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23.03 - 07.00 Uhr ARD Infonacht

Musikalische Weckrufe - Wohltätigkeit durch Lieder und Konzerte

Bob Geldof, Sting, Bono uvm. bei einer Aufnahme-Session für Bandaid, 1984.

Musikalische Weckrufe - Wohltätigkeit durch Lieder und Konzerte

Von Torsten Eßer

"Band Aid", "USA for Africa", "Live Aid" oder "One World, One Voice" u.a., sind Musikprojekte, deren Ziel es war, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ein vernachlässigtes Problem zu lenken und dafür Gelder und/ oder Unterstützung zu bekommen. Dieses Jahr feier(te)n einige der größten Projekte ein rundes Jubiläum.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Der Musiker Bob Geldof hatte die Idee zu dem Charity-Song "Do they know it’s Christmas" nachdem er eine BBC-Dokumentation über die Hungerkatastrophe in Äthiopien gesehen hatte. Schockiert rief er seinen Freund Midge Ure von der Gruppe Ultravox an und schlug vor einen Song zu schreiben, um Geld für die Hungernden einzusammeln. So geschah es und sie trommelten weitere Künstler zusammen. Über 40 Musiker kamen im November 1984 ins Studio, darunter Phil Collins, Bono, George Michael, David Bowie und Paul McCartney, sowie Mitglieder der Bands Heaven 17, Duran Duran oder Bananarama. Band Aid (von Band = Pflaster) nannte sich das Projekt.

George Michael, Paul McCartney, Freddie Mercury uvm. auf dem Live-Aid-Konzert im Wembley Stadion, 1985.

In diesem Kontext wurde auch die Idee für das "Live Aid"-Konzert geboren: Boy George äußerte bei einem Auftritt die Idee zu einem Benefizkonzert, die Bob Geldof dann verwirklichte. Aber vorher griffen amerikanische Künstler die Idee auf und schrieben ebenfalls einen Wohltätigkeits-Song. "United Support of Artists" - kurz USA - for Africa war eine Idee des Sängers Harry Belafonte. Quincy Jones produzierte den von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebenen Song "We are the world", der im Januar 1985 aufgenommen wurde. Dazu fanden sich zu den schon genannten im Studio u.a. ein: Tina Turner, Willie Nelson, Stevie Wonder, Bruce Springsteen, Cyndi Lauper und Ray Charles.

USA for Africa, 1985

Das Live-Aid-Konzert wurde schließlich ein Megaevent: Am 13. Juli 1985 strömten rund 160.000 Zuschauer ins Londoner Wembley-Stadion und ins John F. Kennedy-Stadion in Philadelphia. Geschätzte 1,5-2 Milliarden Menschen in 150 Ländern verfolgten das simultane 16-Stunden-Event weltweit an ihren Bildschirmen. In Deutschland und Österreich fanden sich jeweils die Stars der nationalen Szene zusammen, um gemeinsam ein Wohltätigkeits-Lied zu schreiben und zu singen, was dann in Köln und in Wien auch passierte.

Projekt von Kevin Godley und Rupert Hine

Ein weiteres Musik-Megaprojekt, das dieses Jahr ebenfalls Jubiläum feiert, war 1990 "One World, One Voice". Es sammelte kein Geld für notleidende Menschen, sondern wollte auf die weltweite Umweltzerstörung aufmerksam machen. Der Musiker und Produzent Rupert Hine entwickelte mit Kevin Godley und mit Hilfe der BBC, die Idee eines musikalischen Kettenbriefs: Bänder mit einem Musik-Thema wurden von Studio zu Studio, von Musiker zu Musiker oder Band, rund um die Erde weitergereicht, die dann ihre jeweiligen Ideen dazu einspielten. In London wurden sie am Ende wiederum kunstvoll miteinander verknüpft. So entstand ein sehr abwechslungsreicher 54-Minuten-Track ohne Pause, an dem auf mehreren Kontinenten weit über 100 Musiker beteiligt waren.

Gespielte Titel

  • Band Aid - Do they know it’s Christmas
  • USA for Africa - We are the world
  • U2 - Sunday bloody Sunday
  • Queen – Bohemian Rhapsody
  • Joan Baez - Amazing grace 
  • Tom Petty - Refugee
  • Band für Afrika - Nackt im Wind
  • Austria für Afrika - Warum?
  • Robbie Robertson, Egberto Gismonti, Ryuichi Sakamoto u.a. - Chief Seattle Speaks
  • Sting, Kevin Godley, Courtney Pine, Rupert Hine u.a. - One World, One Voice
  • Peter Gabriel, Milton Nascimento, Wayne Shorter, Steven van Zandt u.a. - One Heart
  • Lou Reed, Richard Galliano, Penguin Cafe Orchestra - One World, One Voice
  • Johnny Clegg & Savuka, Eddy Grant, u.a. - Green World
  • Howard Jones, David Gilmour, Bob Geldof, Leningrad Symphony Orchestra, u.a. - We Will Meet Again (Everybody's Got A Hole To Fill)

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Stand: 12.11.2020, 10:51