Vision der sozialen Stadt

Stadtquartier Park am Gleisdreieck in Berlin # Kinder spielen und skaten im Park am Gleisdreieck in Berlin-Kreuzberg,

Vision der sozialen Stadt

Spielstraßen, Verkehrsberuhigung, Kauf von Mietshäusern, Unterstützung von Bürgerinitiativen: Ein Berliner Baustadtrat will die Stadt nicht der Immobilien-Lobby und Investoren überlassen, sondern selbst gestalten und ein soziales Miteinander schaffen. Mit großem Zuspruch der Bevölkerung.  

"Wir sind hier das gallische Dorf", sagt Florian Schmidt. Der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ist der Schrecken der Immobilien-Lobby. Und deutschlandweit bekannt. Wo immer es geht, kauft er im Namen des Bezirks Mietshäuser auf, nutzt das sogenannte Vorkaufsrecht. Diese kommunale Möglichkeit gibt es seit dreißig Jahren, doch sie wurde kaum genutzt. Unter Schmidts Amtsführung hat der Bezirk bereits dreißig Häuser erstanden.

Die Unterstützung eines Genossenschaftsprojektes kostete Schmidt vor einiger Zeit fast das Amt. Der Vorwurf: Er sollte Akten zurückgehalten haben. Schmidt entschuldigte sich, umgehend erklärten sich Mietervereine und Kiezinitiativen solidarisch. Wie kein anderer Politiker setzt er bei seiner Arbeit auf die Unterstützung und Vernetzung von Bürgerinitiativen. "Wir holen uns die Stadt zurück" heißt sein Buch, dessen Veröffentlichung sich coronabedingt verschiebt. Der programmatische Titel weckt in der linken Szene viele Hoffnungen – stehen doch gerade in Kreuzberg Milliardeninvestitionen an: Amazon baut ein Hochhaus an der Spree. Und für den Umbau des traditionellen Karstadt-Gebäudes will ein österreichischer Investor mehr als 400 Millionen investieren. 

Autor: Erni von Aster

Redaktion: Chris Hulin

Vision der sozialen Stadt

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 06.07.2020 19:48 Min. Verfügbar bis 03.07.2021 WDR 5 Von Erni von Aster

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