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Es ist nicht alles gut, was glänzt

KiRAKa, Blitzmerker, Zahnspangen

Es ist nicht alles gut, was glänzt

Zahnspangen sind für deutsche Kinder und Jugendliche fast ein Muss. Die objektive Qualität kieferorthopädischer Behandlungen sei jedoch kaum erforscht, kritisieren Kieferorthopäde Alexander Spassov und Gesundheitssoziologe Bernard Braun.

In der Kieferorthopädie herrsche Diagnose- und Therapiewillkür, monieren Alexander Spassov, Kieferorthopäde aus Greifswald und der Bremer Gesundheitssoziologe Bernard Braun. Sie haben durch eigene Studien bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen zahlreiche Missstände festgestellt: unnötige Röntgenuntersuchungen, eine im europäischen Vergleich lange Behandlungsdauer und eine Behandlung mit losen Spangen, wo doch in den meisten Fällen die Behandlung mit einer festsitzenden Apparatur zweckmäßiger und wirtschaftlicher wären.

Die Ausgaben für kieferorthopädische Behandlungen haben sich zwischen 2008 und 2016 ungefähr auf 1,1 Milliarden Euro verdoppelt. Lange Zeit wurden die Studien der beiden von den Fachverbänden der Kieferorthopäden als wissenschaftlich nicht relevant abgetan und von der Politik ignoriert. Der Bundesrechnungshof und der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags haben jetzt unter anderem die Kritik von Braun und Spassov zum Anlass genommen, Gesundheitsminister Jens Spahn aufzufordern, für mehr Transparenz in der Praxis der Kieferorthopädie zu sorgen. Wird das die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Zahnspangen in Zukunft verändern?

Autor: Ingo Zander

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Es ist nicht alles gut, was glänzt

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 13.02.2020 18:39 Min. Verfügbar bis 11.02.2021 WDR 5 Von Ingo Zander

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