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Auf Augenhöhe oder von oben herab?

Streitendes Paar beschuldigt sich gegenseitig

Auf Augenhöhe oder von oben herab?

Was bedeutet eigentlich, "auf Augenhöhe"? In Konflikten, in der Politik oder in der Schule hört man diesen Ausdruck häufig. Aber was ist, wenn nicht "auf Augenhöhe" kommuniziert wird und warum wird das so häufig beschworen?

Augenhöhe hat viele Perspektiven. Zuweilen ist es schwer auszumachen wann sie gegeben ist – oder eben nicht. Laut Duden bedeutet "auf gleicher Augenhöhe" sein: "gleichberechtigt, gleichwertig verhandeln, diskutieren, verkehren." Augenhöhe ist ein Indiz dafür, wie sehr jemand mit sich selbst im Reinen ist. Nur dann nämlich gelingt es, dem Gegenüber auf gleicher Ebene zu begegnen.

Eine besondere Form der Kommunikation 'von oben herab' ist "mansplaining", wenn ein Mann ("man") durch Erklärungen ("explaining") ein Machtgefälle in die Kommunikation zwischen ihm und einer Frau bringt. 2008 schilderte die US-Autorin Rebecca Solnit, wie ein Mann sie auf einer Party unterbricht, weil er ihr den Inhalt eines Buchs erklären will. Er selbst kennt das Buch nur aus Rezensionen. Rebecca Solnit ist aber selbst die Autorin des Buchs, mit dem freundlichen Hinweis darauf verschafft sie sich aber wenig Gehör. Es geht um Machtverhältnisse im Kleinen, die im Alltag oft eine große Rolle spielen, weil sie subtil Hierarchien aufbauen, die Wirkung zeigen. Und darüber, wie wir Augenhöhe herstellen können, um in gutem, gleichwertigen Kontakt miteinander zu sein.

Autorin: Andi Ueding

Redaktion: Jessica Eisermann

Auf Augenhöhe oder von oben herab?

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 04.12.2019 20:55 Min. Verfügbar bis 02.12.2020 WDR 5 Von Andi Ueding

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