Fela Kuti

Sorrow, Tears & Blood – 25. Todestag von Fela Kuti

Stand: 19.07.2022, 11:28 Uhr

Er war Inspiration für Größen wie James Brown und Miles Davis, patriarchaler Bürgerschreck und Nigerias Staatsfeind Nummer Eins. Wir blicken zurück auf Fela Kuti, die afrikanische Mythengestalt, und auf sein wegweisendes Genre 'Afrobeat'.

Von Max Jagielski

Sorrow, Tears & Blood – 25. Todestag von Fela Kuti

WDR 5 Musikbonus 30.07.2022 59:24 Min. Verfügbar bis 30.07.2023 WDR 5 Von Maximilian Jagielski


Hypnotische Drum-Grooves, ein Funk-Bass, lange Saxofon- und Keyboard-Soli, die sich in vollen Bläser-Einsätzen auflösen. Dazu revolutionäre politische Texte. Mitte der Siebziger hat sich Fela mit seinem Genre "Afrobeat" als Musiker und unangepasster Bürgerschreck in der nigerianischen Metropole Lagos etabliert. In seiner Kommune "Kalakuta Republic" lebte er mit seiner Band, seiner Mutter und einem Harem aus 27 Frauen, dauerhaft eingehüllt in Cannabis-Schwaden.

In seinem Club "The Africa Shrine" hielt er regelmäßig Konzerte und Reden auf Pidgin-Englisch, der Lingua Franca der armen Bevölkerung. Darin ging es meistens um den Protest gegen Staat, Kirche und Lobbyisten, oder um das schwer lastende Erbe der Kolonialzeit und seinen Traum vom vereinten Afrika ohne Ländergrenzen. Felas rebellischer Lebensstil und seine direkte Aussprache machten ihn zur Persona non Grate des nigerianischen Regimes.

Fela Kuti war ein exzentrischer Revolutionär, musikalisch und politisch. Am 2. August 1997 erliegt er nicht seinem langjährigen Feind, dem nigerianischen Militärregime, sondern den Folgen einer unentdeckten Aids-Erkrankung. Sein Werk aber inspiriert noch heute: als wegweisendes Musikgenre und als ein Zeichen des Widerstands gegen die Despoten dieser Welt.

 Disclaimer:

Die Musiktitel können wir Ihnen leider nur in Ausschnitten präsentieren, da der durchschnittliche Fela Kuti-Song eine stolze Länge von 15 Minuten hat. Einen Link zu den gespielten Songs finden Sie hier:

(An)Gespielte Titel:

  • Fela Ransome-Kuti & The Africa 70 with Ginger Baker – Let's Start
  • Victor Oly-Iya and his Cool Cats – Cool Cats Invitation
  • Fela Ransome-Kuti & His Highlife Rakers – Fela's Special
  • Fela Ransome-Kuti & his Koola Lobitos – Fere
  • Geraldo Pino – Heavy Heavy Heavy
  • Fela Ransome-Kuti & Nigeria 70 – Witchcraft
  • Fela Ransome-Kuti & Nigeria 70 – My Lady Frustration
  • Fela Ransome-Kuti & The Afrika 70 – Jeun Ko Ku (Chop' n Quench)
  • Fela Ransome-Kuti & The Afrika 70 – Expensive Shit (Edit)
  • Fela Kuti & The Afrika 70 – Sorrow Tears and Blood
  • Fela Kuti & The Afrika 70 – Zombie (Edit)
  • Fela Kuti & The Afrika 70 – Coffin for Head of State
  • Fela Anikulapo-Kuti & Egypt '80 – Beast of No Nation
  • Fela Kuti & The Afrika 70 – Water get no enemy (Edit)

Quellen:

  • Afolayan, Adeshina.Falola, Toyin. Fela Anikulapo-Kuti: Afrobeat,Rebellion, and Philosophy. Bloomsbury Academic, 2022.
  • Moore, Carlos. This Bitch of a Life. Omnibus Press, 2009.
  • Veal, Michael E. Fela: The Life & Times of an African Musical Icon. Temple University Press, 2000.
  • Interview des Autors mit Adeshina Afoyalan, Professor der Philosophie an der University of Ibadan, Nigeria

Links: