Die Favoriten der Redaktion im Februar

Die Favoriten auf WDR 5

Die Favoriten der Redaktion im Februar

Von Kathrin Herr

Unsere Musikredaktion hat mal wieder zehn Favoriten für den Februar gesucht und gefunden. Es geht aber wie immer nicht nur um die Musik, sondern auch die Künstler selbst stehen im Fokus unserer Sendung.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Josh Rouse - Trouble

Trouble

Josh Rouse, aufgewachsen in Nebraska, benannte sein erfolgreiches Debütalbum in Hommage an seinen Geburtsort "Dressed like Nebraska". Dieses produzierte er bereits 1998, aber auch seine aktuelle Musik erzählt Geschichten aus seiner Kindheit. Unser Favoritensong "Trouble" ist ein Cover von Lindsey Buckinghams gleichnamigem Solohit "Trouble" (1981). Buckingham war Gitarrist der Band "Fleetwood Mac". Josh Rouse hat eine ganz besondere Verbindung zum Originalsong: "I picked this song because I bought the 45 when I was 8 or 9 and listened to it over and over". Seine Version von "Trouble" ist im Sommer 2019 erschienen, aber auch wie das Original ein zeitloses Stück. Vielleicht hören Sie "Trouble" demnächst auch rauf und runter.

Ten Fé - Not Tonight

Future Perfect, Present Tense

Ten Fé ist eine fünfköpfige Band aus Großbritannien. Gegründet hat sich diese eigentlich als Duo von Ben und Leo. Die drei Kindheitsfreunde Rob, Johnny und Alex kamen erst später hinzu. Auf ihr erfolgreiches Debütalbum "Hit the Light" von 2017 folgte letztes Jahr ihr zweites Studioalbum "Future Present, Present Tense". Während ihrer vergangenen US-Tournee wurde die Band übrigens zu unserem Favoritensong inspiriert. "Not Tonight" handelt von einer Sommerromanze, die sich leider offensichtlich dem Ende neigt. In ihrem kompletten Album geht es um das Thema "Zeit". Fest steht: Zeitloser könnte ein Album kaum sein. Wir sind gespannt, wo die Reise mit den fünf Briten noch hingeht.  

Ziggy Marley - True to myself

Dragonfly

Sicherlich haben Sie schon von der Reggae-Legende Bob Marley gehört? David Marley alias Ziggy Marley ist sein ältester Sohn. Seinen Spitznamen Ziggy erhielt der Musiker angelehnt an das gleichnamige Album "Ziggy" von David Bowie aus den 1970er Jahren. Unser Favoritensong "True to myself" ist aus seinem ersten Album "Dragonfly" von 2003. Reggae wurde dem jamaikanischen Musiker in die Wiege gelegt, also bedient er sich außerdem in "Dragonfly" an Elementen aus den Genres Ska, Funk und Soul. Ziggys Motto ist: "It’s not just about me, it's about all of us!" – und auch genauso hört sich der Song an!

L'aupaire - Jin Joo

aus dem Album "Reframing"

Beim Künstlernamen L'aupaire denkt man vielleicht erst einmal, es handle sich um einen Musiker aus Frankreich. Einfacher auszusprechen ist dann doch der Name Robert Laupert. Der Singer-Songwriter kommt gebürtig aus Frankfurt. Nach seinem Debütalbum "Flowers" aus 2016 wurde es etwas ruhiger um den Künstler. Aber im Sommer 2019 eroberte er unsere Musikherzen mit seinem aktuellen Album "Reframing" zurück. Wie von L’aupaire gewohnt, gibt es auf dem neuen Album lässigen und melodischen Folk-Pop und seine charakteristische raue und sehnsuchtsvolle Stimme. Passend zu unseren Februarfavoriten gibt der Musiker eine Deutschlandtournee im Februar. In NRW wird der Multiinstrumentalist in Münster und Köln live auftreten.

Bakar Hell n back

Hell n Back

Unser Favoritensong "Hell n Back" kommt vom Briten Bakar. Aufgewachsen und geboren in Camden, zählen zu seinen Musikidolen Hip-Hop Legende Jay Dilla und die Indie-Rock-Band "Foals". Aus diesen zwei Genres ist der einzigartige Sound Bakars entstanden. Ziemlich große Legenden, für einen jungen Musiker, der noch nicht einmal ein Handy besitzt und sich so gar nicht mit den sozialen Medien auseinandersetzen will. Trotzdem hat sein Song "Hell n Back" über acht Millionen Plays bei Spotify. Unser Favorit ist auf der EP "Will you be my Yellow?". Die EP spiegelt seinen kompletten Facettenreichtum und ist von Anfang bis Ende hörenswert!

Vetiver - All we could want

Up On High

Vetiver sind gefühlt schon seit 100 Jahren am Start und versüßen uns die Indie-Folk und Amerikana Musiklandschaft. Gut – 100 Jahre sind jetzt eventuell ein bisschen übertrieben, aber knapp 20 können sich ja definitiv auch schon sehen lassen. 2002 vom kreativen Epizentrum Andy Cabic ins Leben gerufen hat die Band letztes Jahr ihr insgesamt 8. Studioalbum veröffentlicht und direkt noch ein Live-Album hinterhergeschossen hat. Vetiver ist übrigens der Name einer Pflanze aus Süd-Indien, der man eine beruhigende Wirkung nachsagt. Unsere Band hat definitiv eine ähnliche Wirkung und besticht zusätzlich noch durch ihr sonniges, kalifornisches Gemüt. 

Stephan Eicher - Monsieur - Je ne sais pas trop

Homeless Songs

Anfang der 80er gründete Stephan Eicher gemeinsam mit seinem Bruder die Band Grauzone, die durch ihren Song "Eisbär" international bekannt wurde. Gleichzeitig war er aber auch immer solo und als Chansonnier unterwegs unser Favorit von ihm heißt "Monsieur – je ne sais pas trop" und verrät schon aufgrund der Sprache, welchem Genre Stephan Eicher treu geblieben ist. Aber nicht nur Französisch, Englisch und Italienisch beherrscht der Schweizer Künstler par excellence, sondern natürlich auch den Dialekt seiner Heimatstadt: Bernerdeutsch. Und alle fließen sie in seine Songs mit ein. Bei letzterer bekommt er manchmal sogar prominente Hilfe vom Bestseller Autor Martin Suter.

Emma Russack - Love myself

Take The Reigns

Emma Russack stammt aus Australien, genauer gesagt aus Melbourne und letztes Jahr hat sie nicht nur eines sondern direkt zwei Alben rausgehauen. Eines Solo und eines gemeinsam mit ihrem Kumpel Lachlan Denton. "Take the reigns" heißt das, erschien letztes Jahr im Oktober und beheimatet auch unseren Favoriten "Love for myself". Generell findet sie es nämlich gar nicht so gut, alleine Musik zu machen und bezeichnet sich gerne als Teamplayer, der am besten in einer kreativen Umgebung aufblüht.

DJ Shadow - Our Pathetic Age

Our Pathetic Age

Ein Urgestein der DJ-Geschichte hat letztes Jahr im November ein neues Album rausgehauen. "Our pathetic age" heißt das und ist von niemandem als dem legendären DJ Shadow, einem der Wegbereiter des Experimentellen Hip Hop und Turntableism. Unser Favorit hat denselben Namen und thematisiert in recht kritischer Form den gegenwärtigen Zustand unserer Welt. Den Gesang hat kein anderer als Sam Herring beigesteuert, den wir bereits als Frontmann der Synth-Pop Band Future Islands kennenlernen durften. 

L.A. Salami - We'll solve it after

We'll solve it after

Wenn ein Künstler einen imaginären Freund im Kopf hat, der ihn zu seiner Arbeit motiviert und ihm Feedback zu seinen Songs gibt, dann zeigt das ja eigentlich nur, dass dieser mit sehr viel Phantasie und Kreativität gesegnet ist. In L.A. Salamis Fall heißt dieser imaginäre Freund Papa Stokley und ihm hat er sogar schon einen Song gewidmet. Das L.A. steht übrigens für Lookman Adekunle und Salami ist tatsächlich sein echter Nachname. Zur Blues und Folkmusik kam er – wie so viele – über einen Dylan-Song, den er im Radio hörte. Auch zum Songwriting kam er etwa in diesem Alter. Der Gesang folgte dann später, bis er 21 Jahre alt war und sich ein guter Freund erbarmte und ihm eine Gitarre schenkte, spielte L.A. nämlich ausschließlich Mundharmonika.

Stand: 23.01.2020, 15:45