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Uns wird nichts zu bunt!

Die Favoriten auf WDR 5

Uns wird nichts zu bunt!

Von Kathrin Herr

Zumindest musiktechnisch gesehen. Aber was haben Ry X, Frollein Smilla und Queen wohl gemeinsam? Richtig, sie gehören alle zu unseren Favoriten.

Molly Burch - To the boys

Album: First Flower

Singer-Songwriterin Molly Burch wuchs in Los Angeles inmitten von Stars und Sternchen auf. Eines ihrer Idole war zum Beispiel die Musiklegende Nina Simone. Schon als junger Teenager fand sie ihre Stimme - nicht verwunderlich, dass sie selbst auch eine Musikkarriere anstrebte. Sie studierte Jazzgesang an der Universität in Austin. Ihr Motto Songs zu schreiben, könnte sie selbst nicht besser ausdrücken: "I was always really interested in singing before songwriting." Unser Favoritensong „To the boys“ ist von ihrem zweiten Album "First Flower". "To the boys" überzeugt thematisch und sanfter Singweise. Molly Burch singt "I don't need to scream to get my point across"- ganz frei übersetzt "ich muss nicht schreien, um meinen Standpunkt klar zu machen."

Rhye - Summer days

Album: Please

Hinter Rhye verbargen sich ursprünglich das Duo Mike Milosh und Robin Hannibal. In der Konstellation brachten die beiden Künstler ihr von Kritikern gelobtes Debütalbum "Woman" heraus. 2017 verließ Robin allerdings das Duo – Sänger Mike öffnete "Rhye" nun als Bandprojekt. Seitdem arbeitet er mit unterschiedlichen Musikern zusammen. Was aber seit der Anfangsbesetzung geblieben ist – seine markante Stimme. Früher wurde Mikes feminine Stimme oft für eine Frauenstimme gehalten. Das ist vielleicht gar nicht so verwunderlich. Mike trifft in den hohen Lagen, gerade in den Kopfstimmenpassagen alle Töne – ohne diese "dünn" werden zu lassen. Wir mögen den Klang seiner Stimme und mit "Summer Days" haben wir feinsten Soulpop für unseren kommenden Sommer gefunden.

Queen - Cool Cat

Album: Hot Space

Es ist wohl sehr schwierig der Band Queen eine Kurzbeschreibung zu verpassen. Wieso ist Queen aber gerade in aller Munde? Der Film "Bohemian Rhapsody" läuft zurzeit in allen Kinos rauf und runter. Es geht um die Geschichte von Freddy Mercury und wie die Band Queen gegründet wurde. Wir haben also alle Alben von Queen noch einmal genauer angeschaut und speziell die B-Seiten genauer angehört. Unser Favoritensong "Cool Cat" kam 1982 auf dem bereits zehnten Album "Hot Space" heraus. Cool Cat zeigt, dass es sich immer lohnt, Alben komplett bis zum Ende durchzuhören. Auch unbekanntere Songs können direkt ins Ohr gehen.

Frollein Smilla - She

Album: She

Wenn Musik in Genres beschrieben werden soll, wird es schwierig bei Frollein Smilla. Aber genau das will die siebenköpfige Band aus Berlin. Bewusst gibt es keine Genrefestlegeung, vielmehr will die Band die emotionale Vielfältigkeit durch Musik zum Ausdruck bringen. Oder auch wie sie selbst sagen, vereinen sie "wilde Tanz- und Lebensfreude mit dem Mut zum Traurigsein". Das Bandprojekt wurde quasi über Nacht geboren. Es gab schon einen festen Auftritt, aber noch keine Band. Frollein Smilla ist eine wilde Mischung von guten Freunden, die eines sehr gut Können: Den "Frollein Smilla Sound" erfinden und leben. Unser Favoritensong "She" ist ein ruhiges Stück des Albums "Golden Future". Da lohnt es sich auf jeden Fall einmal reinzuhören.

Zoowax - Méditerranée

Album: Zoowax

Die Reise geht nach Wuppertal zum Musiklabel "ChinChin Records". Musikentdeckungen wie Maya Fadeeva oder die Musikgruppe "Club de Belugas" wurden in gar nicht weiter Ferne entdeckt. Im Fall von Zoowax leben die Künstler des Trios zwar in Los Angeles, trotzdem zählt die Band zu einer der großartigen ChinChin Entdeckungen. Zoowax - das sind Charlie Sputnik, Novena Camel und Art Shutnik. Die Sängerin Novena Camel hat ihr Musiktalent praktisch in die Wiege gelegt bekommen, denn sie ist niemand geringeres als die Tochter der Funklegende Sly Stone. Gar nicht einmal so verwunderlich, dass auch im Sound von Zoowax die Jazzgitarre nicht fehlen darf. Gepaart mit dem souligen Gesang von Novena Camel ergibt sich in "Méditerranée" ein entspannter Breakbeat. So lässt es sich perfekt durch den Juni mit unserem Favoritensong tanzen.

Loyal – Patterns that fall

Album: Patterns that Fall

"Patterns that fall" – Gewohnheiten, die abfallen. Die Band LOYAL hat sich ebenfalls mal ganz frei gemacht und zwar von ihren Songwriting Gewohnheiten. Eigentlich hatten sie bisher nämlich ihre Musik ausschließlich digital und am Rechner erzeugt, inzwischen sind sei da – vor allem bei Live Auftritten – ein bisschen organischer geworden. Aber auch sonst handelt "Patterns that fall" von den immer wiederkehrenden Mustern, in denen jeder von uns festhängt. Das siebenköpfige Musikerkollektiv stammt übrigens aus dem Süden von England, aus der Küstenstadt Brighton. Unser Favorit erschien als Single zur zweiten EP, die letzten Dezember rauskam.

Durand Jones and the Indications - Long Way Home

Long Way Home

Durand Jones ist nicht nur der Namensgeber dieser kleinen aber feinen US Soul-Combo, er ist auch noch der kreative Kopf dahinter. Dass er heute als Sänger unterwegs ist verdanken wir keiner anderen als seiner Großmutter! Die hat ihn nämlich als Kind, weil sie seine Stimme so gerne mochte, einfach in den nächsten Kirchenchor gesteckt, in dem traditioneller Gospel gesungen wurde. Heute geht’s bei ihm ein bisschen souliger zu, vor allem mit seiner Begleitband the Indications. Mit dem Song "Long Way Home" ist ihnen eine kleine Zeitreise in die 60er Jahre gelungen.

Ry X - Foreign Tides

Album: Unfurl

Der australische Künstler RY X heißt im wahren Leben eigentlich Ry Cumings und der kann nicht nur ziemlich gut Musik machen, er hat auch ein Faible für ausgefallene Hüte. Die kann man auch im offiziellen Video zum Song "Foreign Tides" begutachten. Allerdings verblassen sie da ein bisschen vor der atemberaubenden Kulisse des Bacchus Tempels im Libanon. Ry war übrigens der allererste westliche Musiker, der jemals eine Drehgenehmigung für das UNESCO Weltkulturerbe bekommen hat. Folglich is dieses Video auch ein absoluter Hingucker geworden. Aber natürlich ist Rys Musik auch ein Hinhörer, immerhin ist der Gute schon seit über 10 Jahren im Geschäft, hat mehrere Länder bewohnt und sich selbst und seine Musik nun endlich in seiner Wahlheimat Schweden gefunden.

Royal Wood – I'm gonna marry you

Album: Ghost Light

Mit vier Jahren soll Royal Wood angefangen haben, nach dem Gehör Klavier zu spielen – viele andere Instrumente kamen danach noch dazu, wie zum Beispiel Banjo, wie er uns im Song "I'm gonna marry you" beweist. Der Multiinstrumentalist, Produzent und Singer Songwriter hat neben der Musik allerdings noch eine andere Leidenschaft: Er ist stolzer Besitzer eines Bio-Bauernhofs in seiner Heimat Ontario in Kanada. Der Name Royal Wood klingt zwar nach Peudonym, in Wahrheit handelt es sich allerdings um den zweiten und dritten Vornamen des Künstlers, dessen vollständiger Name John Royal Wood Nicholson lautet. Royal, so hieß übrigens schon sein Urgroßvater.

Ady Suleiman - Been thru

Album: Been Thru

Als Jugendlicher über psychische Probleme zu sprechen ist nicht einfach und genau davon handeln viele von Ady Suleimans Texte. Auf diese Weise möchte der Newcomer aus dem beschaulichen Städtchen Nottingham auf diese Probleme aufmerksam machen. Ady Suleiman wurde schon früh als Newcomer gefeiert und stand schon als Support für u.a. Michael Kiwanuka und Leon Bridges auf der Bühne. Letztes Jahr erschien auch endlich sein Debütalbum "Memories", das eigentlich schon 2013 hätte veröffentlicht werden sollen. Da gabs aber einige Querelen mit dem damaligen Label. Denn Ady mag es überhaupt nicht, wenn man ihm Vorschriften macht - das betrifft insbesondere seine Musik.