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Covid-19 und keine Hand, die hält

Foto zweier Hände, Michelangelos "Erschaffung Adams" nachempfunden

Covid-19 und keine Hand, die hält

Satiyes Mutter stirbt an Covid-19 während der strengen Kontaktbeschränkungen im März 2020. Satiye darf ihre Mutter nicht besuchen, niemand ist da, um sie zu halten als sie stirbt – eine Geschichte über Verlust der Nähe und isolierte Trauer.

Um die Wucht des Sterbens zu ertragen, sollte in der Trauer niemand allein sein müssen. Doch in den ersten Wochen des Frühjahrs blieben nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie viele Angehörige vollkommen allein in ihrer Trauer, so wie die Sterbenden selbst.

Kuzluk Köyü

Kuzluk Köyü in den Bergen an der türkischen Schwarzmeerküste. Hier hat Ümmiye ihre Jugend und später die Sommer verbracht hat und wurde am 6. April 2020 bestattet.

Um zu verhindern, dass sich das Virus ausbreitet, schien die Welt im März 2020 zunächst wie auf Eis gelegt: Als Satiyes 81-jährige Mutter Ümmiye an Covid-19 erkrankt, muss Satiye in Bonn bleiben, ihre Familie 400 Kilometer entfernt in Mittelfranken. Telefonieren, Nachrichten schreiben, Video-Anrufe, das sind die einzigen Möglichkeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und mit der Mutter Kontakt zu halten. Auch als die Mutter im Krankenhaus nach wenigen Wochen stirbt, kann niemand ihre Hand halten. Doch die Familie versucht, ihren letzten Wunsch zu erfüllen und sie in ihrem Heimatdorf an der türkischen Schwarzmeerküste zu bestatten.

Autorin: Elif Şenel

Redaktion: Jessica Eisermann

Covid-19 und keine Hand, die hält

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 09.10.2020 23:15 Min. Verfügbar bis 08.10.2021 WDR 5 Von Elif Şenel


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