Bad Ems ist Weltkulturerbe

"Great Spa Towns of Europe" – zu Deutsch: Bedeutende Kurstädte Europas. Mit diesem klingenden Titel hat die UNESCO elf europäische Heilbäder zum Weltkulturerbe erklärt – darunter das rheinland-pfälzische Bad Ems.

Historische Prachtbauten aus dem 19. Jahrhundert in Bad Ems

"Bedeutende Kurstädte Europas". Mit diesem klingenden Titel wurden im Juli von der UNESCO elf europäische Heilbäder zum Weltkulturerbe ernannt. Darunter so bekannte Orte wie das tschechische Karlsbad, das belgische Spa und das englische Bath. Aber auch das kleine Bad Ems in Rheinland-Pfalz, das auf dem Foto zu sehen ist.

"Bedeutende Kurstädte Europas". Mit diesem klingenden Titel wurden im Juli von der UNESCO elf europäische Heilbäder zum Weltkulturerbe ernannt. Darunter so bekannte Orte wie das tschechische Karlsbad, das belgische Spa und das englische Bath. Aber auch das kleine Bad Ems in Rheinland-Pfalz, das auf dem Foto zu sehen ist.

Heute schwer vorstellbar, aber anderthalb Jahrhunderte kurte alles, was in Europa Rang und Namen hatte, in Bad Ems: deutsche Kaiser, russische Zaren und berühmte Schriftsteller wie Dostojewski. Sie alle spazierten die lange Promenade auf und ab.

Die hohen Herrschaften gaben sich im Kurort besonders volksnah. Spazierten, statt in Uniform, in ziviler Kleidung durch den Ort und ließen sich vom gemeinen Volk bewundern. Das Denkmal zeigt Kaiser Wilhelm I.

Das Stadtbild von Bad Ems hat sich in den letzten Jahrhunderten nicht verändert – das war für die Anerkennung als Welterbe ausschlaggebend.

Jeder Kurort verfügte über sogenannte "ortsgebundene Heilmittel". Das konnte jahrtausende altes Moor oder ein besonders heilsames Klima sein. In Bad Ems waren es die gesunden Quellen, die den Ruhm des Ortes begründeten.

Zu den berühmten Kurgästen von Bad Ems zählte auch der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Würde er heute nach Bad Ems zurückkehren, könnte er sich problemlos orientieren: die vielen unterschiedlichen Häuser, in denen der stets klamme Schriftsteller logierte, stehen noch.

Auch im Hotel de Flandre residierte Dostojewski. Heute ist in dem Gebäude die Praxis der Kur- und Badeärztin Hildegard Simons untergebracht. Der historische Charme ist erhalten geblieben.

In diesem Marmorsaal wirkte Jacques Offenbach jahrelang als Konzertmeister. Auch Richard Wagner kurte in Bad Ems und begann hier mit den Arbeiten an seiner Oper Parsifal.

Hoch über der Lahn thront das Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems. Hier residierte früher Wagner. Heute leben in dem Schloss Stipendiaten aus aller Welt, die sich künstlerisch mit Bad Ems auseinandersetzen.

Überraschend ist dieser Bau in Bad Ems: die orthodoxe Kirche der Stadt. Regelmäßig finden hier Gottesdienste statt: für russischstämmige Bewohner und Gäste, die auf den Spuren der Zarenfamilie wandeln, die über Jahrzehnte in Bad Ems kurte.

Bad Ems liegt ausgesprochen malerisch in einem Tal. Links und rechts liegen dichte Wälder, die von heutigen Besuchern und den Patienten der örtlichen Rehakliniken zur Erholung genutzt werden.

Von den Verantwortlichen wird immer wieder betont, dass der Titel "Welterbe" kein Tourismuslabel ist. Aber natürlich erhoffen sich die Stadtväter und -mütter, dass künftig wieder mehr Gäste in das pittoreske Provinzstädtchen kommen.

Stand: 20.10.2021, 10:04 Uhr