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Kloster in Krisenzeiten

Kloster in Krisenzeiten

Auch an den Klöstern in NRW geht die Pandemie nicht spurlos vorüber. Antje Zimmermann ist in die Abtei Varensell der Benediktinerinnen in Rietberg gereist und hat Ordensfrauen getroffen, die auf ihre Weise die Krise meistern.

Die 1902 gegründete Abtei Varensell liegt in Rietberg, im Kreis Gütersloh – nur rund zehn Kilometer von der Fleischfabrik Tönnies entfernt. Die Schwestern beschäftigen sich schon lange mit der Situation der dortigen Werkarbeiter.

Schwester Felicitas ist Bibliothekarin und arbeitet in der kleinen Kunstbuchhandlung des Klosters. Insgesamt leben heute noch 32 Nonnen im Kloster.

Schwester Lydia und Schwester Johanna sind im Kloster für die Gästebetreuung zuständig. Mit 53 Jahren ist Schwester Lydia (links im Bild) die Jüngste in der Gemeinschaft. Die 62-Jährige Schwester Johanna ist die Priorin der Abtei.

Überall auf der Anlage finden sich Springbrunnen – seit dem Altertum sind sie ein beliebtes dekoratives Element in Klöstern. Sie haben im Christentum zudem eine symbolische Bedeutung als Lebensbrunnen.

Auch verschiedene Statuen des Heiligen Benedikts schmücken die Gärten des Klosters. Die zum Teil sehr modernen Interpretationen wurden den Nonnen geschenkt.

Das kleine Gästehaus des Klosters verfügt über insgesamt 28 Zimmer. Es war von der Krise stark betroffen und konnte nach den zweiten Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Kreis Gütersloh erst am 9. Juli wieder öffnen.

Viele Gäste, die ins Kloster kommen, befinden sich in einer schwierigen Lebensphase und suchen Rat und Unterstützung bei den Schwestern. Es gibt aber auch ein breites Kursangebot: darunter Yoga, meditatives Bogenschießen und spezielle Schweigewochen.

Wer zu Gast im Kloster weilt, kann an sämtlichen Stundengebeten teilnehmen, von früh morgens bis spät abends. Mehrmals am Tag singen die Schwestern lateinischen Choral. Gesang spielt für die Benediktinerinnen eine große Rolle.

Auch während der allmorgendlichen Messe sind die geschulten Stimmen der Benediktinerinnen zu hören. "Wer singt, betet doppelt" – so lautet die Überzeugung der Ordensfrauen. 

Zur Abtei Varensell gehören vier Hektar Land. Früher hat das Kloster Landwirtschaft betrieben, doch aufgrund der Altersstruktur mussten sie sich von vielen Arbeitsbereichen trennen. Einen Teil der Fläche haben die Nonnen an einen Bio-Bauernhof verpachtet.

Noch heute gibt es im Klostergarten einen kleinen Hühnerstall. In ihm leben genauso viele Legehennen wie Ordensschwestern. So erhält jede Nonne täglich ein frisches Bio-Ei.

Jede der Schwestern hat eine Vielzahl von Aufgaben. So ist Schwester Teresa für die Sprinkleranlagen im Garten zuständig. Um schnell von einem Ort zum anderen zu kommen, nutzt sie regelmäßig das Fahrrad.

Stand: 02.09.2020, 09:25 Uhr