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April, April - der macht, was er will!

Die Favoriten auf WDR 5

April, April - der macht, was er will!

Von Kathrin Herr und Kirsten Kynast

Ob stürmisch oder Sonnenschein: Im April ist bekanntlich alles möglich - wie bei unseren Favoriten. Auch diesen Monat haben wir wieder eine Liste an Songs zusammengestellt, die so gut sind, dass man sie gerne auch mal öfter im Programm hört.

Aus rechtlichen Gründen steht das Audio der Sendung nur sieben Tage online zum Nachhören bereit.

Constance – That road

Constance - Once Twice

Ganz unverhofft hat Constance Amiot letzten Juli einfach mal eben so eine neue Single gedroppt, die schon sehr viel Lust aufs neue Album macht, an dem die französische Künstlerin momentan noch arbeitet. Und wenn ihr nicht wieder ein Roadtrip durch die Philippinen dazwischenkommt, können wir vielleicht sogar schon bald mit dem neuen Werk rechnen. Constance ist nämlich ziemlich umtriebig und reist für ihr Leben gerne, wofür der Samen wohl bereits in ihrer Kindheit gesät wurde. Geboren ist sie nämlich an der Elfenbeinküste, aufgewachsen dann in Kamerun und den USA, und inzwischen lebt sie in Paris… oder besser gesagt, dort hat sie ihren offiziellen Wohnsitz. Unser Favorit "That Road" ist einer ihrer "Oldies" und stammt vom 2011er Album "Once Twice".

Antoine Villoutreix – Waiting for a sign

Antoine Villoutreix - Promenade

Der Wahlberliner mit den französischen Wurzeln ist einigermaßen optimistisch, wenns um Live-Gigs geht: Ende Mai plant Antoine Villoutreix nämlich laut seiner Homepage, wieder auf der Bühne zu stehen. Wir drücken ihm auf jeden Fall die Daumen, dass das klappt! Aber egal wann man ihn wieder live sehen kann – mit seinem neuen Album "Promenade" hat er uns einen tollen Soundtrack für die Wartezeit geliefert. Und auch wenn unser Song "Waiting for a sign" schon fast ein direkter Erbe von einem Johnny Cash Klassiker sein könnte, hört man dem restlichen Album definitiv Antoines Heimatstadt Paris an – und das, obwohl er auch gerne mal auf Deutsch oder Englisch singt.

João Selva – Meu Mondo

João Selva - Meu Mondo

Ein Brasilianer im Exil: Joao Selva mit "Meu Mundo", gebürtig stammt er aus Rio de Janeiro – genauer gesagt aus dem Stadtteil Ipanema, in dem sein Vater als Priester tätig war. Inzwischen lebt er allerdings in Lyon und sieht sich selbst als eine Art Botschafter für brasilianische Musik in Frankreich. Aber eigentlich ist Joao Selva auch ständig auf der ganzen Welt unterwegs, hauptsächlich, um Konzerte zu spielen. Manche davon sogar gratis für benachteiligte Kinder. Wir drücken die Daumen, dass das ganz bald wieder geht! Sein wirklich brandneues Album "Navegar" erschien Anfang des Monats und ist eine regelrechte Ode an den Tropicalismo, die kulturpolitische Bewegung Brasiliens aus den 60er Jahren.

Al Pride - Another Vibe

Al Pride - Spruce

Schon der Name unseres Favoritentitels "Another Vibe" lässt Großes erwarten – und der Song hält, was er verspricht: eine überzeugende, tanzbare Nummer wird uns da von der Band Al Pride geboten. Die Musikgruppe aus Baden verpackt ihre Bläser in einem weichen Retro-Sound. Das Uptempo-Stück überzeugt mit Posaune und Trompete – alle Elemente sind fein aufeinander abgestimmt und nicht zu aufdringlich! Oft fällt der Vergleich mit Musikgrößen wie den Parcels ("Tieduprightnow") oder Portugal. The Man ("Feel it still"). Al Prides komplettes Album "Sweet Roller" ist melodisch und ist der perfekte Soundtrack für einen kleinen Roadtrip. Gegründet wurde das schweizer Ensemble "Al Pride" übrigens als Trio, aber ist mittlerweile in achtköpfiger Besetzung, inklusive zwei Leadstimmen, unterwegs. Erleben Sie ein Zusammenspiel aus überzeugenden Texten und groovigen Basslines, für eine Extraportion Lässigkeit.

Rikke Normann – Melted Snow

Rikke Normann - Melted Snow

In unseren Märzfavoriten berichteten wir schon über Rikke Normann aus Oslo. Überzeugt vom Track "I dunno love" wurde uns schon ein kleiner und persönlicher Einblick in ihr fünftes Album "The Art of Letting Go" gegeben. Thematisch geht es um die Veränderung ihres und unseres Lebens. "The Art of Letting Go" ist endlich erschienen und wir konnten uns gar nicht entscheiden, welcher der elf unterschiedlichen Songs in unser Favoriten-Repertoire aufgenommen werden sollte. Die Wahl ist auf den Track "Melted Snow" gefallen. Diese auflockernde Indie-Pop-Nummer läutet den Frühling ein und gerade in diesem Stück ist die Leichtigkeit der norwegischen Sängerin hörbar. Insgesamt ist die neue Platte ein Mix aus souligem Rock-Pop und 80er-Indie-Synth-Pop – so lassen sich die länger werdenden Tage mehr als genießen.

Khai Dreams – Good Advice

Khai Dreams - Good Advice

Nach seinen überaus erfolgreichen Veröffentlichungen "Sunkissed" und "Now and Then" mit mehr als 90 Millionen Streams auf verschiedenen Online-Plattformen ist Khai Dreams absolut kein unbeschriebenes Blatt. Der in Los Angeles sesshafte Newcomer liefert mit seiner aktuellen Veröffentlichung "Good Advice" einen gutmütigen und seichten Popsong, der das Potenzial für einen Sommerhit mitbringt. Khai spielt auf seiner Ukulele einen entspannten, aber groovigen Akkordwechsel, der uns direkt ein Lächeln ins Gesicht zaubert. In seinen Vocals erzählt der Liedermacher von einer Liebesgeschichte, die aber auch gleichzeitig keine ist. Er selbst sagt, seine Texte sind inspiriert von Erinnerungen, die ihn schon lange nicht mehr loslassen. Und genauso fesselnd finden ist auch sein aktuelles Release "Good Advice"!

The Magic Mumble Jumble – Don’t Forget

The Magic Mumble Jumble - Don't Forget

Was soll schon über 2020, das Corona-Jahr, Großartiges berichtet werden? Die achtköpfige Band "The Magic Mumble Jumble" lässt sich davon ganz und gar nicht unterkriegen. Die tanzhungrigen Musiker:innen sehnen sich schon nach Clubtouren im Freien, Festivals oder vielleicht sogar der ein oder andere Gartenparty bei ihren treuen Fans? Ihre Mischung aus Pop, Jazz, Indie und Folk kommt zumindest überall gut an, sowohl im kleinen als auch im großen Rahmen. Und doch gibt es aus 2020 wunderbare Dinge, die passiert sind: In diesem Jahr entstand der Song "Don’t forget" der bunten und fröhlichen Musikgruppe. Auch wenn wir bis zu den lang ersehnten Live-Auftritten noch etwas warten müssen, hilft vielleicht ein Mitsingen unseres Favoritenstückes: "Don't forget to move your body to the beat / don't forget to sing out loud and to feel free / don't forget to praise the earth that you're alive / don't forget to hold your head up high."

Ryan Edmonds – Sky Song

Ryan Edmond - Sky Song

Wir haben uns erneut bedient aus Ryan Edmonds Debütalbum "From the Start". Diesmal ist es ein Song, der laut Ryan nach einem langen Gespräch mit seiner Oma und schon während der Anfangszeit der Corona-Krise entstanden ist. Der "Sky Song" handelt davon, dieser schlimmen Zeit doch noch etwas Positives abzugewinnen. Zum Beispiel sich mit seinen Liebsten noch tiefer zu connecten, oder auch einfach nur zu realisieren, was im Leben wirklich wichtig ist. Und auch hier greift er wieder zu seinem Signature-Instrument, dem Kornett. Das sieht zwar aus wie eine Trompete, zählt aber zur Familie der Hörner. Wie vor ihm übrigens schon Louis Armstrong! Auch der hatte nämlich mit dem etwas weicher klingenden Kornett angefangen, bevor er dann später hauptsächlich auf die Trompete umgestiegen ist.

Wargirl – Mess Around

Wargirl - Mess Around

Wie wäre es denn einfach einmal mit ein bisschen "herumalbern"? Darum geht es zumindest in unserem ausgewählten Favoritenstück "Mess around" der Band Wargirl. Die sechsköpfige Band kommt nicht nur aus irgendeinem sonnigen Gebiet der Westküste, nein sogar aus der hippen und quirligen Küstenstadt Long Beach. Der Vater von Samantha Parks, die Frontsängerin der Garage-Funk-Band ist, spielte auch schon in einem Funk-Ensemble mit. Neben ihr gehört noch Gitarrist und Studiobetreiber Matt Wignall mit zu Wargirl. Mit dabei sind weitere zwei Perkussionisten, eine Bassistin und eine Keyboarderin. Die Musikgruppe macht nicht nur in ihrer Besetzung ordentlich etwas her, auch ihr Sound ist einzigartig bunt und strotzt nur so vor Coolness. Aber auch Passagen zum Nachdenken bietet das gleichnamige Debütalbum "Wargirl" aus 2019. Lassen Sie sich von Wargirl auf eine unglaubliche Musikreise ins sonnige Kalifornien entführen!

Jake Isaac feat. Sam Henshaw & Mumu Fresh – Remember

Jake Isaac - Remember

"Remember" – zu Deutsch also so viel "Erinnern". Songwriter Jake Isaac sagt, dass er manchmal den Eindruck hat, dass dieses Wort für jeden Menschen eine individuelle Bedeutung hat. Sein Song handelt von seiner persönlichen Wahrnehmung und natürlich der Liebe. Der Songwriter mit der smoothen Stimme stammt aus Südlondon und hat es sozusagen aus eigener Kraft zu einem Deal mit einem Major Label geschafft. Seine vier EPs hat er alle selbst eingespielt, produziert und veröffentlicht. Und obwohl der Song während des ersten Lockdowns entstanden ist, haben sich dafür direkt drei Künstler:innen zusammengetan: Jake Isaac hat ihn geschrieben, Samm Henshaw hat mit gesungen und den Sprechgesang gegen Ende hat die Hip-Hopperin Mumu Fresh beigesteuert. Es lebe das Internet!

Aaron Frazer – Bad news

Aaron Frazer - Bad News

Aaron Frazer ist eigentlich Trommler und Co-Sänger bei der Retro-Soul Band "Durand Jones and the Indications". Die Message die er uns in seinem Song mitgibt, ist aber auf keinen Fall retro, sondern brandaktuell: "Bad News" sollte eigentlich von der Klimakrise handeln, wurde dann aber kurzerhand zur Corona-Hymne umgewandelt. "Bad News" dürfte sich der US-Songwriter allerdings nicht gedacht haben, als eines Tages sein Telefon klingelte und er einen Anruf von einem seiner großen Idole, dem Produzenten Dan Auerbach von der Band "The Black Keys", bekommen hat. Noch ein bisschen surrealer wurde es dann, als Dan auch noch vorschlug, ein gemeinsames Album zu produzieren. Das ist allerdings inzwischen Realität geworden, heißt "Introducing…" und ist Aarons Solo-Debüt.

The Electric Peanut Butter Company - Dreams

The Electric Peanut Butter Company - Dreams

"Dreams" – den Song kennt man ja eigentlich eher aus dem Jahr 1977 und von seinen Erfindern, Fleetwood Mac. Die beiden, die hier Hand angelegt haben, sind zwei Urgesteine der Funk und Blues Szene. Shawn Lee und Adrien Quesada, beide schon aus diversen anderen Kombos bekannt, haben sich 2012 auf einem Festival kennengelernt und dann direkt 2013 ein gemeinsames Album mit dem Namen "Trans-Atlantic Psych Classics, Vol.2" veröffentlicht (Vol. 1 erschien dann übrigens ein Jahr später). Und es wäre ja nicht Shawn Lee, wenn er dem ganzen nicht einen verrückten Namen geben würde – was ihm mit "The Electric Peanutbutter Company" ja nun wirklich auch ganz gut gelungen ist.

Stand: 23.03.2021, 10:22