Antisemitismus an Schulen

Archivbild: Ein Junge setzt sich  eine Kippa auf.

Antisemitismus an Schulen

Beleidigungen, Mobbing, zum Teil von Lehrkräften geduldet: Antisemitismus ist für jüdische Schüler*innen Realität – aber ein großes Tabu. Viele Schulleitungen fürchten einen Imageschaden, wenn sie antisemitische Vorfälle zugeben. Doch zwei Schulen gewähren einen Einblick.

Schon in ihrer Kindheit machen Jüdinnen und Juden die Erfahrung, dass das Leben für sie weniger sicher ist als für nichtjüdische Deutsche. Auch in Schulen kommt es immer wieder zu antisemitischen Vorfällen, teilweise zu anhaltendem antisemitischen Mobbing, auch unter Duldung von Lehrkräften. Auf vielen Schulhöfen in Deutschland zählt "Du Jude" zu den gängigen Beleidigungen.

Zwar wird Antisemitismus in Deutschland von gesellschaftlichen Autoritäten und allen demokratischen Parteien öffentlich gebrandmarkt und immer wieder erklärt, er müsse entschieden bekämpft werden – an Schulen aber wird er tabuisiert. Selten geben Schulleitungen öffentlich zu, dass auch an ihrer Schule Antisemitismus zum Alltag gehört – manchmal, weil Lehrkräfte und Leitung ihn selbst nicht wahrnehmen, oft aber auch, weil sie vermeiden wollen, negativ ins Rampenlicht zu rücken.

Jüdische Schüler*innen und Eltern wiederum befürchten, erst recht zu Opfern von antisemitischen Ressentiments zu werden, wenn sie in der Öffentlichkeit über ihre Erfahrungen berichten. Ingo Zander hat nach langem Bemühen mit jüdischen Schüler*innen sprechen können – und zwei Schulen gefunden, die ihre Pforten für seine Fragen öffneten.

Autor: Ingo Zander

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Antisemitismus an Schulen

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 20.02.2021 20:08 Min. Verfügbar bis 19.02.2022 WDR 5 Von Ingo Zander


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