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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
"Termineintrag "Abo kuendigen " in einem Terminkalender

Die Abo-isierung der Gesellschaft

Befeuert durch die Digitalisierung kehren Abonnements zurück. Von Streaming-Diensten über Windel-Abos bis zu Bio-Gemüsekisten und Überraschungs-Kochboxen – wir treffen auf Abos in jedem Lebensbereich. Und es werden immer mehr.

Früher wollten die Menschen Dinge als Eigentum besitzen. Seit die Abo-Wirtschaft oder sogenannte "subscription economy" und "sharing economy" auf dem Vormarsch sind, hat sich das geändert. Statt einer großen, teuren Anschaffung genügt vielen heute temporärer Besitz, also Konsum in Häppchen-Form. Zugriff, Access, Nutzung und Flexibilität heißen die neuen Zauberwörter. "Abos sind bequem, das heißt man spart sich die Komplexität des immer wieder neu Aussuchens", meint die Wirtschaftswissenschaftlerin Hanna Schramm-Klein von der Universität Siegen, denn "Konsumentscheidungen sind Arbeit".

Allerdings bezahlen wir die neue Bequemlichkeit nicht nur mit Geld, sondern auch mit unseren Daten. Je nach Abo kennen die Anbieter unseren Musik- oder Filmgeschmack, unsere Kleidergröße, Lieblingsfarbe, kulinarischen Vorlieben, und wissen bei Partnerbörsen sogar, wie die Traumfrau oder der Traummann aussehen soll. Was bedeutet das für unser Leben und kulturelle Vielfalt, wenn Unternehmen bestimmen, was wir konsumieren, was wir sehen, was wir hören?

Autor: Christian Geuenich

Redaktion: Valentina Dobrosavljević

Die Abo-isierung der Gesellschaft

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 05.08.2022 20:47 Min. Verfügbar bis 04.08.2023 WDR 5 Von Christian Geuenich


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