Live hören
Jetzt läuft: Dance a while von Aged in Harmony

Nationalpark Eifel leidet unter Corona-Touristen

Nationalpark Eifel leidet unter Corona-Touristen

Die kostenlosen Rangertouren, die es von Beginn an im Nationalpark Eifel gegeben hat, sind abgesagt. Die Ranger sind nämlich vollauf damit beschäftigt, den Nationalpark vor den Touristen-Horden zu schützen, die jetzt, in Corona-Zeiten, dort einfallen. Unterwegs mit einem Ranger, der die Leute nun nicht mehr in den Wald hineinführt, sondern hinaus. Und der die Schäden zeigt, die bereits entstanden sind.

Raus in die Natur. Und die Sorgen der Coronazeit wenigstens für ein paar Stunden vergessen – das war das erklärte Sommerferienprogramm vieler Menschen in NRW. Besonders viele Ausflügler hat es dabei in den Nationalpark Eifel gezogen, was zu unerwarteten Problemen geführt hat.  

Raus in die Natur. Und die Sorgen der Coronazeit wenigstens für ein paar Stunden vergessen – das war das erklärte Sommerferienprogramm vieler Menschen in NRW. Besonders viele Ausflügler hat es dabei in den Nationalpark Eifel gezogen, was zu unerwarteten Problemen geführt hat.  

Die insgesamt 18 Ranger im Nationalpark waren in den letzten Wochen im Dauereinsatz und mussten auch ihre Dienstpläne umstellen.

Hunde laufen trotz Leinenpflicht frei herum. Und Menschen missachten das Wegegebot. Zertrampeln wichtige Lebensräume und scheuchen Wildtiere auf. Wen die Ranger erwischen, der muss für die begangene Ordnungswidrigkeit zahlen. 

Sascha Wilden ist Ranger der ersten Stunde. Seit der Gründung des Nationalparks 2004 arbeitet der 49-Jährige für den Schutz der Natur.

Anstelle der meistbesuchten Orte, zu denen im Corona-Sommer auch die Urfttalsperre, zählte, empfiehlt Ranger Sascha Wilden neue Ziele auszuprobieren. Welche Orte überlaufen sind und wohin Besucher ausweichen können, ist jeweils aktuell der Homepage des Nationalparks zu entnehmen.

Fahrten über die Seen im Nationalpark waren schon immer beliebt. In den letzten Wochen war der Ansturm an den Anlegestellen allerdings so groß, dass Orte von Feuerwehr und Ordnungsamt abgeriegelt werden mussten.

Auch Wollseifen, das "Geisterdorf" im Nationalpark, war in diesem Sommer ein touristischer Hotspot, an dem zeitweise nichts mehr ging. So faszinierend das verlassene Dorf ist – zumindest an Wochenenden sollten Besucher es aktuell meiden.

Die kostenlosen Rangerführungen waren vor der Pandemie die vermutlich beliebteste Aktivität im Nationalpark. Wann sie wieder stattfinden können, ist aktuell völlig unklar.

Auch Tiere, die neuerdings massenhaft auftauchen, stellen die Ranger vor Probleme: Wie diese Nilgänse, die sich im Nationalpark stark vermehren und einheimische Tiere verdrängen.

Aktuell blicken die Mitarbeiter des Nationalparks mit Sorge auf die Herbstferien. Welchen Schaden ein erneuter Massenansturm verursachen wird, möchten sie sich gar nicht ausmalen.

Stand: 31.08.2020, 16:40 Uhr