Delir – eine verharmloste Erkrankung

Verwackelte Aufnahme eines Krankenhauskorridors, die Lichtquellen und -reflexionen sind verschwommen

Delir – eine verharmloste Erkrankung

Verwirrung, Unruhe, Wahnvorstellungen: Beim sogenannten postoperative Delir spielt das Gehirn verrückt. Viele Ärzte verharmlosen, doch für Betroffene ist dieser Zustand ein Alptraum. Und die Angehörigen sind geschockt.

Das sogenannte postoperative Delir - umgangssprachlich auch Delirium genannt – ist eine akute Funktionsstörung des Gehirns, ausgelöst durch eine lange Narkose, die oft mit künstlicher Beatmung verbunden ist. Patienten können nach dem Aufwachen plötzlich nicht mehr unterscheiden, was ist Wahn, was ist Realität. Sie sehen furchterregende Monster, riesige Tiere oder Schlangen, die durch das Zimmer kriechen.

Besonders betroffen von solchen kognitiven Verwirrungen nach Operationen sind junge Kinder und ältere Menschen. Dieser angsteinflößende Zustand wird trotzdem von einigen Medizinern gerne lapidar als Durchgangssyndrom verharmlost: Weil das Delir häufig als vorübergehendes Problem abgetan wird, werden die Angehörigen oft nicht darauf vorbereitet, dass der Operierte nach der Narkose in einem furchterregenden Zustand sein könnte.

Autorin: Maicke Mackerodt
Redaktion: Julia Lührs

Delir – eine verharmloste Erkrankung

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 19.11.2019 22:19 Min. Verfügbar bis 17.11.2020 WDR 5 Von Maicke Mackerodt

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Stand: 18.11.2019, 10:11