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Ausbildung zur Hufbeschlagschmiedin

Ausbildung zur Hufbeschlagschmiedin

Auf dem Gestüt Schwaiganger zwischen München und Garmisch-Partenkirchen gibt es die einzige Ausbildungsstelle für Hufbeschlagschmiede auf einem deutschen staatlichen Gestüt. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit dieses Ortes.

Das Hauptgebäude des Gestüts Schwaiganger, im Vordergrund Wiese und links der Sandreitplatz

Das Hauptgebäude auf dem erstmals 955 erwähnten Haupt- und Landgestüt Schwaiganger im bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Der Gestütsname setzt sich aus "Schwaige", dem Wort für ein einzelnes Gehöft, und "Anger", der Bezeichnung für eine Weide beziehungsweise ein Wiesenstück, zusammen.

Das Hauptgebäude auf dem erstmals 955 erwähnten Haupt- und Landgestüt Schwaiganger im bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Der Gestütsname setzt sich aus "Schwaige", dem Wort für ein einzelnes Gehöft, und "Anger", der Bezeichnung für eine Weide beziehungsweise ein Wiesenstück, zusammen.

Auf vier der staatlichen Gestüte in Deutschland wird auch mit eigener Stutenherde selbst gezüchtet – so auch im bayerischen Schwaiganger, mit einer Herde aus 40 Stuten. In dieser 30 mal 40 Meter großen Koppel, die auch Laufstall genannt wird, dürfen bis zu vier Stuten mit ihren Fohlen die Natur genießen.

Sebastian Rettler, Ausbildungsleiter in Schwaiganger, steht mit der Pferdewirtauszubildenden Vera Eckstein in einem der Innenställe. Der 44-Jährige kommt ursprünglich aus Münster und hat als Jugendlicher viel Zeit auf dem Gestüt in Warendorf verbracht.

Bei vielen Berufsanfängern steht "die Liebe zum Pferd im Vordergrund", sagt Hans-Peter Remler, Gestütstierarzt und Verantwortlicher für die Hufbeschlagschmiedausbildung.

Wallach Fürstenstein ist am Zaumzeug in der Hufbeschlagschmiede festgemacht. Der Raum ist ungefähr so groß wie zwei Pferdboxen und an der Wand mit Holz verkleidet. Es können zwei Pferde gleichzeitig beschlagen werden. Dauer pro Pferd: ungefähr eine Stunde.

Vreni Römer, Auszubildende zur Hufbeschlagschmiedin, steht an der Esse, in der Eisen erhitzt wird, um dann auf dem Amboss das Hufeisen zu schmieden. Die Esse ist so etwas wie der Herd des Schmiedes – mitten im Raum mit Luftabzug und einem elektrischen Gebläse, um die Flammen anzuheizen.

Das Hufeisen wird nochmals im Feuer erhitzt, um es dann in die richtige Form zu schlagen. Früher wurde das immer in der Esse gemacht, heute passiert es in einem unspektakulären kleinen Gasofen.

Das Hufeisen wird noch glühend heiß mit der Zange auf den Amboss gelegt und festgehalten. Mit dem Hammer schlägt die Auszubildende so lange darauf, bis es die für das jeweilige Pferd richtige und passende Form hat.

Der Hufschmiedausbilder Andi Hundsmann brennt das glühende Hufeisen auf den Horn des Hufes auf. Das qualmt kräftig, und der 43-Jährige überprüft damit die Passform und sieht, ob die Nagellöcher am Huf auf der weißen Linie des Pferdes sitzen. In diese Linie sollte genagelt werden, damit das Pferd keine Schmerzen hat.

Landstallmeisterin Cornelia Back mit dem fünfjährigen deutschen Sportpferd Lucido. Sie ist Mitglied der Geschäftsleitung und hat das Gestüt in "Schichtarbeit" während des Coronajahrs versorgt, um Ansteckungen vorzubeugen. Aus diesem Grund können derzeit auch keine Besucher die Stallungen besuchen.

Die Wiese mit dem großen Sandreitplatz auf dem seit 100 Jahren staatlichen bayerischen Haupt- und Landgestüt Schwaiganger. Hinter den Bäumen lacht die Sonne über dem Estergebirge mit dem 1788 Meter hohen Berg Heimgarten.

Stand: 03.12.2020, 15:14 Uhr