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Die Favoriten auf WDR 5

April, April, der macht was er will!

Stand: 23.03.2022, 14:16 Uhr

Ob stürmisch oder Sonnenschein, Schneedecken oder Osterglocken: Im April ist bekanntlich alles möglich, wie auch bei unseren Favoriten. Diesen Monat gibt es von uns mal wieder eine abwechslungsreiche Auswahl an Titeln, die einfach zu jeder Stimmung passen.

Von Kirsten Kynast, Kathrin Herr

April, April, der macht was er will!

WDR 5 Musikbonus 02.04.2022 57:00 Min. Verfügbar bis 02.04.2023 WDR 5


Musik 1 Keb’Mo‘ – Good to be home again

Keb Mo

Die großartige Musik von Blueslegende Keb’Mo‘ ist schwer in Worte zu fassen – und doch versuchen wir es an dieser Stelle: In unserem ausgewählten Favoriten "Good to be (home again)" singt der fünffache Grammy-Gewinner über seine kalifornische Heimatstadt Compton. Mittlerweile lebt der 70-jährige Musiker in Nashville. Dieses Jahr veröffentlichte Keb’Mo‘ mit seinem Studioalbum "Good to be…" eine hervorragende Americana-Platte. Auf 13 Stücken geht es um seine Heimat und seine Herkunft. Während der Song "Good to be (home again)" glückselig und positiv wirkt, gibt es auch nachdenklichere Stücke. Wir sind erneut begeistert von Keb’Mo‘ und seinem gekonnten Mix zwischen Funk, Blues, Country und Pop.

Metronomy – Things will be fine

Metronomy

"Things will be fine" - alles wird gut werden: So heißt der optimistische Song der britischen Indie-Popband Metronomy. Das hoffnungsvolle Stück ist aus ihrem siebten Studioalbum "Small World" aus Mitte Februar 2022. Die ganze Platte bringt eine wahnsinnige Energie mit sich, lässt uns an bessere Zeiten erinnern und gibt einen positiven Ausblick in die Zukunft. Elektronischer Pop mit Gitarren- und Pianopassagen, was braucht es mehr? Noch ein bisschen Nostalgie und schon können Metronomy mit "Small World" ihr Comeback nach ihrem Vorgänger "The English Riviera" (2019) feiern. Wir freuen uns auf dieses großartige, siebte Album und schwelgen in Erinnerungen – welch wunderbare Momente konnte uns die Band Metronomy bisher schenken.

Lor - Bye Bye Sun Francisco

Lor

Musik aus Polen war bisher leider noch nie unter den Favoriten vertreten - was sich mit dieser spannenden Band aus Krakau endlich ändert! Lor sind fünf junge Künstlerinnen, deren musikalische Wurzeln allesamt im klassischen Bereich liegen. Für ihre Songs lassen sie sich allerdings lieber von skandinavischem Folk inspirieren - daher auch der Name Lor, der steht nämlich als Abkürzung für Folklore. Ihre erste Debütsingle erschien schon vor ein paar Jahren, da waren die Fünf grade mal 14-15 Jahre alt. Unser Favorit von ihnen stammt vom 2020er Album Sunlight, dass sich, wenig überraschend, einmal um die Sonne dreht.

Miloe – Winona (with Jamila Woods and Vagabon)

Miloe

Viele denken Miloe wäre der Name dieses jungen Künstlers, der im wahren Leben eigentlich Bob Kandeya heißt. Der Künstlername ist inspiriert vom Coldplay Album Mylo Xyloto und war im Prinzip lediglich der fehlenden Zeit geschuldet, sich einen richtigen Künstlernamen auszudenken. Inzwischen ist Bob aber ganz glücklich mit dem Namen und hat auch schon die ersten Erfolge darunter zu verbuchen. Sein Song Winona ist ein Remake seines gleichnamigen Songs von 2021, der zusammen mit der grandiosen Sängerin Jamila Woods und dem Indierocker Vagabon entstanden ist. Inhaltlich geht es um die Schauspielerin Wynona Ryder und ist eine Art Hommage an alle RomComs mit einem Romantic Twist.

Greyhounds – Walls

greyhounds

Mit souligen Duos aus Texas haben wir ja schon oft gute Erfahrungen gemacht in unserer Favoriten-Auswahl. Da machen auch die Greyhounds keinen Unterschied. Die gibt es allerdings schon eine ganze Weile, seit 1999 machen die beiden zusammen Musik - und trotzdem gelten sie hierzulande noch als absoluter Geheimtipp. Wenn die beiden nicht grade auf Tour sind, arbeiten sie meist an neuen Songs und Alben. Unser Song "Walls" ist beispielsweise auf ihrem insgesamt sechsten Studioalbum "Change of pace" erschienen. Wer die beiden mal live sehen möchte, der sollte sich im Juni nichts vornehmen, dort kommen sie nämlich für ein paar Shows nach Deutschland und machen auch in zwei Städten in NRW halt - genauer gesagt in Essen und in Düsseldorf.

Amos Lee – See the light

amos lee

Der in Philadelphia geborene Singer-Songwriter Amos Lee begeistert in seinem achten Album "Dreamland" mit elf einzigartigen Stücken. So auch mit unserem ausgewählten Favoriten "See the light". Im Stück singt der Multiinstrumentalist über seine eigenen Ängste. "See the light" soll Mut machen und enttabuisiert psychische Probleme. So singt er: "Even when I know I'm crying, I'm smiling on the side. 'Cause I know everything gonna be alright". Am Ende wird dann doch alles irgendwie gut! Lee will mit seinen Liedern Kraft geben. Das schafft er auf der gesamten Platte "Dreamland", die zum Verweilen und auch Träumen einlädt. Wir lieben Amos Lees starke Messages und seine Musik, die heilt!

Valerie June – Within you

valerie june

Bereits Singer-Songwriter Bob Dylan wurde auf das Gesangswunder Valerie June aus Memphis aufmerksam. Ihr neues und sechstes Album "The Moon And Stars: Prescriptions for Dreamers" knüpft an ihre hochgelobten Vorgänger musikalisch an. Im Stück "Within You" erklingen Banjo, Fidel, Kontrabass und Akustikgitarre in einem perfekten Mix. Genauso kreativ und einzigartig klingt auch das gesamte Lied, hier und da sogar ein wenig psychedelisch. Valerie June schafft mit dieser Orchestrierung einen wahnsinnig guten Folk-Pop-Song. Auf der Deluxe-Version ihrer sechsten Platte sind neben den ursprünglichen 14 Titeln, weitere neun verschiedene Stücke. Darunter gibt es auch einige Akustik-Varianten, in denen ihr fesselnder und hypnotisierender Gesang umso besser zur Geltung kommt.  

Ndidi O – The Escape

ndidi o

Eigentlich wollte Ndidi O überhaupt keine Sängerin werden. Nicht weil sie keine Lust hatte, sondern vielmehr, weil ihr dies als Berufsoption überhaupt nicht in den Sinn gekommen wäre! Gottseidank hatte sie einige gute Freundinnen und Freunde, die sie da in die richtige Richtung gedrängt haben, nachdem sie sie zum ersten Mal singen gehört hatten. Mit diesen neuen Karriereplänen im Gepäck, reiste sie zuallererst mal nach New York, um dort an diversen Open Mic Nights teilzunehmen und dabei entdeckt zu werden. Das war 1998 - ihr großer Durchbruch kam aber erst um einiges später: 2013 in Form ihres Albums "Dark Swing". Unser Song "The Escape" stammt allerdings vom gleichnamigen Vorgänger, der mindestens genauso hörenswert ist.

Plàsi – Chasing the sun

plasi

Der schwedisch-griechische Singer-Songwriter Mikael Bitzarakis ist in Schweden aufgewachsen. Sein Künstlername Plàsi bedeutet im Altgriechischen "Schöpfung". In unserem ausgewählten Favoriten "Chasing the Sun" wird seine Liebe zu Sonnenaufgängen deutlich. Dies ist für den Musiker die pure Freude, da es in Schweden im Winter vergleichsweise lange dunkel ist. Das Stück ist aus seinem Album "Foreign Sea". "Foreign Sea" ist ein in sich geschlossenes Konzept in Plàsis Welt: Die Aufnahmen wurden in zwei Teilen in Schweden und Griechenland mit den Brüdern Linus und Hannes Hasselberg im Trio produziert. Plàsi selbst lieferte Gitarrenpassagen und seinen Gesang. Die Brüder fügten Streicher und Bläser sowie Piano und Percussions hinzu. Hören Sie die Reise zu Plàsis Wurzeln auf 13 unterschiedlichen und einfühlsamen Songs auf "Foreign Sea".

Mississippi Allstars – Never want to be kissed

North Mississippi Allstars

Nach 25 Jahren Musikgeschichte, zwölf Alben, vier Grammy-Award-Nominierungen und ausverkauften Konzerten, öffnet sich die Band North Mississippi Allstars auf ihrem neuen Album "Set Sail" und nimmt weitere Mitglieder auf. Während 1996 die Geschwister Luther und Cody Dickson das Ensemble als einen losen Zusammenschluss gründeten, wechselte im Laufe der Jahre die Besetzung mehrmals. In "Set Sail" kommen Bassist Jesse Williams und Lamar Williams Jr. hinzu. Das Ergebnis ist feinste Roots-Musik, die nicht besser sein könnte. In unserem Favoriten "Never want to be kissed" liefert William Bell seinen rauen Gesang dazu. Ein dezenter Groove begleitet seine Stimme durchgängig mit knackigen Bläsern. Die North Mississippi Allstars klingen nach einem viertel Jahrhundert immer noch zeitlos und frisch.