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Huhuteni – Schamanen-Clan am Amazonas

Huhuteni – Schamanen-Clan am Amazonas

Im tiefsten Amazonasgebiet, an der kolumbianisch-brasilianischen Grenze, trotzt der Schamanen-Clan der Huhuteni der fortschreitenden Zerstörung des Regenwaldes. Der Journalist Thomas Fischermann hat die Huhuteni besucht und ihre Traditionen und Rituale dokumentiert. Der italienische Fotograf Giorgio Palmera hat ihre verzauberte Welt in Bildern festgehalten.

Fels mit einer Darstellung des Gottes Kuwai an den Fällen von Hipana

Dieses Felsrelief an den Wasserfällen von Hipana zeigt den Naturgott Kuwai. Die Herkunft solcher Petroglyphen gibt Archäologen bis heute Rätsel auf, aber etliche sind offenbar Jahrtausende alt. Bei den Schamanenkulturen im nordwestlichen Amazonasgebiet gelten sie als Wegweiser der Götter für ihre Traumreisen.

Dieses Felsrelief an den Wasserfällen von Hipana zeigt den Naturgott Kuwai. Die Herkunft solcher Petroglyphen gibt Archäologen bis heute Rätsel auf, aber etliche sind offenbar Jahrtausende alt. Bei den Schamanenkulturen im nordwestlichen Amazonasgebiet gelten sie als Wegweiser der Götter für ihre Traumreisen.

In der Kleinstadt São Gabriel da Cachoeira liegt am Rand des riesigen Indianerreservats im Nordwesten des Amazonasgebiets, sie ist der letzte Vorposten der westlichen Zivilisation vor dem Wald.

Eine Familie beim Bad im Ayari-Fluss. Das Leben vieler indigener Völker im Amazonasgebiet ist mit den Flüssen eng verbunden. 

Die Psychodroge der Huhuteni-Schamanen heißt Pariká und enthält den Wirkstoff DMT – die wohl stärkste Psychodroge der Welt. Ihre Zubereitung ist ein langwieriger Prozess von anderthalb Tagen, das Rezept dafür wird im "Sohn des Schamanen"-Buch beschrieben.

Die Maraca-Rassel repräsentiert die Seele des Schamanen. Und den kleinen Steinchen in der Rassel wird jeweils ein eigenes Leben zugeschrieben. Deshalb sind in die Hülle auch kleine Löcher gebohrt, damit die Steine rausschauen können.

Der Schamanenlehrling João beendet hier eine Reise in die "Andere Welt". Die Effekte der Psychodroge Pariká können durch das Qualmen schwerer Tabakzigarren beendet werden.

Beim Bier- und Tanzfest in Hipana erscheinen die jungen Frauen und Männer aufwändig bemalt und geschmückt. Die Tanzrituale sind von der Tradition genau vorgeschrieben, und auch die Flötenmelodien dürfen von Menschen nicht verändert werden: Nach Ansicht der Huhuteni wurde beides von den Göttern im Augenblick der Schöpfung festgelegt.

Das Schamanenhaus in Hipana ist nach der alten Art gebaut. Es ist mit den magischen Symbolen bemalt, die sich in den jahrhunderte- und jahrtausendealten Felsreliefen ringsherum finden.

Der letzte Jaguarschamane der Huhuteni, Manuel da Silva, wurde 100 Jahre alt und ist vor kurzem gestorben. Er fällt hier bei einer Heilbehandlung in Trance, um in die Andere Welt zu reisen und Hilfe der Götter zu erbitten.

Alberto de la Silva, mit indigenem Namen Dzuliferi Huhuteni, ging bei seinem Vater Manuel da Silva in die Lehre. Jetzt will er selbst ein großer Heiler und Seelenkrieger werden. Und er möchte Häuptling werden. Mit Thomas Fischermann gemeinsam hat er das Buch "Der Sohn des Schamanen" geschrieben, in dem er sein Leben erzählt und die schamanische Tradition seiner Familie beschreibt.

Stand: 26.11.2021, 17:09 Uhr