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Uns wird nichts zu bunt! Die Favoriten im Juni

Die Favoriten auf WDR 5

Uns wird nichts zu bunt! Die Favoriten im Juni

Von Kathrin Herr

Was haben Wilco, Szymon und Anna Erhard gemeinsam? Richtig, sie sind alle in unseren Favoriten für Juni.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Kodaline - Perfect World

Perfect World

In Musikkritiken fällt oft der Satz: "Klingt wie: Mumford and Sons, Of Monsters and Men oder sogar die Rock-Pop-Legenden Coldplay". Davon lässt sich die vierköpfige Band Kodaline nicht beirren. Im Gegenteil, es schmeichelt der Band sogar, denn sie sind mit Coldplay quasi aufgewachsen. Kodaline kommen aus Dublin und ihr Debütalbum "In a Perfect World" sticht mit akustischer Gitarre und Klavier aus dem Plattenregal hervor. Eine perfekte Welt gibt es für die Künstler gar nicht, aber Musik machen ist doch schon einmal ein Anfang. Den Anfang ihres Debütalbums machte auch ihr Song "Perfect World", der zugleich unser Favoritentrack des Junis geworden ist.

Anna Erhard - One Minute of Silence

One Minute Of Silence

Nehmen wir uns doch einfach einmal eine Minute Zeit zum Nachdenken und Entspannen. Das macht zumindest die österreichische Sängerin Anna Erhard in ihrem Song "One minute of silence". Ihre Stimme kennt man schon als Frontsängerin der Baseler Band "Serafyn". Was haben ihr Soloprojekt und die Band gemeinsam? Die Mitarbeit des Produzenten Pola Roys. Dieser hat im Produzieren und als Schlagzeuger der deutschen Pop-Rock-Band "Wir sind Helden" schon die ein oder andere Erfahrung sammeln können. Anna Erhard hat es mittlerweile in ihre Wahlheimat Berlin verschlagen. Dort ist auch unser Favoritentrack, der zugleich ihr Solodebüt ist, entstanden. Ihren Umzug und die Entscheidung ihren eigenen Weg als Solokünstlerin einzuschlagen, verarbeitet die junge Sängerin gekonnt in ihren Songs. Indiepop zum Zurücklehnen oder einfach "One minute of silence"!

Waiting for Smith - Monkeys in my head

Monkeys In My Head

Die folgende Geschichte kann Harry Lloyd, Frontsänger der Band Waiting for Smith, sicherlich auch noch seinen Enkeln erzählen: Der ehemalige Skilehrer bangte nach einem schweren Unfall auf der Piste um sein Leben. Genau dann traf er die Entscheidung, Musiker zu werden und eine Band zu gründen. Damals konnte er schon singen, aber das Gitarre spielen musste er erst noch lernen. Durch seinen Skiunfall war er ein Jahr ans Bett gefesselt und wurde so eins mit der Gitarre. Der Name der Band ist auch eine weitere Geschichte wert: Das endlose Warten auf den ursprünglichen Drummer Smith brachte der Band den Namen "Waiting for Smith". Der ist mittlerweile durch einen zuverlässigeren Schlagzeuger ausgetauscht worden. Die Message der Band aus Oxford ist, die Dinge nicht immer so ernst zu nehmen. Die Wirkung ihrer Musik bezeichnen sie selbst als Form von freier Therapie: Sie bringt uns zum Lachen, manchmal aber auch zum Weinen. In dem Favoritensong "Monkeys in my head" erkennen wir das Motto der Band wider: Ein Affe im Kopf? Einfach mal nicht so ernst nehmen!

Szymon - Yakuza

Yakuza

Szymon Borzestowski war ein talentierter Multiinstrumenalist aus Newcastle. Die Betonung liegt auf war, denn 2012 nahm er sich das Leben. Bekannt wurde der junge Musiker erst nach seinem Tod mit einem seiner Demo Tapes. Dieses wurde bereits 2008 an EMI auf der Suche nach Releasegebern von seinem Vater eingeschickt. Daraus entstand dann das posthum veröffentlichte Debütalbum "Tigersap", dass seinen warmen, zeitlosen Folk mit soften und elektronischen Passagen hörbar macht. Ende letzten Jahres veröffentlichte die Familie Borzestowski das zweite Album "Blue Coloured Mountain" nach dem Ableben des Künstlers. Sein Bruder Dom erzählte in einem Interview: "I remember a couple of months before he passed away, he handed me a CD with Yakuza on it and was like, 'I want you to have this. I like this song. I think it's one of my best'." Der Song "Yakuza" ist auch unser Favoritensong, denn er zeigt den verändernden Stil des zweiten Albums, in dem der Fokus auf elektronischen Parts liegt. Seine warme, charakteristische hohe Kopfstimme bleibt - genauso wie unsere Gedanken an ihn - erhalten. "Blue Coloured Mountain" entstand wenige Monate vor dem Tod des Musikers aus Großbritannien.

The Hempolics - Get it right

Get it Right

In weiser Voraussicht benannte die Band "The Hempolics" ihr aus 2017 hochgelobtes Debütalbum "Kiss, Cuddle & Torture Volume 1". Damals wurde die Fangemeinde mit Singleauskopplungen des Albums schon in große Vorfreude gestimmt. Der unverwechselbare Sound der Gruppe aus London ist stets cool, vielseitig und bedient sich unterschiedlichster Genres. Trotzdem fehlt in keinem Track die "Hempolics-Signatur". Parallel zum Debütalbum wurde schon vor drei Jahren an zwei weiteren Alben gearbeitet. Eines davon kommt Mitte Juni in die Plattenläden.
"Volume 2" ist ein bunter Genremix aus Reggae, Dub, Soul und Pop mit einer Mischung aus Hip-Hop-Elementen ebenso wie Shoegaze. Unser Favorit des brandneuen Albums ist das Stück "Get it right". Egal ob und wann "Volume 3" herauskomen wird und ob es wirklich so heißen mag: Nummer zwei hören wir diesen Sommer rauf und runter!

Wilco - Hold me anyway

Ode To Joy

Mehr als 25 Jahre gibt es nun schon die US-amerikanische Band Wilco. Deren Frontsänger ist Jeff Tweedy, der auch als Solomusiker bekannt ist.  Er übernimmt nicht nur das Komponieren bei Wilco, er hat sogar seine eigenen Memoiren veröffentlicht. Es scheint, als würden die tiefsten und traurigsten Punkte seines Lebens dort schon beschrieben worden sein. Das neueste Album der Musikgruppe trägt den Namen "Ode to Joy" (dt. "an die Freude") und behandelt ganz entgegen des Titels weder Traurigkeit noch Optimismus. Es soll vielmehr ehrlich und ganz unverschleiert sein. In unserem Favoritensong "Hold me anyway" geht es um die Frage nach dem Sinn des Lebens vor dem Tod.

Sarah Mikovski - Les Mauvais Garçons

Pôle Nord

Jazzig, groovig und swingend singt Sarah Mikovski in ihrem Song "Les mauvais garçons" über die "bösen Jungs". Eigentlich hat die französische Singer-Songwriterin aus Lyon einen eher klassischen Musikbackground. Klassik- und Jazzeinflüsse wurden ihr durch ihren Abschluss am Musikkonservatorium in Lyon auf ihren Weg gegeben. Ihr neues Debütalbum "Pôle Nord" (dt. Nordpol) zeigt ihren musikalischen Facettenreichtum. Dieses Jahr am Valentinstag kam "Pôle Nord" auf dem französischen Label "440" heraus. So böse sind die Jungs dann wohl aber doch nicht. Sarah Mikovski schafft eine hervorragende Kombination aus französischen Chansons mit urbanen Pop-Klängen!

The James Hunter Six - Brother or Other

Nick Of Time

Kopf und Sänger der Band "The James Hunter Six" ist James Hunter aus Colchester (Essex, Großbritannien). Er arbeitete über 30 Jahre bei der Eisenbahn und wurde nebenbei als Backgroundsänger- und gitarrist von Van Morrison ("Brown Eyed Girl") berühmt. Die Songs werden stets eigens von James geschrieben. Die bisherigen Alben der britischen Band sind für ihr Uptempo und ihren R&B bekannt. Ihr neues Album "Nick of Time" aus diesem Jahr enthält 13 groovige Nummern. Auf Konzerten sind die Band und James Hunter normalerweise von ihrer besten Seite zu sehen. Corona-bedingt wurden ihre Deutschlandtermine allerdings abgesagt bzw. verschoben. Fans können sich stattdessen auf fünf Konzerte im Mai 2021 freuen. Auch in NRW wird die Band eine Show geben – am 13.05.2021 in Köln im Artheater.

Waiting for Smith - Song for Patch

Songs for Patch

Der Bandname von "Waiting for Smith" zeigt die Leichtigkeit und den Humor der Musikgruppe aus Oxford. Das endlose Warten auf den ursprünglichen Drummer Smith schenkte der Band ihren Namen. Smith ist mittlerweile durch einen zuverlässigeren Schlagzeuger ersetzt worden. Die Message der Musiker aus Oxford ist es, die Dinge nicht immer so ernst zu nehmen. Die Wirkung ihrer Musik bezeichnen sie selbst als Form von freier Therapie: "Sie bringt uns zum Lachen, manchmal aber auch zum Weinen." Unser Favoritensong "Song for Patch" ist aus der zwei-Track EP "Songs for People I loved". Neben "Patch" ist da auch noch "Grace", über die ein Song geschrieben wurde.

Mariama - Easy Way Out

The Easy Way Out

Unser Favoritensong stammt vom gleichnamigen Debütalbum "The Easy Way out" aus 2012. Wir gehen also zurück zu den Anfängen von Mariama. Sie wurde in Sierra Leone geboren und wuchs in Köln auf. Die Kategorie "Musik aus NRW" passt aber doch nicht so ganz, denn mittlerweile lebt die junge Musikerin in Paris. Sie sang in Chören und übte das Spielen auf der Gitarre ihrer Mutter. Heute schreibt und komponiert sie ihre Songs selbst und singt in Englisch oder Französisch. Unser Favoritenstück "Easy way out" wurde ebenso in einer "French Version" veröffentlicht.

Stand: 23.05.2020, 13:57