Dietrich Bonhoeffer

Schwarzweiß-Porträt von Dietrich Bonhoeffer mit Nickelbrille aus dem Jahr 1939.

Dietrich Bonhoeffer

Sein geistiges Erbe scheint nach dem gefühlt inflationär formulierten "Nie wieder" und "Aus der Geschichte lernen" dazu geeignet, das Land zu wappnen für zivilcouragierte Auseinandersetzung mit Gegnern der Demokratie.

Ein Zitat des Theologen und Widerstandskämpfers gegen Hitler, Dietrich Bonhoeffer, dessen Hinrichtung im KZ Flossenbürg wegen seiner Beteiligung am Putschversuch des 20. Juli 1944 sich am 9. April zum 75. Mal jährt:

"Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch mit Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden, ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen."

Autor: Uwe Schulz

Redaktion: Regina Tanne

"Der Heilige von nebenan": Dietrich Bonhoeffer

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 09.04.2020 18:40 Min. Verfügbar bis 08.04.2021 WDR 5 Von Uwe Schulz

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