Neues Jahr – neue Favoriten!

Die Favoriten auf WDR 5

Neues Jahr – neue Favoriten!

Von Kathrin Herr

Wir waren auch diesen Monat nicht untätig und haben zehn Songs zusammengetragen, die den Einstieg ins neue Jahr definitiv erleichtern werden.

2018 kann kommen, wir sind musikalisch gesehen schon bestens vorbereitet und zwar mit unseren neuen Lieblingen im Januar. The 4 Of Us nehmen uns zum Beispiel mit ins Nordirland der 80er Jahre, Sean Christopher erzählt die Geschichte eines Jungen im Flüchtlingslager und Deluxe stehen allem Anschein nach auf Bollywood. Die ausführliche Version und noch ein paar Geschichten mehr gibt’s dann in der Sendung.   

Die Playlist zur Sendung bei Spotify

Graeme James – Alive

Graeme James

Gitarre, E-Geige, eine Loopmaschine und eine Autobatterie. Viel mehr braucht Graeme James nicht für seine Auftritte als Straßenmusiker. Die kommen sogar so gut beim Publikum an, dass sie ihm schon innerhalb von zwei Tagen die Reparatur seines Wagens und in grade mal 27 Stunden sein Debutalbum via Crowdfunding finanziert haben. Und um das Triple voll zu machen hat er sogar seine jetzige Frau während einer kleinen Jam-Session auf der legendären Cuba Street in Wellington kennengelernt. Wenn man solche locker leichten Folksongs wie unseren Favoriten "Alive" hört, wundert einen das allerdings kein bisschen.

Sweet Alibi – One Chance / My Love

Sweet Alibi

Die ersten gemeinsamen Songs von Michelle und Jessica waren mehrstimmige Weihnachtslieder als sie 14 waren. Vieles hat sich seither verändert, auch dass sie inzwischen die Gitarristin und Banjo-Spielerin Amber in ihre Band aufgenommen haben. Zusammen heißen sie Sweet Alibi und obwohl sie ständig auf Tour sind haben sie inzwischen schon drei Alben raus, das letzte erschien diesen Oktober. "Walking in the Dark" heißt das und daher kommt auch unser Favorit "One Chance". Die drei sympathischen Ladies stammen übrigens aus Kanada, genauer gesagt aus dem musikalischen Epizentrum Winnipeg.

The 4 of Us – Bird’s Eye View

Sugar Island

Selbst nach 30 Jahren als Band streiten sich die beiden Brüder Declan und Brendan Murphy noch immer darum, wessen CD-Sammlung früher die größere war. Immerhin sind sie sich musikalisch einig und konnten so ihre Kindheit und Jugend während der Nordirlandkrise auf ihrem aktuellen Album "Sugar Island" verarbeiten. Ursprünglich waren sie mal zu viert, heute zählen die beiden Gitarren von Brendan und Declan Murphy als eigenständige Bandmitglieder. Der menschliche Anteil beschränkt sich mittlerweile allerdings lediglich auf die beiden Brüder.

Deluxe – Tum Rakak

Stachelight

Fünf Typen und eine Sängerin, die sich allesamt gerne so anziehen als seien sie einem Bollywood-Film entsprungen. Aber nicht nur das charakterisiert die Band Deluxe, sondern auch ihr reichhaltiger Sound, der von den vielen unterschiedlichen Instrumenten profitiert. Der ist hauptsächlich inspiriert von Elektropop, Hip Hop, Jazz und Funk, woraus die Band einen ganz eigenen Stil kreiert, der von der markanten Stimme der Sängerin Liliboy noch perfektioniert wird. Deluxe verstehen sich übrigens sowohl als akustische Liveband, als auch als Produzentenkollektiv, das mittels eigens eingespielter Samples neue Beats produziert. Da fragt man sich wirklich, wie da der Name zum Song "Tum Rakak" – Hindi für "Du Kannst nicht" entstehen konnte.

Sean Christopher – Paper Plane Pilot

Paper Plane Pilot

Als Kind wollte der gebürtige Niederländer Sean Christopher nichts lieber tun, als seinem Vater beim Flamenco-Gitarre spielen zuzuhören, bis er irgendwann selber anfing, Gitarre zu spielen. Inzwischen hat der Newcomer seine ersten eigenen Singles draußen, eine davon heißt "Paper Plane Pilot" und befasst sich mit der momentan hochaktuellen Flüchtlingsthematik. Das sieht man auch im dazugehörigen Video, in dem ein kleiner Junge aus Pappmaché gezeigt wird, der in einem Flüchtlingscamp lebt und dem Alltag mithilfe eines Papierfliegers und seiner Phantasie entflieht. Für sein in Kürze erscheinendes Debutalbum hat sich der Newcomer im eigenen Kellerstudio eingeschlossen und die alte Flamencogitarre des Vaters in Szene gesetzt. Man kann also gespannt sein, was da im April kommen wird.

Men I Trust Tailwhip

Tailwhip

Musikalische gesehen komme die drei Kanadier von Men I Trust aus ganz unterschiedlichen Richtungen: Emma liebt Grunge, Dragos Downbeats und Jessy basslastigen Elektro. Um trotz dieser unterschiedlichen Geschmäcker erfolgreich Songs schreiben zu können, beherzt das Trio eine klare Aufgabenteilung: Sängerin Emma ist verantwortlich für die Texte. Dragos bastelt die Beats am Rechner und Jessy komponiert die Melodien. Doch damit nicht genug. "D.I.Y." wird bei der Band großgeschrieben: Seit ihrer Gründung in 2014 werden Studioaufnahmen, Tourplanung und PR in Eigenregie gemeistert. Der Vorteil: Man ist selber Chef und erfährt keine Fremdbestimmung z. B. durch ein Label-Management.

Jack Johnson – Big Sur

All The Light Above It Too

Das Cover seines neusten Albums wirkt auf den ersten Blick fröhlich. Der Sing-Songwriter liegt im Sand, die Gitarre in der Hand und ist umgeben von kleinen bunten, kunstvoll arrangierten Gegenständen. Wer sich Zeit nimmt, einmal genauer hinzugucken, der gerät ins Stauen: Was den Musiker so farbenfrohen umgibt, das ist gesammelter Plastikmüll aus dem Ozean. Mit solchen Aktionen will Johnson wachrütteln, denn neben der Liebe zur Musik ist er Umweltaktivist von Kopf bis Fuß.

Beach Fossils – Down The Line

Sommersault

Beach Fossils kommen aus Brooklyn. Seit 2009 macht das Trio zusammen Musik: avantgardistischer Indie-Rock mit einer ungewöhnlichen Leichtigkeit. Da passt es auch, dass ihr aktuelles Album "Somersault" – also Purzelbaum – heißt. Elf Stücke mit unterschiedlichen Tempi und wechselnde Stimmungen. Stets zu hören sind schwebende Gitarren-Riffs, mehrstimmiger Gesang und sanftes Schlagzeug. Etwas weniger sanft war ihr Auftritt bei der der Serie "Vinyl". Äußerst authentisch, spielten sie hier eine Punk-Rock-Band.

Tom Gregory – Run To You

Run to you

Hin und wieder schafft es also doch einer! Der junge Brite nutze die TV Show "The Voice UK" als Sprungbrett und zwar mit Erfolg: Jetzt hat ihn ein deutsches Major Label unter Vertrag genommen und das, obwohl er gerade erst einmal einen eigenen Song vorweisen kann. Seine musikalische Erfolgsquote liegt somit jedenfalls bei 100 Prozent, dies auch, weil sich seine Single "Run To You" seit der Veröffentlichung im August schnellwachsender Beliebtheit erfreut. Auf dem YouTube-Kanal von Tom finden sich noch einige Akustik-Cover aktueller Popsongs mit selbstgedrehten Videos in klassischer YouTuber Manier: Handy-Kamera an und los!