Pilzesammeln – Leidenschaft, Gefahren und Alternativen

Pilzesammeln ist wieder in. Zu nachtschlafender Zeit streifen Hausmänner, Hobbyköchinnen und Hipster durch dunkle Wälder und hoffen auf reiche Beute ohne giftige Überraschungen. Antje Zimmermann hat sie begleitet – und sich eine Alternative angeschaut: die Pilzfarm.

Pilzexkursion im Dünnwald. Bei den ökologischen Pilzwanderungen von Reinhard Wegner geht es darum, Arten sicher zu bestimmen. Speisepilze sind dabei nur ein Teilaspekt.

Bei ausgewachsenen Pilzen – wie bei dieser delikaten Krausen Glucke – ist die Verwechslungsgefahr geringer. Doch junge Exemplare der Krausen Glucke können giftigen Korallenpilzen stark ähneln. Deshalb zeigt der Experte beide im direkten Vergleich.

Reinhard Wegner ist promovierter Biologe und als Pilzsachverständiger bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie gelistet. Er ist seit Kindheitstagen von Pilzen fasziniert.

Wer nur auf Speisepilze aus ist, verkennt die Faszination, die von den eigenwilligen Lebewesen ausgeht. Experten gehen von weltweit vier Millionen Arten aus. 90 Prozent davon sind noch weitgehend unerforscht. Für Deutschland sind rund 9.000 Arten dokumentiert – allerdings kommen stetig neue dazu. Nicht zuletzt durch den Klimawandel.

Dieser Erdstern ist wunderschön anzusehen, aber auch giftig.

Es sieht etwas schleimig und wenig einladend aus – tatsächlich ist das sogenannte Hexenei der Stinkmorchel eine Delikatesse, die als kleine Kostprobe sogar roh gegessen werden kann.

Auch Speisepilze, die eindeutig identifiziert werden wie dieser Pfifferling, bergen Risiken. Etwa, wenn Sammler zu alte Exemplare mitnehmen, oder die Pilze nicht lang genug garen.

Der 28–jährige Christian Vetter ist einer der Betreiber der Kölner Gourmet-Pilzfarm "Pilzling". Auf der Farm gedeihen Pilze auf Kaffeesatz.

Auf der Pilzfarm gedeihen drei Sorten: Austernpilze, Kräutersaitlinge und Shiitake. In den Fruchträumen herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent.

Aus jedem der Blöcke können dutzende Pilze geerntet werden. Dafür machen die Betreiber Einschnitte in die Plastikhülle. Deutlich zu erkennen sind der schwarze Kaffeesatz und das weiße Pilzmyzel.

Viele Menschen sind von der Größe und Form der Pilze überrascht. Interessierte Käufer können die Pilzfarm in Köln-Ehrenfeld auch besichtigen und den Pilzen beim Wachsen zusehen.

Stand: 07.10.2021, 13:20 Uhr