Der Sommer kommt - die Favoriten im Juni

Die Favoriten auf WDR 5

Der Sommer kommt - die Favoriten im Juni

Von Kathrin Herr

Melancholie war gestern, der Sommer steht vor der Tür! Wir haben zehn Songs ausgesucht, die so richtig Lust auf Sonne, Sommer und Draußensein machen. Wie immer mit wissenswerten Hintergrundinfos zu den Künstlern. 

Kommode – Shoes

Album: Analog Dance Music

Wer braucht schon Genres? Eigentlich niemand, aber trotzdem gibt es sie. Dieses philosophisch angehauchte Statement stammt von der Band Kommode, die voll und ganz für diese Art von strukturell nicht festgelegter Musik, oder auch Analog Dance Music lebt. Wem der Sound allerdings bekannt vorkommt, den dürfte es nicht wundern, dass wir es hier mit einem Nebenprojekt Eirik Glambek Bøes, also der einen Hälfte des Duos Kings of Convenience, zu tun haben. Aber wie schon bei seiner Hauptband ist dem Norweger eines ganz wichtig: authentische Musik zu machen, bei der nichts vom Computer kommt, sondern alles von Menschenhand eingespielt wird.

Devin Dawson – All on me

Album: Dark Horse

Erste mediale Aufmerksamkeit bekam Devin Dawson über die Videoplattform Youtube auf der er gemeinsam mit Louisa Wendorff ein Mash-Up von zwei Taylor Swift Songs veröffentlichte, das ihm sogar einen Like von Taylor selbst einbrachte. Inzwischen schreibt er seine ganz eigenen Songs, die allerdings mit keiner Note darauf schließen lassen, dass Devin einmal Bassist in einer Metalband war. Das war allerdings noch bevor er Songwriting in der Countrymetropole Nashville studierte, was man eindeutig mehr heraushört. Unser Favorit "All on me" hat schon mehrere Millionen Klicks auf Spotify und stammt vom äußerst hörenswerten Debütalbum "Dark Horse".

Carlos Siles – Abril

Album: Todos Mis Caminos Han Terminado Contigo

Vor Konzerten ist Carlos Siles eine Sache ganz wichtig: Gutes Essen! Auf hungrigen Magen spielt es sich natürlich auch denkbar schlecht. Der 34jährige Songwriter stammt aus der Stadt Granada im Süden Spaniens. Er liebt die traditionelle Musik seiner Heimat, was sich auch in den eigenen Songs widerspiegelt. Seine Musik lebt von klassischen Instrumenten, deswegen sind auch auf Carlos Siles‘ aktuellem Album erneut u.a. ein Klavier, Akustikgitarren und ein Cello involviert.. Insgesamt drei Studioalben hat der Künstler bereits veröffentlicht, das Aktuelle erschien letzten Oktober und heißt "Todos mis caminos han terminado contigo" – all meine Wege enden bei dir.

Pomme – Pauline

Album: À peu près

Wenn man französische Popmusik macht, schwingt immer auch ein gewisses Maß an Chanson mit. Unsere Künstlerin Claire Pommet, kurz Pomme was zu Deutsch Apfel heißt, liegt irgendwo zwischen Pop, Folk und Chanson und hat letztes Jahr ihr Debütalbum veröffentlicht. "A peu près" heißt das und Pomme beschreibt es als ein langes Rennen, das viele Reisen via Zug, Flugzeug und Taxi und einige Morning-Smoothies gefordert hat. Ihre Songs handeln von kleinen Alltagssituationen, Beziehungen und was zwischen zwei Menschen alles passieren kann.

Jeremy Loops feat. Motheo Moloko – The Shore

Album: Critical as Water

Eigentlich wollte Jeremy Loops Banker oder Unternehmensberater werden, von diesem Plan hat er sich Gottseidank schnell verabschiedet und sich anstelle einer soliden Karriere lieber seiner Musik und der Umwelt gewidmet. Der sympathische Surfer aus Südafrika ist ein alter Bekannter auf WDR 5, der uns jetzt mit seinem zweiten Album aufs Neue überzeugt hat. "Critical as water" heißt das, kam Mitte März raus und spielt auf die gegenwärtige Wasser-Krise in seiner Heimatstadt Kapstadt an. Auch unser Favorit "Freaks" hat einen politischen Hintergrund und vermittelt uns mit reggaemäßigem Off-Beat den Unsinn von Materialismus. 

Maya Fadeeva – Finger Snap

Album: Chamëleon

Maya Fadeeva ist in Russland geboren, lebte als Kind für kurze Zeit in New York, studierte Jazzgesang in Maastricht und fand schließlich ihre Heimat in NRW. Sie ist Teil des Wuppertaler Musik-Kollektivs Club des Belugas, das Elektro-Swing international salonfähig gemacht hat. Weit gereist ist sie schon viele Male, das veränderte ihre Sicht auf die Welt und auch auf die Musik. Mayas Stil ist genreübergreifend: ihr Debut Album "Chamëleon" aus 2018 hat Swing, ist Weltmusik und versprüht Jazz und Soul zugleich. Konzerte in NRW gibt sie Anfang Juni in Mülheim a. d. Ruhr und im September beim Jazzfestival in Viersen.

Bettye LaVette – Things Have Changed

Album: Things have changed

Geboren in der Nähe von Lake Michigan verbrachte sie in den 70er Jahren ihre Jugend in Detroit. Ihr Leben widmete sie voll und ganz der Musik: Mit 16 Jahren landet die Sängerin ihren ersten RnB Hit "My Man – He’s A Lovin’ Man". LaVette stand mit James Brown oder Otis Redding auf der Bühne und veröffentlichte nach 50 Jahren im Musik Business kürzlich ihr neuestes Studio-Album. Es trägt den Titel "Things Have Changed" und ist eine Hommage des Singer-Songwirters Bob Dylan: 12 Dylan-Interpretationen zwischen Soul, Jazz und Blues.

Cereus Bright – Wasted Time

Album: Excuses

2011 als Duo gegründet, zählt die US-Band aktuell fünf Mitglieder. Sie kommen aus Knoxville und sind leidenschaftliche Folk-Musiker. Das Wichtigste für sie, das sind die Geschichten hinter ihren Songs: sie sind echt, sie sind persönlich. Und das ist ihrer Meinung nach der Unterscheid zwischen Folk und kommerzieller Pop-Musik. Cereus ist der Name eines Wüsten-Kaktus. Die Pflanze überlebt unter schwersten Bedingungen und blüht nur in der Nacht – für die US-Musiker ist sie ein Symbol der Hoffnung. Ihr erstes Konzert spielten sie 2011 in einem kleinen Café in Knoxville, mittlerweile füllen sie in den USA große Konzertsäle. In Deutschland hingegen sind leider noch keine Konzerte geplant.

Thievery Corporation – Voyage Libre (feat. Lou Lou Ghelichakhani)

Album: Treasures from the temple

Rob Garza und Eric Hilton sind Thievery Corporation. Seit über 20 Jahren produzieren die beiden und zählen zu den Pionieren elektronischer Chill-Out-Klänge. Sie haben die Entwicklung der Genres Lounge, Downbeat und Nu-Jazz maßgeblich mit beeinflusst. Gastmusikerin auf ihrem neusten Album ist Sängerin Lou Lou Ghelichakhani aus Frankreich. Beheimatet in Washington DC können sich Rob und Eric dem politischen Geschehen kaum entziehen. Von den aktuellen Amtsinhabern wünschen sie sich mehr Mitgefühl, Menschlichkeit und vor allem Toleranz gegenüber anderen Kulturen.

Kris Berry – Rocket Man

Album: Rocket Man

Sie wuchs in der Karibik auf und lauschte am liebsten den Platten ihrer Großmutter: Chuck Berry, Nina Simone oder Billie Holliday. Heute lebt sie in den Niederlanden und hat ihren ganz eigenen Stil gefunden, Gospel und Soul mit leichten Popeinflüssen. Ihre Songs sind persönlich und deshalb bewegend. Sie singt von Liebe, Sehnsucht, Trauer und Hoffnung. Ihr größter Wunsch in musikalischer Hinsicht ist ein Duett mit Soul-Ikone Gregory Porter. Kennengelernt hat sie ihn bereits, denn gemeinsam tourten sie im Frühjahr 2018 durch England. Jetzt fehlen nur noch der passende Song und ein gemeinsamer Studiotermin. Wir sind gespannt!