Kampf um das Recht auf Abtreibung

Demonstranten protestieren gegen die in einigen US-Bundesstaaten eingeführten Abtreibungsgesetze.

Kampf um das Recht auf Abtreibung

Selbst vergewaltigte Frauen dürfen in Alabama einem neuen Gesetz zufolge nicht mehr abtreiben. Seitdem wird in den USA wieder heftig über das Recht auf Abtreibung gestritten, das dort laut Oberstem Gerichtshof seit 45 Jahren besteht - und nun zu kippen droht.

Die Abtreibungsklinik in Montgomery, Alabama, ist von der Straße nicht einsehbar. Eine Plastikplane versperrt die Sicht auf die Frauen, die hier am "Procedure Day" müde und erschöpft aus den Türen kommen. Freiwillige versuchen, sie mit aufgespannten Schirmen im wahrsten Sinne des Wortes abzuschirmen. Auf dem Weg zum Auto rufen ihnen religiöse Abtreibungsgegner, die vor der Tür demonstrieren, noch zu, dass sie Mörderinnen seien.

Hier prallen zwei Welten aufeinander. In Alabama wurde vor wenigen Wochen das schärfste Abtreibungsgesetz der USA verabschiedet. Auch bei Vergewaltigung und Inzest sollen Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr zulässig sein. Das Ziel dieses Gesetzes: vor dem Supreme Court landen und so die Grundsatzentscheidung von vor mehr als 40 Jahren zu Abtreibungen in den USA kippen. In Alabama herrscht Krieg, Krieg um das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch – und viele andere Bundesstaaten haben ihre Abtreibungsgesetze in diesem Jahr verschärft.

Autorin: Martina Buttler

Redaktion: Gundi Große / Valentina Dobrosavljevic

Kampf um das Recht auf Abtreibung

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 10.09.2019 21:31 Min. Verfügbar bis 08.09.2020 WDR 5 Von Martina Buttler

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Stand: 09.09.2019, 14:48