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Juristische Aufarbeitung des Kosovokriegs

UCK-Kämpfer in Uniform

Juristische Aufarbeitung des Kosovokriegs

Ein Sondergericht in Den Haag untersucht Verbrechen gegen die Menschlichkeit zwischen 1998 und 2000. Im Focus stehen Serben – aber auch Angehörige der kosovarischen Befreiungsarmee UCK. Das sorgt für Unruhe im Kosovo.

Seit 2015 untersucht das internationale Kosovotribunal in Den Haag Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Zeit vor, während und nach dem NATO-geführten Kosovokrieg. Etwa: standrechtliche Erschießungen, Entführungen, Morde an politischen Gegnern, Folter, Drogen- und Organhandel sowie die Tötung von Zivilisten. Vor allem Serben, aber auch kosovoalbanische Zivilisten, die im Verdacht gestanden haben sollen, mit Serben kollaboriert zu haben. Nach fünf langen Jahren liegen nun die ersten Anklagen bei einem Richter, der bis spätestens Ende August darüber entscheiden muss.

Die mutmaßlichen Verbrechen geschahen auch, nachdem serbische Miliz, Polizei und Paramilitärs im Juni 1999 aus dem Kosovo abziehen mussten. Im Focus des Gerichts könnten deshalb auch die damaligen Verbündeten des Westens stehen: die sogenannte Kosovobefreiungsarmee UCK. Viele ihrer ehemals ranghohen Kommandeure gingen in die Politik und werden mit Verbrechen in Verbindung gebracht. Die UCK dominiert die öffentliche Debatte über das Gericht im Kosovo und viele Menschen sind der Meinung, es sei ein "Gericht gegen die Albaner". Das Gericht schickt deswegen Vorort-Teams durchs Land, um das Mandat zu erklären. Andrea Beer hat eines der Teams begleitet und sich in Gesprächen mit Studenten, Nichtregierungsorganisationen und UCK-Veteranen ein Bild gemacht. 

Autorin: Andrea Beer

Redaktion: Julia Lührs

Aufarbeitung des Kosovokrieges

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 20.05.2020 19:01 Min. Verfügbar bis 19.05.2021 WDR 5 Von Andrea Beer

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