"Superman" – warum Comic-Helden die Welt retten

Die Helden der Comicwelt sind Dauerbrenner. Superman, Batman, Captain America, Asterix & Obelix: Von Leser:innen aller Altersgruppen werden sie geliebt – bis heute. Wenig bekannt ist, dass ihre Schöpfer diese Abenteuer vor dem Hintergrund einer jüdischen Emigrationsgeschichte aus Europa entwickelt haben. Im 2. Weltkrieg zeichneten sie von New York aus auch Anti-Nazi-Comics.

Titelseite von Action Comics. Superman hebt ein grünes Auto hoch

Die gezeichneten Abenteuer von "Superman", alias Clark Kent, erschienen in den USA zuerst als Comicstrips in den Tageszeitungen. Diese Fortsetzungsgeschichten begeisterten auf Anhieb ein Millionenpublikum. 1938 kam dann das erste Comic-Heft raus und war für Superman-Fans auch am Kiosk zu haben. Historische Hefte sind mittlerweile teure Sammlerobjekte und werden auf Auktionen verkauft. 2021 wurde bei einer Auktion eine Erstausgabe der Superman-Comics von 1938 für 3,25 Millionen US-Dollar versteigert.

Die gezeichneten Abenteuer von "Superman", alias Clark Kent, erschienen in den USA zuerst als Comicstrips in den Tageszeitungen. Diese Fortsetzungsgeschichten begeisterten auf Anhieb ein Millionenpublikum. 1938 kam dann das erste Comic-Heft raus und war für Superman-Fans auch am Kiosk zu haben. Historische Hefte sind mittlerweile teure Sammlerobjekte und werden auf Auktionen verkauft. 2021 wurde bei einer Auktion eine Erstausgabe der Superman-Comics von 1938 für 3,25 Millionen US-Dollar versteigert.

In den 1930/40er Jahren boomte der Comic-Markt in Amerika. Heute spricht man vom "Goldenen Zeitalter". Bald entstanden Geschichten von neuen Comic-Helden: Spider-Man, Batman und Captain America. Starke weibliche Heldinnen durften in diesem gezeichneten Kosmos auch nicht fehlen: "Wonder Woman" kam im DC-Comic-Verlag 1941 raus, später Supergirl und Power Girl – alle erfolgreich verfilmt.

Erfunden haben die Comicfigur Superman Jerry Siegel (rechts) und Joe Shuster (hier ein Foto von 1975). Sie waren damals völlig überrascht, wie schnell ihre Superman-Figur weltberühmt wurde. Allerdings hatten Zeichner und Autor 1938 die Rechte an einen New Yorker Comic-Verlag verkauft und gingen viele Jahre leer aus. Erst als Warner Brothers die Verfilmung der Superman–Story fürs Kino plante, wurden ihnen vertraglich Tantiemen zugesprochen.

Die Filmrolle als Superman bekam der amerikanische Schauspieler Christopher Reeves eher zufällig. Der Produzent hatte prominente Hollywood-Größen im Kopf, aber Regisseur Richard Donner fand Reeves überzeugender – und schrieb damit Filmgeschichte. "Superman" kam 1978 ins Kino, damals der teuerste Film aller Zeiten. Der Stoff wurde mehrfach verfilmt: hier eine Szene aus "Superman IV – Die Welt am Abgrund" (1987).

Die legendären Super-Helden, hier im Kinofilm "Spider-Man", kämpfen immer mit gefährlichen Gegenspielern: den Super-Schurken. Erfunden haben diese Comicfiguren jüdische Comiczeichner. Viele kamen aus osteuropäischen Emigranten-Familien, die nach Amerika ausgewandert waren. Nazis und das Kriegsgeschehen in Europa prägten ihre Comicgeschichten.

In den 1950er Jahren kamen Comic-Hefte auch in Europa in Mode. Da waren aber eher Anti-Helden, wie Cowboy Lucky Luke gefragt. Die Geschichten schrieb der französische Comicautor René Goscinny, zusammen mit dem Zeichner Morris. Seine Ideen hatte Goscinny als jüdischer Emigrant in New York gesammelt, wo er erfolglos als Zeichner arbeitete. Der Melting Pot New York war damals das Zentrum der Comic-Industrie.

Berühmt wurde Goscinny mit den Abenteuern von "Asterix & Obelix". Diese neuartigen Comics, die auch Erwachsene kauften, wurden von Albert Uderzo gezeichnet. Beide ergänzten sich kongenial. Goscinny war ungeheuer produktiv: Er konzipierte Szenarios und Gags für die Magazine "Tintin" und "Spirou", gründete die Zeitschrift "Pilote" und schrieb Drehbücher und Episoden für "Der kleine Nick".

Das erste Album "Asterix und die Gallier" war auf Anhieb ein Welterfolg. Dabei waren die Texte durchaus anspruchsvoll. Goscinny und Uderzo flochten mit subtilem Humor gern Bildungselemente in ihre Storys ein. Die wehrhaften Gallier, die am liebsten römische Legionen vermöbelten, sprachen ab und zu Latein. Bis heute wurden mehr als 370 Millionen Asterix-Hefte verkauft, übersetzt in 111 Sprachen und Dialekte.

Stand: 16.02.2022, 13:54 Uhr