Nach den Waldbränden in Brandenburg

Nach den Waldbränden in Brandenburg

Der trockene Sommer hat 2018 schwere Waldbrände verursacht. Der Schaden ist immens. Nun stehen Förster, Biologen und Waldbesitzer vor der Frage: Wie gelingt die Wiederaufforstung?

09.07.2018, Brandenburg, Lieberose: Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg

Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. 

Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. 

In dem Waldstück zwischen Dreieck Potsdam und Fichtenwalde hat der Wald gebrannt. Das Feuer entstand direkt an der Autobahn A9 – und breitete sich rasend schnell aus. Wenig später standen 90 Hektar Wald in Flammen. Die Autobahn wird gesperrt, Anwohner sollen sich auf eine Evakuierung vorbereiten.

Heute sind nur noch verkohlte Reste des Waldes übrig. Ein Großteil des Holzes wurde geräumt, teilweise mit schweren Fahrzeugen.

Bei Treuenbrietzen sind nun riesige Gebiete kahlgeschlagen. Ein Saum aus Bäumen hilft dabei, den ansonsten nackten Boden zu stabilisieren und ihn vor Erosion zu schützen. Außerdem suchen Vögel den Schutz der Bäume – und die helfen bei der natürlichen Wiederaufforstung.

Ein "Harvester" knipst die Stämme unten ab und zerlegt sie direkt in passende Stücke für das Sägewerk. 

Die Kiefern sind verkohlt. Aber heißt das, dass sie auch tot sind? Manche lässt man noch stehen – vielleicht treiben sie ja doch noch aus.

Christian Heimpold vom Thünen-Institut für Forstgenetik in Waldsiebertsdorf und Karin Heintz, Leiterin der Oberförsterei Dippmannsdorf mit unterschiedlichen Kiefersetzlingen zur Wiederaufforstung. 

Wenn das Cambium der Pflanze beschädigt ist, kann der Baum nicht mehr wachsen. Doch einen gewissen Anteil Totholz sollte man im Wald belassen, um den nachwachsenden Pflanzen bessere Startbedingungen zu bieten. 

Die Stadt Treuenbrietzen verwaltet ihren Wald seit 17 Jahren selbst. Sie beschäftigt einen eigenen Förster: den Forstwissenschaftler und Jäger Dietrich Henke.

Die Landesförstereien hatten bis vor zehn Jahren noch 2.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jetzt sind es noch 1.500. Das Land Brandenburg spart. 

Wolfgang Seehaus ist Rentner und Vorsitzender der Waldgenossenschaft Bardenitz. Mit dem Job fühlt er sich im Dschungel des Waldgesetzes und der Förderrichtlinien manchmal überfordert – erst recht nach dem Waldbrand, bei dem der Genossenschaft 100 Hektar Wald verbrannt sind.

Stand: 19.07.2019, 10:12 Uhr