchte er das durch Agroforstwirtschaft.

Xavier San Giorgi hat auf der Floriade ein Ausstellungsgelände geschaffen, das "Utopia Island" heißt. Hier wächst ein essbarer Wald. Der Unterschied zu normalen Wäldern erschließt sich erst auf den zweiten Blick – aber dann wird klar, dass im essbaren Wald lauter Nahrungsmittel wachsen, wie Walnussbäume, Beerensträucher und – angesichts der Klimakrise – auch Kiwis.

Die Agroforstwirtschaft gilt als Agrarrevolution, ist aber eigentlich nur eine Rückbesinnung auf altes Wissen – so waren etwa frühere Streuobstwiesen bereits auf eine Mehrfachnutzung angelegt. In der modernen Agroforstwirtschaft werden Land- und Forstwirtschaft allerdings so kombiniert, dass sie größtmögliche ökologische und ökonomische Vorteile bringen.

Floriade – grüne Ideen für Megacitys

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 27.06.2022 22:18 Min. Verfügbar bis 24.06.2023 WDR 5 Von Antje Zimmermann


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Autorin: Antje Zimmermann

Redaktion: Chris Hulin