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DDR Plattenbau - Klischee und Wirklichkeit

DDR, Plattenbau

DDR Plattenbau - Klischee und Wirklichkeit

Die Idee, dass der DDR Plattenbau gescheitert sei wie das politische System, hält sich im Westen. Doch seine gesellschaftspolitische Bedeutung hat sich gewandelt. Plattenbau könnte sogar aktuelle Probleme des Wohnungsmarkts lösen.

Plattenbau gilt als hässlich und trist. In der Bundesrepublik zumindest blickten viele Menschen geringschätzig auf die "Arbeiterschließfächer". Auch heute noch wird Plattenbau im Westen oft mit grauen, monströsen Beton-Siedlungen und sozialen Brennpunkten assoziiert. Bei den Menschen, die im Plattenbau aufgewachsen sind, weckt er allerdings positive Erinnerungen. Die Wohnungen waren modern, hatten eigene Toiletten, Fernwärme und Müllschlucker. Übrigens sprachen die Bewohner in der ehemaligen DDR, nicht von Plattenbau, sondern von "Neubau". Der Begriff "Platte" gilt als Schimpfwort.

Heute erlebt Plattenbau in manchen Vierteln im Osten Berlins einen Aufschwung. Die Bauten werden saniert, die Mieten bleiben aber trotzdem relativ günstig. Wer heute in eine Plattenbauwohnung zieht, sucht aber meist nicht nur irgendeine günstige Wohnung, sondern die Möglichkeit, sich individuell auszudrücken. Mit entsprechender Genehmigung lassen sich sogar Grundrisse verändern. Vielleicht könnte Plattenbau heute sogar Lösungsansätze für die aktuellen Probleme des Wohnungsmarkts liefern: Schnelles und günstiges Bauen von attraktiven Wohnungen.

Autor: Judith Koch

Redaktion: Beate Wolff

DDR Plattenbau – Klischee und Wirklichkeit

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 26.11.2020 20:45 Min. Verfügbar bis 25.11.2021 WDR 5 Von Judith Koch


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