Die Favoriten auf WDR 5

Neues Jahr – neue Favoriten!

Stand: 21.12.2021, 18:24 Uhr

Wir waren auch diesen Monat nicht untätig und haben zehn Songs zusammengetragen, die den Einstieg ins neue Jahr definitiv erleichtern werden.

Von Kathrin Herr und Kirsten Kynast

Neues Jahr – neue Favoriten!

WDR 5 Musikbonus 15.01.2022 56:38 Min. Verfügbar bis 15.01.2023 WDR 5


Hailey Tuck – Say You Don’t Mind

Hailey Tuck

Mit unserem ausgewählten Favoriten "Say you don’t mind" liefert Hailey Tuck einen ganz unbeschwerten Sound, der uns von besseren Zeiten träumen lässt. Der 2018 erschienene Song überzeugt mit seiner romantischen Stimmung aus flächigem Elektropiano und einer klassischen Bandbesetzung. In dem Stück singt die Amerikanerin tatsächlich von besseren Zeiten und offenbart eine Liebesgeschichte, die süßer kaum sein könnte.

Schon als Teenagerin emigrierte Hailey Tuck nach Paris, von wo aus sie von einer adeligen Gräfin im Alter von 18 Jahre nach Venedig gelockt wurde, um mit ihrer engelhaften Stimme auf Bällen und in Palästen zu singen. Von hier erscheint der nächste Schritt mehr als logisch: Sie wollte fortan Musik unter ihrem eigenen Namen herausbringen. Mit "Say You Dont Mind" hat es Hailey Tuck geschafft und sich in unsere Liebingslieder gesungen!

Vetiver – Swaying

Vetiver

Vetiver ist nicht nur der Name einer tropischen Graspflanze, deren süßes Öl eine heilende Wirkung besitzt: So nennt sich auch die Band um Sänger Andy Cabic. In den 2000er Jahren entstand die Gruppe im Umfeld von Devendra Banhart, der auf den Sound Vetivers einen maßgeblichen Einfluss hatte, wie man in den Gesangspart unfrei erkennen kann. Der Song "Swaying" wird getragen von der Erzählung einer romantischen Sommernacht, die unsere Fantasie ins Rollen bringt!

Das Stück von Vetiver hat uns einfach überzeugt: Der energetische Neo-Folk-Hippie-Pop des dreiköpfigen Ensembles erinnert durch dessen klassische Besetzung und den prominenten Einsatz einer Vintage-Orgel an die Sounds der 1970er Jahre. Wie der Titel schon erahnen lässt, lädt "Swayin" zum Mitwippen ein.

Burkini Beach – Crying at the Soundcheck

Burkini Beach

Auf den Punkt gebracht beschreibt "Crying at the Soundcheck" das Dilemma tourender Musikerinnen und Musiker! Anstrengende Geschäftsreisen, schlecht besuchte Konzerte, zu wenig Getränkemarken und ein grauenhaftes Catering: So wird das Thema Livemusik mit einem großen Augenzwinkern im Song von Burkini Beach aus Landshut dargestellt.

Begleitet wird die witzige Geschichte von einer klassischen Bandcombo, die die Lapsteel-Gitarre für sich gepachtet hat. Die Melodien strahlen über den gesamten Song hinweg und erinnern, untermalt vom Gesangsduett, an entspannten Pop-Rock. Produziert wurde der Song übrigens von Sir Simon, den wir bereits von Lieblingskünstlern wie Thees Uhlmann, Madsen oder Late Night Berlin kennen. Das aktuelle Album "Best Western" ist dieses Jahr auf dem Label "Grand Hotel Van Cleef" erschienen.

Beirut – Fisher Island Sound

Beirut

Endlich gibt es News von unserem Lieblingskünstler Zach Condon und seinem Bandprojekt "Beirut"! Das Stück "Fisher Island Sound" kam als erste Single-Auskopplung schon im Herbst 2021 raus, das Album "Artifacts" folgt im Januar 2022. Die Veröffentlichung dieses Albums war ursprünglich als Kompilation aus Stücken der Vergangenheit des Künstlers geplant. Jedoch werden auf "Artifacts" nicht nur bekannte Lieder wieder neu interpretiert, sondern es sprüht nur so voller neuer Ideen – genau wie auch unser ausgewählter Favorit "Fisher Island Sound".

Seit seinem elften Lebensjahr litt Condon unter nächtlicher Schlaflosigkeit, was er früh mit dem Arrangieren erster Lieder kompensierte. Es dient ihm als "inspirierende Alternative" zu schlaflosen Nächten, in denen er unzählige, unveröffentlichte Alben komponierte. Aus genau diesem Fundus heraus entstand auch die Neuinterpretation unseres Favoriten "Fisher Island Sound".

Andrea Cerrato – Caro diario

Andrea Cerrato

Unser italienischer Favorit "Caro diario" von Andrea Cerrato wurde im August 2021 veröffentlicht. Der Singer-Songwriter schreibt schon seit seiner Kindheit Lieder, hat Pop-Gitarre an der Uni studiert und einen Masterabschluss in Design absolviert. 2015 krempelte der Künstler sein Leben um und widmete seitdem sein Schaffen seiner Musik. Es folgten mehrere Alben in Eigenregie über eine Crowdfunding-Plattform und die Ergebnisse können sich hören lassen: Cerrato liefert seitdem einen stabilen Output an Single-Veröffentlichungen.

Im Stück "Caro diario" singt der Musiker über seine Beziehung zu seinem Tagebuch. Er fragt sich, was es alles über ihn weiß und was er in der Zukunft dort wohl noch hineinschreiben soll, voller Angst was da noch passieren wird. Kurz gesagt geht es in dem spannenden Song des Italieners um den Nervenkitzel, den eine unbekannte Situation mit sich bringt. Ein wahrlich schönes wie romantisches Thema, das uns inspiriert durch winterliche Zeiten träumen lässt.

Club des Belugas & Iain Mackenzie – Casually

Casually

"How to avoid difficult situations" – das wüssten wir in Zeiten von Corona ja vermutlich alle gern. Das DJ- und Bandkollektiv Club des Belugas sucht auf seinem aktuellen und gleichnamigen Album nach der Antwort auf diese Frage. Gesanglich unter anderem unterstützt vom Londoner Künstler Iain Mackenzie, der schon oft das Mikrofon für die Wuppertaler gezückt hat. Und das zurecht, der Londoner Künstler ist nämlich wirklich eine absolute Größe in seinem Genre und kann sich durchaus mit Stars wie Jamie Cullum oder Michael Bublé messen. Und das Kollektiv hat auch noch einen Grund zu feiern dieses Jahr – das sage und schreibe zwanzigste Bandjubiläum steht ins Haus!

Céu – Chega Mais

CéU Chenga Mais

Céu – das ist Portugiesisch und heißt übersetzt "Himmel". Das ist aber nur ein Teil des Namens der brasilianischen Künstlerin, die eigentlich Maria do Céu Whitaker Poças heißt. Mit 15 Jahren entschied sie sich gegen eine klassische musikalische Ausbildung und studierte stattdessen lieber Musiktheorie und Violão, eine brasilianische Gitarrenart. Generell finden immer wieder traditionelle brasilianische Musikstile Eingang in ihre Songs – was sicherlich auf den Einfluss ihres Vaters, einem Musikwissenschaftler, zurückzuführen ist. "Chega Mais" bedeutet zu Deutsch so viel wie "Komm her" und auch in diesem Song schwingt einmal mehr ganz viel brasilianischer Vibe mit.

Courtney Barnett – Write a list of things to look forward to

Courtney Barnett

Neues von der Slacker-Queen! Courtney Barnett hat sich zurückgemeldet mit neuem Album. Slacker, so nannte man früher auf Englisch eigentlich Wehrdienstverweigerer, inzwischen ist es zu einem Musikstil geworden, hauptsächlich von Leuten, die sich nicht gerne anpassen wollen und bei denen man immer den Eindruck hat, dass sie gar nicht unbedingt immer richtig singen wollen. Wer Courtney Barnett nun allerdings mangelndes Talent attestiert, der könnte falscher nicht liegen! Die Musik und der nicht immer ganz so perfekte Gesang passen nämlich ganz ausgezeichnet zum oft etwas melancholischen Songwriting der australischen Künstlerin.  

Balthazar – Halfway

Balthazar

Warten ist vermutlich eine der nervigsten Tätigkeiten, die es so gibt. Egal ob auf den Bus oder auf das Ende einer Pandemie, so wirklich Spaß macht Warten ja eigentlich nicht. Und dennoch ist dies das zentrale Motiv vom aktuellen Album "Sand" der belgischen Band Balthazar. Und um dies noch einmal zu betonen, hat man sich als Albumcover für den so genannten Homunkulus entschieden, eine Statue der Künstlerin Margriet van Breevort, das in der Leidener Universität beheimatet ist. Die fünf Jungs sind jedenfalls mächtig stolz auf ihr insgesamt fünftes Album, auf dem auch unser Song zu finden ist. Es sei – so die Band – das bislang beste ihrer Karriere.

Lenka – Stop Thinking So Much

Lenka

Leichtfüßige Popmusik wie Lenka sie schreibt, eignet sich natürlich hervorragend für Fernsehwerbung. Und das war auch ihr großes Glück: da einer ihrer Songs als Hintergrundmusik in einem Werbespot lief, hatte sie direkt zu Beginn ihrer Karriere mit einem Schlag Geld und Aufmerksamkeit. Beides keine schlechte Ausgangslage für eine junge Künstlerin. Die Australierin ist sozusagen im Outback aufgewachsen, mit vier Jahren dann allerdings – Kontrastprogramm – nach Sydney umgezogen. Bis heute zieht sie die meiste Inspiration fürs Songwriting aus der Natur.