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Projektionen - Das Eigene im Anderen

Eine junge Frau spricht am mit ihrem Psychiater.

Projektionen - Das Eigene im Anderen

Ständig kommt es in menschlichen Beziehungen zu Projektionen. Was man nicht haben will oder ertragen kann, schreibt man dem Gegenüber zu. Negative Gefühle wie Neid haben dann nichts mit mir zu tun, sondern werden auf andere übertragen.

"Projektion ist der Versuch etwas, was ich nicht haben möchte, jemand anderem zu geben", erklärt Psychoanalytiker Tobias von Geiso. Die Idee, dass unliebsame Gefühle und Gedanken auf andere Personen übertragen werden, hängt eng mit Sigmund Freuds Strukturmodell der Psyche zusammen. Demnach ringen im Inneren der Menschen unentwegt drei Instanzen miteinander: Es, Ich und Über-Ich. Ängste behindern das Ausleben von Wünschen, die Vernunft bändigt die Triebe und Ungewünschtes wird abgewehrt.

Die Projektion ist eine Möglichkeit der Abwehr negativer Gefühle. Laut der Psychoanalytikerin Anna Freud ist die Projektion einer von verschiedenen Abwehrmechanismen, mit negativen Gefühlen umzugehen, wie auch Verdrängung oder Regression. Das Leben ist kaum ertragbar, wenn wir alle Probleme bei uns selbst suchen.

Zu beobachten ist der Abwehrmechanismus der Projektion schon bei Kleinkindern, die Missgeschicke anderen zuschreiben, etwas dem Teddy oder dem Stein, über den man gerade stolpert. Projektionen – in der Fachsprache Übertragungen - müssen entschlüsselt werden argumentieren auch heute Psycholog*innen.

Autorin: Justina Schreiber

Redaktion: Jessica Eisermann

Projektionen - Das Eigene im Anderen

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 26.06.2019 21:15 Min. Verfügbar bis 24.06.2020 WDR 5 Von Justina Schreiber

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