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Roger Waters und die Mauer - "The Wall“ in Berlin

Berlin Potsdamer Platz, 1990

Roger Waters und die Mauer - "The Wall“ in Berlin

Von Volker Hein

Mit "The Wall", hat Pink-Floyd neue Maßstäbe gesetzt. Das Album und die gigantische Tournee markieren den Höhepunkt der Band und gleichzeitig ihr Auseinanderbrechen. Am 21. Juli 1990 wurde das Konzert von Roger Waters erneut aufgeführt, vor rund 400.000 Zuschauern, genau dort, wo kurz zuvor die reale Mauer eingerissen wurde.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

In einem Interview Anfang der 80er Jahre soll Roger Waters gefragt worden sein, ob er vorhabe "The Wall" noch einmal aufzuführen. Darauf habe er scherzhaft geantwortet, dafür müsse schon die Berliner Mauer fallen. Ein paar Jahre später fiel sie. Gleichzeitig bekam Roger Waters die Anfrage eines ehemaligen Bomberpiloten des Zweiten Weltkriegs, ob er nicht eine Spendenaktion für den "World War Memorial Fund for Disaster Relief" unterstützen wolle. Also begannen die Planungen.

Gerade einmal ein dreiviertel Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer, ließ Waters auf dem ehemaligen Todesstreifen eine neue bauen, um sie vor großem Publikum wieder einreißen zu können. Mehr als 175 Meter lang und bis zu 25 Meter hoch ragte „The Wall“ in den Himmel von Berlin. Die große Bühne sollte gefüllt werden mit einer Auswahl an Musikern, die dem Ereignis angemessen waren. Doch schon hier lief es nicht so rund, wie Waters sich das gewünscht hätte. Denn die ganz großen Stars blieben aus.

Berlin Potsdamer Platz, 1990

Statt Eric Clapton, Bruce Springsteen, Peter Gabriel oder Joe Cocker mussten sich Roger Waters und das Publikum mit Bryan Adams, Ute Lemper und den Lokalmatadoren The Scorpions zufrieden geben. Gerechnet hatte man mit 200.000 Zuschauern. Aber letztlich müssen es über 400.000 gewesen sein, die dem Spektakel beiwohnten.

Teil des Konzertes waren riesige Baukräne und Hubschrauber. Die Scorpions fuhren mit einer Stretch-Limo, begleitet von einer Rockereskorte, direkt auf die Bühne. Und um die gigantische Optik durch eine noch gigantischere Akustik zu unterstreichen, wurde angeblich eine Sieben Megawatt-Anlage aufgefahren. Umso größer war der Schock, als schon beim zweiten Titel plötzlich Funkstille herrschte. Roger Waters gigantisches Projekt schien etwas zu groß geraten für Berlin.

Und doch, so schildert es HaJo Dwilling, ein Konzertbesucher, war das Konzert ein zeitgeschichtliches Ereignis, das unter die Haut ging.

Gespielte Titel

  • Pink Floyd - Another Brick in the Wall (Part One)
  • Scorpions - In The Flesh (Part 1)
  • Roger Waters, Joni Mitchell, James Galway - Good Bye Blue Sky
  • Roger Waters, Paul Carrack - Hey You
  • Roger Waters, Garth Hudson - Another Brick in The Wall (Part One)
  • Roger Waters, Stan Farber, Jim Haas - The Happiest Days Of My Life
  • Sinéad O'Connor  - Mother
  • Roger Waters, Bryan Adams - Young Lust
  • Roger Waters - Bring The Boys Back Home
  • Roger Waters - Comfortably Numb
  • Roger Waters - The Trial
  • Roger Waters - The Tide Is Turning

Stand: 15.07.2020, 10:00