"Gefährliche Lieder" - Songs der Edelweißpiraten

Mucki Koch und die Gruppe Edelweiß

"Gefährliche Lieder" - Songs der Edelweißpiraten

Von Torsten Eßer

Seit der Machtergreifung der Nazis und auch noch bis zum Kriegsende widersetzten sich in Deutschland viele Jugendgruppen der Vereinnahmung duch die Hitlerjugend. Im Rheinland waren es vor allem die "Edelweißpiraten", an die ein Festival in Köln erinnert.

"Gefährliche Lieder". Songs der Edelweißpiraten

WDR 5 Musikbonus 09.11.2019 56:11 Min. Verfügbar bis 17.11.2019 WDR 5

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Am 10. November 1944 richtete die GESTAPO ohne Gerichtsurteil in Köln-Ehrenfeld 13 Jungen und Männer hin. Die Jugendlichen unter den Opfern – so hieß es lange – gehörten zur Jugendgruppe der "Edelweißpiraten", die es in einigen Vierteln Kölns, aber auch in anderen Städten gab. Auch wenn das nicht für jeden bis heute eindeutig geklärt werden konnte, so hatten sie zumindest Kontakt zu ihnen.

Als die Nazis 1933, mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, an die Macht kamen, begannen sie zügig, Deutschland in ihrem Sinne umzugestalten. Dazu gehörte auch die Gleichschaltung der Zivilgesellschaft. Jugendgruppen, Pfadfinder, Sportvereine wurden aufgelöst, verboten oder in die eigenen Jugendverbände, wie die Hitlerjugend, integriert.

Jean Jülich mit Edelweißpiraten im Beethovenpark, 1943

Das gefiel vielen Jugendlichen nicht. Sie hassten den militärischen Drill, die Uniformen oder die Ideologie der Nazis allgemein. In der Tradition der naturverbundenen "Bündischen Jugend" der 1910er und 20er Jahre wollten viele frei und mit musikalischer Begleitung durch die Lande ziehen, zelten und Spaß haben.

Sie sangen alte Volkslieder, Lieder aus anderen Ländern und schrieben auch viele Lieder und Texte selbst oder dichteten sie um. Dabei kamen die Nazis immer schlecht weg…

Gespielte Titel

  • Dirk Hespers – Edelweißpiraten sind treu
  • Jean Jülich und Freunde - Wir waren drei Kameraden
  • Fleur Earth Experiment – Verlorene Schar
  • Dirk Hespers - Johnnys Spelunke
  • La Papa Verde – Wir waren schon hier und dort
  • Mucki Koch und Freunde – En der Blech
  • Edelweißpiratenchor – Hohe Tannen
  • Tölzer Knabenchor – Wenn die bunten Fahnen wehen
  • Günther Gall - Die Gedanken sind frei
  • BOBO - Die Gedanken sind frei
  • Singender Holunder & Zugvogel – Wo’s nur Felsen gibt
  • Jean Jülich - In Junkers Kneipe
  • Mr Carl/ Bantu – In Junkers Kneipe
  • Bläck Fööss – Edelweißpiraten
  • Dirk Hespers - Wilde Gesellen
  • Wolke & Harald "Sack" Ziegler – Wilde Gesellen

CDs / Bücher

  • Jan Krauthäuser, Keno Mescher, Betsy de Torres. Edelweißpiratenfestival: Eine Dokumentation in Text, Bild und Ton, Dabbelju 2016, 116 S. (inkl. CD).
  • Winfried Seibert. Die Kölner Kontroverse. Legenden und Fakten um die NS-Verbrechen in Köln-Ehrenfeld, Klartext 2014, 186 S.
  • Jan Krauthäuser, Doris Werheid, Jörg Seyffarth (Hg.). Gefährliche Lieder, Emons-Verlag, 2010, 192 S. (inkl. CD).
  • Dirk Hespers. Gegen den Stachel. Songs der Edelweißpiraten und der Bündischen Banden (CD), Eigenverlag 2008.
  • EL-DE Haus e.V./ NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (Hg.). "Es war in Schanghai". Kölner Musiker interpretieren Lieder der Edelweißpiraten (Buch/ CD/ DVD), 2004.

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