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Die Besten im August - unsere zwölf Favoriten des Monats

Die Favoriten auf WDR 5

Die Besten im August - unsere zwölf Favoriten des Monats

Von Kathrin Herr

Die WDR 5-Favoriten bekommen auch diesen Monat wieder ihre Primetime. Neben der Musik gibt es alle Infos rund um die Künstler, zum Beispiel wie die Band Waiting for Smith zu ihrem Namen gekommen ist.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Emily Elbert - Ella's Song

We Who Believe In Freedom

Ein song aus dem Jahr 1988 in gamz neuem Gewand – aber mit derselben Bedeutung: Protest. Und der ist ja leider bekanntlich heutzutage so aktuell wie noch vor 30 Jahren – vor allem wenn sich am Auslöser so wenig verändert hat. Emily Elbert hat sich für den Song Unterstützung von den beiden Künstlerinnen Jessica Childress und Raquel Rodriguez geholt – das Original stammt von der Aktivistin Bernice Johnson Reagon. Protestsongs sind übrigens nichts Neues für Emily Elbert – 2018 hat sie bereits das Album "We who believe in freedom" veröffentlicht, auf dem man z.B. auch Songs von Bob Dylan und Pete Seger findet.

Fantastic Mister Zguy - Even Superheroes stay in bed

Even Superheroes Stay In Bed

Wer sich ein bisschen näher mit dem französischen Künstler Fantastic Mister Zguy befasst, dem fällt auf, dass Schrimps in dessen Leben eine größere Rolle zu spielen scheinen. "Shrimp Fishery" hieß seine allererste EP, "King Shrimp" sein Debüt-Album, das er zu Ehren seiner Großmutter so benannt hat. Die stammte nämlich aus einem kleinen Fischerdorf in der Normandie und als Kind durfte er in den Ferien immer mit zum Schrimps-Fischen. Unser Favorit hat ausnahmsweise nichts mit Schrimps zu tun, aber natürlich ist es auch als Superheld vollkommen in Ordnung, einfach mal im Bett zu bleiben. Der Künstlername kommt übrigens von einem seiner Lieblingsfilme, Fantastic Mr. Fox von Wes Andersen. 

The Soul Immigrants - Back from the brink

Back from the Brink

Sie sind schon längst ein fester Bestandteil der zeitgenössischen Funk und Soulszene. Die Soul Immigrants kommen aus London und sind schon seit 1992 im Geschäft, letztes Jahr haben sie ihr aktuelles Album rausgebracht, das heißt genau wie unser Song "Back from the brink". Und wie das halt so üblich ist für kleinere Musikszenen, begegnen einem die einzelnen Akteure immer wieder in unterschiedlichen Bandkonstellationen.

Club des Belugas feat. Maya Fadeeva - Straight to my heart

Straight To My Heart

Unser Wuppertaler Lieblingskollektiv, Club des Belugas, hat was neues Altes! Und zwar einen Sting-Klassiker aus dem Jahr 1987, der eher zu den verborgenen Schätzen des Künstlers gehört. Welche Stimme könnte da besser passen als die der Sängerin Maya Fadeeva. Die großartige Sängerin war übrigens schon auf der ganzen Welt zu Hause, von Moskau und New York kam sie über Maastricht ins beschauliche Wuppertal.

Saint Saviour feat. Willy Mason - Rock Pools

Rock Pools

Man kann es sich schon denken: Saint Saviour ist natürlich ein Künstlername, den sich Betty Ford aufgrund des gleichnamigen Viertels in London gegeben hat. In der britischen Hauptstadt lebt sie schon seit 2003 und war schon in den unterschiedlichsten Bandkonstellationen unterwegs zum Beispiel mit der Kombo Groove Armada. Seit 2009 ist sie allerdings solo unterwegs, oder in Einzelfällen mit befreundeten Künstlern. So auch bei unserem Duett namens "Rock Pools" für den sie den New Yorker Songwriter Willy Mason gewinnen konnte und dessen dunkle Stimme laut eigener Aussage einen perfekten Kontrast zu ihrer
eigenen darstellt.

Norah Jones - I'm Alive

Pick Me Up Off The Floor

Vor rund 20 Jahren startete die Musikkarierre der neunfachen Grammy-Gewinnerin Norah Jones. Ihr neues Album "Pick me up to the floor" besticht mit eingängigen Texten über das Leben und man könnte meinen, es sei während der Corona-Pandemie entstanden. Die Texte gab es allerdings schon vorher, sie sind dennoch gerade jetzt hochaktuell.
Während der Pandemie entdeckte Norah Jones, trotz ihres Bekanntheitsgrads, die "Wohnzimmerkonzerte" für sich. Einmal pro Woche gibt sie auf Youtube ihr Gesangstalent zum Besten. Oft passiert das auch mal ganz entspannt vor ihrem Klavier. Auch unser Favorit "I’m alive" ist aus ihrem Wohnzimmer zu hören und so können wir auf eine fast schon intime Art und Weise der Musikerin folgen. Der Track entstand übrigens in Zusammenarbeit mit Songwriter Jeff Tweedy, der auch durch seine Rockband "Wilco" in aller Munde ist.

Alfie Templeman feat. Coach Party - My Best Friend

My Best Friend

Es scheint, als sei der jüngste Indie-Star Großbritanniens entdeckt worden: Während im Teenageralter der ein oder andere vielleicht noch Flausen im Kopf hat, scheint Alfie Templeman bereits mit 13 Jahren seine Passion und sein Genre gefunden zu haben. Der mittlerweile 17-jährige Multiinstrumentalist aus Bedfordshire hat schon drei EPs veröffentlicht. Seine vierte EP "Happiness in Liquid Form" überzeugt mit einem einnehmenden Sound und groovigen Basslines. Er ist ganz und gar nicht im Stimmbruch, seine Stimme bleibt lebendig und ausdrucksstark, genau wie die Texte seiner Stücke. In "My best friend" geht es um den Umgang mit Depressionen: "I like being sad. It’s the bestest friend I’ve ever had." Alfie singt so ganz unbeschwert über die Depression in menschlicher Form.
Unterstützung bekommt das Wunderkind Englands in unserem Favoritensong "I’m alive" von Labelkollegin "Coach Party" und deren Bassist Jess Eastwood.

Malia - Me And My Girlfriend

Me & My Girlfriend

Ihr Herz schlägt für viele Dinge, sie selbst sagt, sie sei eine Verschmelzung und Musik sei das dazu passende Spiegelbild. Eine weitere und kurze Beschreibung trifft auch auf sie zu: Blues ist ihr Leben. Die Rede ist von der britischen Sängerin Malia. Unser Favoritensong ist von ihrem 12-Track-Album "The Garden of Eve". Mit Trompetenklängen ist "Me & My Girlfriend" wohl der jazzigste Song des Albums. Trotzdem würdigt die Künstlerin alles in allem den Blues, ein Genre, welches in Zeiten von Charts und Popmusik doch manchmal zu kurz kommt. Eines ihrer Idole ist deshalb auch Jazzlegende Billie Holiday, speziell mit ihrem Song "Blue Monday". Malia spürt jede Zelle ihres Körpers beim Hören ihres Lieblingssongs.
Unser Favorit ist ganz klar "Me & My Girlfriend" und die restlichen elf Songs aus dem neuen Album Malias.

Milky Chance & Jack Johnson - Don't Let Me Down

Don't Let Me Down

Es klingt fast schon wie eine kleine Liebesgeschichte: Die Geschichte, wie aus Idolen Freunde wurden: Das deutsche Duo Milky Chance (Clemens Rehbein und Philipp Dausch) aus Kassel hörten schon früher die Musik von Jack Johnson rauf und runter. Vor 7 Jahren erlangten die zwei Jungs dann ihren Durchbruch mit dem Titel „"Stolen Dance". Mehrere Festivalauftritte folgten, unter anderem 2018 ein Auftritt in der Schweiz. Dort kamen sie ihrem Idol Mr. Johnson näher. Ein weiterer Auftritt noch und die Jungs jammten gemeinsam in Johnsons Umkleidekabine. Dieses Jahr veröffentlichten die Musiker dann endlich einen gemeinsam produzierten Track: "Don’t let me down". Es ist ein elektronischer und entspannter Song, der all die positiven, musikalischen Facetten der drei vereint. Hoffentlich kommt da bald noch mehr von den neu gewonnenen Freunden.

Waiting For Smith - So Much Love

So Much Love

Die folgende Geschichte kann Harry Lloyd, Frontsänger der Band Waiting for Smith, sicherlich auch noch seinen Enkeln erzählen: Der ehemalige Skilehrer bangte nach einem schweren Unfall auf der Piste um sein Leben. Genau dann traf er die Entscheidung, Musiker zu werden und eine Band zu gründen. Damals konnte er schon singen, aber das Gitarre spielen musste er erst noch erlernen. Durch seinen Skiunfall war er ein Jahr ans Bett gefesselt und wurde so eins mit der Gitarre. Der Name der Band ist auch eine weitere Geschichte wert: Das endlose Warten auf den ursprünglichen Drummer Smith brachte der Band den Namen "Waiting for Smith". Der ist mittlerweile durch einen zuverlässigeren Schlagzeuger ausgetauscht worden.

Alec Benjamin - Demons

Demons

Spätestens seit seinem Welthit "Let me down slowly" aus 2018, ist Alec Benjamin auch in Deutschland in allen Radiowellen zu hören. Im Mai dieses Jahr kam endlich das lang ersehnte Debütalbum des jungen Künstlers aus Los Angeles heraus: "These Two Windows". Vorher konnten seine treuen Fans schon den von uns gewählten Favorit "Demons" als Albumauskopplung und kleinen Vorgeschmack hören. Zwischen fast schon heiteren Gitarrenpassagen und düsteren Textzeilen über die eigenen Dämonen, singt er auch: "You’re the reason, the only the keeps me from diving off the deep end / 'Cause I got all these demons in me". "Demons" ist als eine Hommage an eine Person gedacht, die für den Musiker jederzeit da ist! Zu seinen Idolen und Einflüssen gehören Rapper Eminem, Singer-Songwriter John Mayer und Paul Simon (The Sound of Silence). Es sind große Fußstapfen, in die er tritt, die er aber mit seinem eigenen Alec-Sound füllen kann.

Two Year Vacation - Never Been To Paris

Never Been To Paris

Zwei Jahre Urlaub und dennoch noch nie in Paris gewesen! Hoffentlich muss man in diesem Falle Bandname und Songtitel nicht wörtlich verstehen. Two Year Vacation ist eine Band aus Göteborg und unser Song stammt von der aktuellen EP "Bedroom Rock". Der Name soll ein Bild von Kindern erwecken, die in ihrem Schlafzimmer im Schlafanzug stehen und so tun als seien sie Rockstars. So kindlich und augenzwinkernd das jetzt alles klingen mag, in einer Sache verstehen die Jungs wirklich gar keinen Spaß: Musik steht immer an erster Stelle – außer es geht um Urlaub.

Stand: 21.07.2020, 12:30