Vom Mahl zum Kult- Essen und Religion

Ein Frau empfängt das Abendmahl

Vom Mahl zum Kult- Essen und Religion

Von den frühen Christen bis heute wandelten sich die Zutaten für das Abendmahl häufig. Im zentralen Ritual des Christentums spiegeln sich neben Esskultur auch die großen Themen wie Rassismus und Antisemitismus wider. Prof. Anselm Schubert in der Redezeit.

Es geht ums Essen. Und damit um die ganz großen Themen unseres Lebens: So fern für manch einen das Abendmahl in seinem Alltag auch ist – es ist bis heute der zentrale Ritus des Christentums. Ein Akt des Essens und Trinkens. Man isst ein Stück Brot und trinkt einen Schluck Wein. So einfach, und so kompliziert zugleich.

Anselm Schubert

„Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib ..., das ist mein Blut ..., solches tut zu meinem Gedächtnis.“ Mit diesen Worten soll Jesus das Abendmahl begonnen haben. Darauf beruft sich der zentrale Ritus der christlichen Religion - ein Akt des Essens und Trinkens. Aber was und wie fortan gegessen und getrunken werden sollte, war und ist hart umstritten: Weizen- oder Gerstenbrot, gesäuert oder ungesäuert, als Oblate oder nicht, mit oder ohne Käse?
Priesterkelch, Gemeinschaftskelch oder Einzelkelch? Geht es auch alkohol- und glutenfrei?
Und was machen Christen in Ländern ohne Weizen und Wein, besonders in postkolonialen Zeiten?

Jahrhunderte lang wurde darüber gestritten, was nun die rechte Materie sei, wie Brot und Wein beschaffen sein müssten, um die Eucharistie zu feiern. Konfessionen haben sich über die Debatte entzweit. Eine eigene Kulturgeschichte, die Anselm Schubert einmal geordnet hat. Seine Darstellung lässt das Christentum, seine heiligste Handlung und die theologischen Debatten darum in einem anderen Licht erscheinen.

Vom Mahl zum Kult- Essen und Religion - Anselm Schubert

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 08.03.2018 | 28:32 Min.

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Redaktion: Beate Wolff