Black Mambas - Frauenpower gegen Wilderer

Black Mambas - Frauenpower gegen Wilderer

Im Greater Kruger National Park sterben viele Tiere durch Wilderer. Die Jäger haben vor allem Nashörner im Visier. Die meisten Schutzprogramme greifen zu wenig. Deshalb setzt Chefwildhüter Craig Spencer auf eine neue Strategie. Er schickt Frauen auf Patrouille – mit Erfolg.

Black-Mamba-Rangerinnen im offenen Landrover unterwegs im Balule Nature Reserve - WDR/Conny Frühauf

6 Uhr morgens, Frühpatrouille im Balule Nature Reserve. Das Reservat westlich des Krüger National Parks ist Schutzgebiet für Nashörner. Hier in Südafrika lebt die weltweit größte Rhino-Population. Die Rangerinnen gehören zur Anti-Wilderer-Einheit Black Mambas.  

6 Uhr morgens, Frühpatrouille im Balule Nature Reserve. Das Reservat westlich des Krüger National Parks ist Schutzgebiet für Nashörner. Hier in Südafrika lebt die weltweit größte Rhino-Population. Die Rangerinnen gehören zur Anti-Wilderer-Einheit Black Mambas.  

Das Besondere an den Black Mambas ist: Bis auf zwei Ausnahmen besteht die Truppe aus Frauen. Sie stammen aus den umliegenden Dörfern. Regelmäßig suchen sie den Zaun nach Schlupflöchern ab, sammeln Wildfallen ein, melden verdächtige Spuren oder Wilderercamps.

Goodness Mhlanga und Mirren Mathebula haben gelernt, ihre Angst vor wilden Tieren zu überwinden. 10 Wochen lang haben sie trainiert, um sich vorzubereiten. Der Respekt vor der Wildnis bleibt: "Meine Familie ist sehr stolz auf mich. Sie sind froh, dass ich etwas zu Essen auf den Tisch bringe", sagt Goodness. 

Die Black-Mamba-Rangerinnen sichern ihren Familien ein Einkommen. Und sie zeigen, dass man mit Wildschutz besser Geld verdienen kann als mit Raub. "Die Wilderer, die hier herkommen, sind unsere arbeitslosen Brüder und Schwestern aus unseren Dörfern. Sie haben es vor allem auf die Nashörner abgesehen."

Fast könnte man meinen, die jungen Frauen machen hier einen normalen Job: Sie unterhalten sich angeregt, lachen. Der Landrover tuckert durch dichtes trockenes Gestrüpp. Hinter einer Kurve bremst Zenzele plötzlich ab.

Links weiden Kaffernbüffel. Sie gehören zu den Big Five. Ihre Hörner sehen aus wie uriger Kopfschmuck, doch Büffel sind nie zum Spaßen aufgelegt. Neugierig richten sie ihre Blicke auf den Wagen, die dunklen Schnauzen zittern. Zenzele wartet kurz ab, dann gibt sie vorsichtig Gas.

Zurück in der Einsatzzentrale. Chefwildhüter Craig Spencer zeigt auf die Einbuchtungen über einem Nashornkieferknochen: Spuren einer Machete, mit der Wilderer das Horn brutal abgeschlagen haben. Es war seine Idee, reine Frauentruppen im Kampf gegen die Wilderei einzusetzen.

Statt Männer mit Gewehren loszuschicken, setzt Craig Spencer auf Abschreckung durch sichtbare Fußpatrouillen und ein erweitertes Wildschutzkonzept: "Wir müssen die Dorfgemeinschaften einbeziehen, Vorbilder schaffen. Frauen können viel dazu beitragen, die Moral in den Dörfern zu verbessern."

Mittlerweile lehren die Black Mambas beim Bush-Baby-Programm an elf benachbarten  Grundschulen, warum der Schutz der wilden Tiere genauso bedeutsam für die Stammesvölker ist wie der ihrer Ziegen und Kühe. Craig Spencer setzt sich auch für verbesserte Lebensbedingungen der Menschen in den angrenzenden Dörfern ein.

Lisa Trueman wertet mithilfe eines Monitoring-Programms Unmengen von Daten aus, um Nashorn-Spuren zu tracken und ihre Routen vorhersagen zu können. Die Angaben sind wichtig für den gezielten Einsatz der Black-Mamba-Rangerinnen.

Zeit für die Mittagspatrouille. Einsatzleiter Frikkie Brits füllt Kühlwasser nach: "Wenn sie losfahren, muss ich sicher sein können, dass sie alles haben, was sie brauchen. Ich checke die Wagen immer vorher nochmal durch, um sicher zu sein, dass alles ok ist und sie genug Benzin im Tank haben."

Stand: 17.08.2018, 14:18 Uhr