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Die WDR 5 Favoriten - so klingt unsere Adventszeit 

Die Favoriten auf WDR 5

Die WDR 5 Favoriten - so klingt unsere Adventszeit 

Von Kathrin Herr

Bei uns läuft zwar kein Last Christmas, dafür aber unsere Favoriten! Und die sind mindestens genauso gut wie jedes Weihnachtslied.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Theo Katzman - The Death of Us

Theo Katzman - Modern Johnny Sings Songs in the Age of Vibe

Theo Katzman  liebt laut eigener Aussage Menschen und die beste Methode um mit Menschen zu connecten ist seiner Meinung nach Musik. Deswegen spielt er seine Konzerte immer dort, wo er Fans hat. Nach einem ausverkauften Madison Square Garden gehört seine Heimatstadt New York auf jeden Fall mit dazu. Inzwischen ist der Multi-Instrumentalist, Produzent und Songwriter allerdings an der Westküste, genauer gesagt in Los Angeles beheimatet. Unser Song "The Death of us" stammt vom aktuellen Album "Modern Johnny Sings: Songs in the Age of Vibe".

Cayucas - California Girl

Cayucas - California Girl

Die Band Cayucas hat im September ein neues Album rausgebracht mit Namen "Blue Summer". Das hat sich dann ziemlich schnell in die Herzen der Kritiker gespielt, einfach weil die Band bisher noch nie so leichtfüßig und unbeschwert daherkam - mit dem beinahe perfekten Soundtrack für einen Tag am Strand. Das erklärte Ziel der beiden Zwillingsbrüder aus Kalifornien war es, sich auf die eigenen musikalischen Wurzeln zu besinnen und die sind nun mal unverkennbar: die Beach Boys. Nur am Falsett müssten sie noch ein bisschen arbeiten - oder auch nicht. 

Mungo's Hi Fi  - Divorce a l'Italienne

Mungo's Hi Fi - Sound System Champions

Was macht man, wenn man keine Lust auf Labelvorgaben hat? Man gründet einfach sein eigenes Label. So hat es zumindest die Band Mungo's Hi Fi gemacht. Damit aber nicht genug, um den Sound wirklich genau so hinzubekommen, wie man sich das vorstellt, hat die Band auch noch eigene Lautsprecherboxen entwickelt. Kurzum: Mungo's Hi Fi brauchen eigentlich nur noch Fans, um glücklich zu sein. Und die haben sie tatsächlich auch zu Hauf! Ganz im Sinne jamaikanischer Popkultur handelt es sich bei Mungo's Hi Fi um keine Band im konventionellen Sinne, sondern um ein so genanntes Sound System – einem Künstlerkollektiv, in unserem Falle bestehend aus drei DJs. Die Sängerin Marina P hat übrigens ihre Stimme fürs aktuelle Album "Soul Radio" verliehen.

Melody Gardot feat. Sting - Little something

Melody Gardot & Sting - Little Something

Sting und Melody Gardot sind ja eigentlich nicht wirklich in den gleichen musikalischen Gefilden unterwegs, evtl war es genau das, was die beiden an der Zusammenarbeit so gereizt hat. Der Song scheint zwar oberflächlich betrachtet ein schönes Liebeslied zu sein, ist in Wahrheit aber ein Mutmacher für die Musikbranche und dass irgendwann auch eine Zeit nach Corona kommt. Die beiden Künstler haben sich tatsächlich erst kennengelernt nachdem der gemeinsame Song bereits veröffentlich war! Erst als sie ein gemeinsames Musikvideo auf Stings Weingut produziert haben, sind die beiden sich zum ersten Mal live begegnet, die Kommunikation davor lief allein übers Internet.

Coyote Island - Here before

Coyote Island - Here Before

Coyote Island ist der Künstlername eines Songwriters von der US-Ostküste, der im echten Leben eigentlich Mike O'Hehir heißt. Geboren und aufgewachsen ist er aber in England, hatte aber durch seine Großeltern schon immer eine Verbindung in die USA. Bei Coyote Island handelt es sich übrigens um Mikes Happy Place, an den er sich gedanklich versetzt wenns mal wieder nicht ganz so rund läuft bei ihm. Unser Song "Here before" handelt übrigens vom Suchen und Finden der Liebe, inspiriert wurde Mike dabei von der Story, wie er seine Verlobte kennengelernt hat – nämlich ganz romantisch bei einer Lagerfeuerparty.

Ganes - Tartaruga de Plastica

Ganes - Or Brüm

"Tartaruga de plastica" bedeutet aus dem Ladinischen übersetzt "Schildkröte aus Plastik". Ladinisch ist übrigens ein Dialekt, der in den Dolomiten gesprochen wird. Genau dort, in einem kleinen Dorf Namens "La Val" sind die zwei Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen aufgewachsen. Seit mehr als zehn Jahren machen sie nun schon gemeinsam Musik. 2016 kam Bassistin Natalie Plöger dazu und seitdem treten sie als Trio auf – alle Texte werden natürlich stets in ihrem Dialekt gesungen.
Der Songtitel "Tartaruga de plastica" lässt die Thematik des Songs schon ein wenig erahnen: Es geht um die Verschmutzung der Weltmeere und im Großen und Ganzen um Klimaschutz. Die Musikgruppe Ganes zeigt uns, dass über die ernsten Dinge dieser Welt auch mit einer gewissenen Leichtigkeit gesungen werden kann.

RoMi - Roll on

RoMi - Roll On

Endlich mal wieder einen Favoritensong aus NRW von niemand geringerem als RoMi. Von RoMi haben Sie noch nichts gehört? Dann aufgepasst: RoMi, das sind Roman Babik (u.a. bekannt aus der Band "Club des Belugas") und Mickey Neher, aus Wuppertal. Sie beschreiben sich selbst weniger als ein Duo, vielmehr als eine Bigband. Doch abgehoben wirken sie ganz und gar nicht: Im Musikvideo zu "Roll on" fahren die beiden mit Inlineskatern, Roller und Fahrrad durch Wuppertal und werden von einem Jungen auf einem Fahrrad "verfolgt?". Die ein oder andere Sehenswürdigkeit Wuppertals rauscht im Musikflow vorbei. Zwischendurch gibt es dann auch noch eine Panne mit den Inlinern, aber ganz egal – "Roll on". Die Leichtigkeit aus ihrem Musikvideo ist mit ihrem Zusammenspiel aus R&B, Funk, Soul und Jazz mindestens genauso hörbar.

Laura Cortese and the Dance Cards - How Long

Laura Cortese and the Dance Cards - Bitter Better

Wer hinter "Laura Cortese and the Dance Cards" wilde Tanzmusik erwartet, der irrt! Es handelt sich um eine vierköpfige Streicher-und Gesangsgruppe, die aus Valerie Thompson (Cello/Gesang), Jenna Moynihan (Geige/Gesang), Natalia Bohrn (Kontrabass/Gesang) und zu guter Letzt der Namensgeberin, Frontsängerin und Violinistin Laura Cortese besteht. Die Musikgruppe ähnelt ganz und gar nicht einem klassischen Streicherquartett, sondern ist durch ihre Arrangements, die sich zwischen Indie- und Folkmusik bewegen, mehr als eine Band wahrzunehmen. Diesen Sommer veröffentlichten die Musikerinnen ihr zweites Album "Bitter Better", von dem auch unser ausgewählter Favoritensong "How long" stammt. Auf eine ganz besondere Art und Weise zeigen uns Laura Cortese and the Dance Cards, dass es auch in der modernen Popmusik nicht an Streichern fehlen darf. Das passiert alles mit einer Leichtigkeit und Ruhe, sodass wir uns einfach nur zurücklehnen und die Musik genießen können.

Stereofysh - Hey Don't yeah me

Stereofysh - Tiny Revolution

Bei dem Namen "Stereofysh" denkt vielleicht der ein oder andere an Fische. Das ist auch in Ordnung, denn passenderweise heißen die drei Bandmitglieder Gunnar, Lysann und Lars mit Nachnamen "Zander". (Ein Zander ist übrigens eine bestimmte Art von Barschen, die im Süßwasser leben.) Beim Berliner Trio trifft Popmusik auf einen Mix aus Dub, Jazz und House, dazwischen gibt es einige elektronische Experimente. Lars bringt sein Saxophon und seine Leidenschaft zur Jazzmusik mit ins Bandprojekt. Lysann überzeugt als Sängerin und Gunnar ist Produzent und hat schon einige tanzbare Remixe herausgebracht. Ihr Song "Hey don't yeah me" ist dieses Jahr im Sommer auf ihrer aktuellen EP "Tiny Revolution" erschienen und hinterlässt bei uns einen mehr als soliden Höreindruck.

Myles Sanko - Freedom is you

Myles Sanko - Memories Of Love

Die einen betiteln sich selbst als Mutliinstrumentalisten, Myles Sanko hingegen ist eher so etwas wie ein "Multikünstler": Der Brite ist zugleich Musiker, Komponist, Produzent und sogar Kameramann. Alles begann 2011 mit Videos von akustischen Live-Performances auf seinem YouTube-Channel. Für die Songauswahl ließ er sich etwas ganz Besonderes einfallen: Seine Fans durften Tracks mit aussuchen und so entstand schon zu Beginn seiner Karriere eine stetig wachsende und große Fangemeinde.
"Freedom is you" handelt von Myles Sankos Liebe zur Musik, die seine Freiheit bedeutet, wie er in unserem Favoritentitel singt. Seine Form des Souls wirkt mit der Begleitung eines 8-stimmigen Chors fast gospelähnlich. Der Song ist schon ein kleiner Vorgeschmack auf das im kommenden Frühjahr 2021 geplante Album "Memories of Love".

Travis  - Waving at the Window

Travis - 10 Songs

Die schottische Band Travis vorzustellen wirkt schon fast etwas bizarr, denn mit ziemlicher Sicherheit ist die hochgelobte Musikgruppe in aller Munde. Immerhin schreiben die vier Musiker aus Glasgow schon seit 30 Jahren Musikgeschichte. Klingelt es zum Beispiel bei dem Song "Sing" oder "Why does it always rain on me?"? Ja! Diese Band ist es! Neben einem Livealbum aus 2019, veröffentlichte die Band bisher acht weitere Studioalben. Ihr neuntes und aktuelles Album aus diesem Herbst heißt ganz unprätentiös "10 Songs". Es ist melancholisch, stellenweise aber auch unbeschwert und handelt von der Liebe und dem gemeinsamen Altwerden. Unser ausgewählter Favorit "Waving at the Window" fängt mit den Zeilen "This is no rehearsal, this is the take" an. "Das ist keine Probe, das ist eine Aufnahme" – na und was für eine! "Waving at the Window" ist das erste Stück aus "10 Songs" und macht Lust auf mehr.

BRTHR - High times for loners

BRTHR - High Times For Loners

Bei all dem Furchtbaren, das durch die Coronakrise passiert ist, haben BRTHR auf der anderen Seite doch ein kleines bisschen von der Situation profitiert – zB hatten sie noch nie so viel Zeit ein Album rauszubringen. Sie konnten sich sogar den großen Luxus rausnehmen, Songs erst im Studio fertig zu produzieren und sind laut eigener Aussage als Band noch enger zusammengewachsen. Immerhin ein kleiner Trost, wenn man sich die momentane Situation der Künstler so ansieht. Trotzdem haben die vier Stuttgarter Jungs rund um Songwriter Philipp Eissler ein feines Album produziert, das wie unser Song "High times for loners" heißt. Und obwohl der Titel etwas anderes impliziert, ist der Song tatsächlich als einziger schon vor dem ersten Shut-Down im März erschienen.

Stand: 01.12.2020, 12:00