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Dead Can Dance

Die Stimme als lautmalerisches Instrument

Stand: 29.03.2022, 16:48 Uhr

Der jährliche World Voice Day - der Internationale Tag der Stimme –, am 16. April, widmet sich dem Facettenreichtum der menschlichen Stimme. Daher schenken wir ihr einmal besondere Beachtung. Ohne die Ablenkung von Inhalt oder Bedeutung der Worte. Mit Songs, gesungen in Kunstsprachen.

Von Nina Meuters

Die Stimme als lautmalerisches Instrument

WDR 5 Musikbonus 16.04.2022 56:12 Min. Verfügbar bis 16.04.2023 WDR 5 Von Nina Meuters


In den 1980ern erschienen auf dem englischen Label 4AD einige Bands, die zu ihren mythischen Sounds oft in einem scheinbar unverständlichen Englisch sangen, aber es war gar kein Englisch… Auch heute hört man immer wieder Songs, deren Laute man keiner bekannten Sprache zuordnen kann. Was alle eint, ist die Liebe zu einer intuitiven, spontanen Sprache, die den Klang in den Vordergrund stellt, statt die Bedeutung der Worte.

Cocteau Twins

Die wohl älteste konstruierte Sprache stammt von der deutschen Benediktinerin Hildegard von Bingen, die im 12. Jh. diese lingua ignota (unbekannte Sprache) mit einem Wortschatz von über 1.000 Begriffen schuf, die einen Bezug zum menschlichen Leben und zur Natur haben. Sie verwendete sie auch für Chorwerke. Spätestens seit 1950er-Jahren, als der sprachbegeisterte, britische Autor J. R. R. Tolkien sein Fantasy-Meisterwerk Der Herr der Ringe veröffentlichte - für das er gleich mehrere Sprachen erfand - erfreuten sich Kunstsprachen immer größerer Beliebtheit. Eine der berühmtesten Kunstsprachen, neben der internationalen Plansprache Esperanto, in der es über 3.000 Lieder geben soll, ist Klingonisch, das auf dem Planeten Qo’noS gesprochen wird. Erfunden wurde sie für die Science-Fiction-Serie „Star Trek“.

Film und Literatur des 20. Jahrhunderts, sowie der Trend der simulierten Computerspiele haben dafür gesorgt, dass sich weltweit immer mehr Menschen für konstruierte bzw. Fantasiesprachen begeistern. Musiker wiederum erfinden ihre ganz eigenen Sprachen, die so manches Rätsel aufgeben, Kobaianisch etwa, erfunden von der französischen Progressive-Rock-Band Magma.

Gespielte Titel

  • Dead Can Dance - The Host of Seraphim
  • Dead Can Dance - Rakim
  • Sigúr Ros - Untitled #9 (Smáskífa 1)
  • Moonrise Music Club - Bohemian Rapsody (Klingonisch)
  • Jean Marc Leclerc - Esperanto
  • Magma - Kobaia Iss De Hundin
  • Magma - Sckxyss
  • Charlie Chaplin - Je cherche après titine
  • Tom Waits - Kommienezuspadt
  • Hildegard von Bingen - O orzchis Ecclesiae
  • Coil - Batwings (a Limnal Hymn)
  • Lily Allen - Smile (in Simlish)
  • Cocteau Twins - Pandora
  • Dead Can Dance - The End Of Words

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